Lenggenwil
Auf dem Osterweg in Lenggenwil: Die Passionsgeschichte an elf Stationen lesen und sehen

In der Natur sein, unterwegs sein, eine Geschichte lesen und sehen können – das ist auf dem Osterweg in Lenggenwil, einem Projekt der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland, möglich.

Zita Meienhofer
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Irene Bernhardsgrütter (links) und Andrea Meienhofer haben den Osterweg initiiert und mit einem Helferteam realisiert.

Irene Bernhardsgrütter (links) und Andrea Meienhofer haben den Osterweg initiiert und mit einem Helferteam realisiert.

Bild: Zita Meienhofer

Eine Bise weht, es ist kalt. Doch Esel Elias stört das nicht. Er lässt sich nicht beirren, möchte den Interessierten die Passionsgeschichte, seine Passionsgeschichte, erzählen. An elf Stationen, vom Dorf Lenggenwil zum Weiher, zum Klosterwald und dann wieder zurück zum Dorf, lässt Elias die Spazierenden wissen, was damals vor Ostern geschehen ist. Mit verständlichen Worten, lieblichen Bildern und schön gestalteten Holzboxen führt Elias Klein und Gross durch den Osterweg.

Eine Geschichte an einem Weg entlang

Eine Geschichte an einem Weg entlang zu gestalten, diese Idee hatte Irene Bernhardsgrütter schon lange. Denn seit Jahren besucht sie den Adventsweg in Oberuzwil, der von der dortigen Frauengemeinschaft gestaltet wird, und der ihr nun als Inspiration diente. Mit ihrer Pfarreiratskollegin Andrea Meienhofer brachte sie diesen Gedanken in die Pfarreiratssitzung der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland ein und stiess dort auf begeisterte Zustimmung. Irene Bernhardsgrütter und Andrea Meienhofer machten sich demnach auf die Suche nach einem Helferteam, das sie schnell fanden, und liessen ihre Ideen Wirklichkeit werden.

Die Schwierigkeit der Ostergeschichte

«Die Ostergeschichte ist fast unbekannt, wird heute nur noch selten erzählt und ist auch sehr schwierig zu erklären», sagen die beiden Initiantinnen. Entsprechend aufwendig war die Suche nach Bildmaterial. Eine zusätzliche Herausforderung war das Schreiben der Geschichte, die zu den Bildern passen und eine kindergerechte Sprache haben musste.

«Uns war es wichtig, dass es ein Projekt für die Kinder wird, deshalb mussten die Texte einfach sein und die Bilder für die Kinder verständlich.»

Diese Vorgabe ist auch der Grund, weshalb die Kreuzigung nicht dargestellt wird.

Die aussergewöhnliche Situation fordert Kreativität

Eine weitere Herausforderung war die Organisation der Gegenstände in den Holzboxen. «Alle Läden waren noch geschlossen und für eine Online-Bestellung war es zu spät», so Andrea Meienhofer. Sie hatten Glück und erhielten Unterstützung von einer Nachbarin, die sehr viel Material zu Hause hatte. Einmal mehr zeigte sich, dass eine solche aussergewöhnliche Situation erfinderisch macht und die Hilfsbereitschaft verstärkt. Letztlich war es auch das Virus, das Irene Bernhardsgrütter überhaupt dazu brachte, den Weg zu initiieren. «Wir müssen doch etwas machen in einer Zeit, in der man nichts mehr machen kann», sagt sie.

Ein Weg, der benutzt wird

Freudige Rückmeldungen von Osterweg-Besuchenden bekomme sie immer einmal wieder, sagt Andrea Meienhofer. Zudem haben sich auch eine Gruppe von Erstkommunikanten aus dem Appenzellerland und Primarschulklassen aus Niederhelfenschwil gemeldet, die gerne den Osterweg besuchen möchten. Dass er rege benutzt wird, ist ihnen aufgefallen: «Wir mussten die Box mit den Blättern, die am Schluss mitgenommen werden können, bereits wieder nachfüllen», so die Initiantinnen. Nicht nur sie freut es – auch Esel Elias.

Der Osterweg, der kinderwagentauglich ist, steht noch bis am 25. April. Parkplätze befinden sich beim Mehrzweckgebäude Lenggenwil (Sägebachstrasse 4).