Leichtathletinnen auf Erfolgskurs

Die Leichtathletikgruppe der Jugi Flawil konnte diese Saison einige Erfolge verzeichnen. Trainiert werden die Mädchen von Beat Gähwiler, dem zweitbesten Schweizer Zehnkämpfer aller Zeiten.

Melanie Graf
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Flawil. Die Saison der Flawiler Leichtathletinnen ist zu Ende. Die Gruppe, welche der Jugi Flawil angehört, kann auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Am Samstag, 11. September, brachten die Mädchen eine Auszeichnung vom Leichtathletik Mannschaftsmehrkampf in Sissach BL mit nach Hause. Die Gruppe belegte den fünften Rang. Leichtathletik Mannschaftsmehrkampf (LMM) ist bei Turnvereinen sehr beliebt. Der Wettkampf lässt nicht lizenzierte Sportler zu. Es handelt sich um einen Vier- oder Fünfkampf, der in Teams absolviert wird.

Auf die Leistung seiner Sportlerinnen ist Trainer Beat Gähwiler stolz. Für ihn ist der Leichtathletik Mannschaftsmehrkampf der wichtigste Wettkampf für den Verein. Heuer nahmen die Flawilerinnen zum ersten Mal Teil. «Die Leichtathletikgruppe gehört zu einem Dorfverein. An diesem Wettkampf haben auch die Mitglieder von kleineren Vereinen eine Chance, gross herauszukommen», sagt Beat Gähwiler. «Der Teamgedanke zählt bei diesem Wettkampf. Wettkämpfe schweissen das Team zusammen», fügt er hinzu.

Sechsfacher Schweizer Meister

Vor drei Jahren hat Beat Gähwiler aus Bronschhofen die Gruppe von 9- bis 14-Jährigen übernommen. Beat Gähwiler schöpft bei seinem Training aus vollem Wissen, ein Wissen durch eigene Erfahrung. Beat Gähwiler war selbst Leichtathlet und ist als zweitbester Schweizer Zehnkämpfer aller Zeiten in die Geschichte eingegangen.

Seine Erfolge können sich sehen lassen: Teilnahme an den Olympischen Spielen in Seoul (Platz 12), und Barcelona (Rang 21), vordere Ränge an Europa- und Weltmeisterschaften, sechsfacher Schweizer Meister im Zehnkampf, wobei er dreimal den Schweizer Meistertitel bei einem eidgenössischen Turnfest abräumte. Dies schaffte bisher noch kein anderer Schweizer Leichtathlet.

Rohdiamanten

Im Jahr 1996 beendete er seine Sportkarriere. Er habe Abstand von Leichtathletik genommen, sagt Gähwiler. Doch er habe immer gewusst, dass er sein Wissen irgendwann mal weitergeben wolle. Heute arbeitet der zweifache Vater als Sport- und Informatiklehrer am KV Zürich. Durch seine Schwester, die in Flawil wohnt, kam er zu seiner Tätigkeit als Trainer bei der Flawiler Leichtathletik. Das Training macht dem 45-Jährigen sichtlich Freude. «Es ist spannend, die Athleten und Athletinnen in diesem Alter an der Wurzel zu packen.

Ihre Bewegungen sind beinahe frei von Fehlern», so der Trainer und vergleicht die Kinder mit Rohdiamanten, welche langsam geformt und geschliffen werden können. Beat Gähwiler ist ein Trainer, mit dem man Spass haben kann. Doch auf Disziplin legt er sehr viel Wert. Die meisten würden zuverlässig das Training besuchen, erzählt er. «Es ist aber kein Jekami, an den man kommen kann, wann man will.

Diejenigen die nicht regelmässig zum Training erscheinen, will ich nicht in der Gruppe», so Gähwiler streng. Wer eine gesunde Einstellung und den Willen zur Leistung bringe, wer motiviert sei und das Training nicht als ein Muss empfinde, der bringe die Grundvoraussetzungen mit. Hinzukomme, dass es für die Sportart gewisse Bewegungskoordinationsfähigkeiten brauche.

Es wäre schön, wenn man schnell rennen könne und sprunggewandt sei, sagt Gähwiler, aber dies könne man auch lernen. Das Training der Leichtathletinnen, bei dem auch Athleten willkommen sind, wird nach den Herbstferien erweitert. Nebst dem Training am Montag, das von Beat Gähwiler geführt wird, setzt sich jeweils freitags neu Petra Hungerbühler für ein Training ein.

Die Flawilerin war früher aktive Leichtathletin und mehrfache Schweizer Meisterin im Kugelstossen und Diskuswerfen. Dem Erfolg der Leichtathletik Flawil steht also nichts im Weg.

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