LEITBILD: Freipass zum Geldausgeben

Bis zum 2. Juni läuft die Vernehmlassung zum Leitbild Kinder- und Jugendpolitik Flawil. Die FDP schlägt Ergänzungen vor.

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Unicef Schweiz hat die Gemeinde Flawil am 20. September vergangenen Jahres als «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet. Dem Label liegt ein Aktionsplan zugrunde, der in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dieser formuliert als erstes Ziel: «Flawil verfügt über ein Leitbild zur Kinder- und Jugendpolitik». Das Leitbild wurde zwischenzeitlich entwickelt, vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und schliesslich zur Vernehmlassung freigegeben.

Gefordertes umsetzen – egal was es kostet

Die FDP-Ortspartei hat sich an ihrem Stamm mit dem «Leitbild Kinder- und Jugendpolitik» im Detail auseinandergesetzt und ist zu zwei konkreten Aufträgen gekommen.

Unter dem Titel «Förderung» und «Schutz» werden im Leitbild die Aufgaben der «Öffentlichkeit» in der Begleitung der Jugend definiert. Da steht unter anderem: «Wir unterstützen Kinder und Jugendliche aktiv auf ihrem Lebensweg und fördern sie in der Entwicklung zu Selbstbestimmung, Selbstkompetenz und der Übernahme von Verantwortung.» Die Freisinnigen wollen den Begriff «Wir» durch eine klare Bezeichnung der geforderten Personen oder Personenkreise ersetzt haben. «Das ‹Wir›», heisst es in der Stellungnahme der Partei, «müsste präziser umschrieben werden. Kann ein solches Leitbild im Namen der Eltern, Kirchen, Vereinen, etc. erlassen werden?»

Deklaration und Einschränkungen

Ferner sieht die FDP im Abschnitt «Partizipation» Anpassungsbedarf. Hier steht unter anderem, dass Kinder- und Jugendliche ermuntert werden sollen, eigene Projekte zu verwirklichen und dass die Gemeinde die Mittel dafür zur Verfügung stellt. Die FDP interpretiert dies als zukünftigen Freipass, alles umzusetzen, was gefordert wird, egal, was es kostet und verlangt: «Hier müsste man klarer deklarieren und einschränken.»

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

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