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LEICHTATHLETIK: Zwischenjahr mit hohen Zielen

800-Meter-Läuferin Selina Büchel bereitet sich auf die neue Saison vor. Den Fokus legt die Olympia-Neunte im nächsten Jahr auf die Hallen-Weltmeisterschaft und die Freiluft-Europameisterschaft in Berlin.
Urs Huwyler
Derzeit befindet sich Selina Büchel im Wintertraining. Trainiert wird sie weiterhin von Urs und Marlies Göldi. (Bild: Urs Huwyler)

Derzeit befindet sich Selina Büchel im Wintertraining. Trainiert wird sie weiterhin von Urs und Marlies Göldi. (Bild: Urs Huwyler)

Urs Huwyler

redaktion@toggenburgmedien.ch

Der Traum von einem globalen Final lebt bei Selina Büchel nach dem elften WM-Rang in London weiter. 2018 steht ihr ohne Olympische Spiele und Freiluft-WM ein «Zwischenjahr» bevor, doch an Saisonzielen fehlt es der Hallen-Doppeleuropameisterin nicht. Mit der Hallen-WM und der EM stehen zwei Titelkämpfe an. 2014 hatte die 26-jährige gelernte Raumplanungszeichnerin das WM-Podest um 27 Hundertstel verpasst, an der EM 2016 wurde sie in 2:00,47 ebenfalls Vierte.

In der Halle kommen nur die sechs Besten in den Final

Über die Erwartungen muss also nicht gross diskutiert werden. Wer in einem Jahr über 800 m sechsmal unter zwei Minuten bleibt, kann im März in Birmingham bestimmt vorne mitlaufen und gehört im August an der EM in Berlin zum Favoritenkreis. «Grundsätzlich mag dies stimmen, aber», schränkt Selina Büchel ein, «es kommt immer darauf an, wer am Start ist. Und an der Hallen-WM erreichen nur die schnellsten sechs den Final. Sind alle gemeldet, wird es schwierig.» Ab Januar – nach dem Trainingslager in Portugal – wird sie sich spezifisch auf die Halle vorbereiten.

Das Training wird spezifisch angepasst

Am Wintertraining und der Vorbereitung muss die weiterhin von Marlis und Urs Göldi (Bütschwil) geforderte und geförderte Selina Büchel nach einer «Entschleunigung» mit einer dreiwöchigen Pause und Ferien keine grundlegenden Änderungen vornehmen. Schliesslich gelang ihr die erfolgreiche Hallen-EM-Titelverteidigung mit neuem Schweizer Rekord (2:02,28) und bei der «Prefontaine Classic» (1:59,46) in Eugene knackte sie beim Saisonstart die Zwei-Minuten-Grenze. «Danach war ich allerdings während der ganzen Saison nie schneller. Wir passen deshalb einige Details im Training an.»

Derzeit stehen Hallen- und Freilufttrainings an. «Joggen» nennt Selina Büchel Einheiten im hügeligen Gelände mit viereinhalb Minuten pro Kilometer. Dabei mag sie als Mittelstrecklerin längere Distanzen nicht. Trotzdem bestreitet sie mit ihren Micarna-Teamkollegen Daniel und Martin Hubmann oder Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig den 30. Gossauer Weihnachtslauf. Gecoacht werden sie durch das Turn-Traumpaar Giulia Steingruber/Pablo Brägger und Schwingerkönig Nöldi Forrer, der sich einer Hüftoperation unterziehen muss und den Saisonauftakt 2018 verpassen wird.

Büchel oder Spirig? Wer ist auf 8,5 km schneller? Beim Silvesterlauf in Zürich bezwang Selina Büchel die Triathletin im Spurt. «Nicola war das Rennen etwas zu schnell angegangen. Aber schauen wir mal. Fände das Rennen nicht in Gossau statt, würde ich mich nicht anmelden. 8,5 Kilometer sind mir eigentlich zu lang.»

Für die 800-Meter-Spezialistin wird es der letzte Freiluft-Auftritt im WM-Jahr 2017 sein. Die um 0,38 Sekunden verpasste Finalqualifikation im Olympiastadion London wirkte trotz der 1:59,83 bei Weltklasse in Zürich nach. Zum dritten Mal an einem Grossanlass knapp im Halbfinal gescheitert, das hatte sich die von Mosnang nach Wil/Bronschhofen umgezogene Athletin des KTV Bütschwil anders vorgestellt. An den Olympischen Spielen in Rio fehlten drei Hundertstel für den Finaleinzug, an der WM in Peking waren es deren sechs.

Erkältung wirkte sich negativ auf die Form aus

An der WM in London fehlten einzelne Prozente zur Bestform. Dies war nicht erst im Halbfinal erkennbar, sondern bereits im Vorlauf lief sie nicht so souverän, wie dies die Beobachter zu sehen glaubten. Ein Grund war die an der SM zugezogene Erkältung, welche zu einem mehrtägigen Trainingsunterbruch führte. «Die gesundheitlichen Probleme im Vorfeld spielten mit, doch es kamen einige Details zusammen, dass es nicht wie gewünscht klappte. Daran gilt es zu arbeiten.» Wobei die Saison mit einem dritten und fünften Rang in der hochdekorierten Diamond-League keineswegs schlecht war.

Andere Athletinnen oder Athleten träumen eine Karriere lang von solchen Resultaten. Doch bei Selina Büchel zählen nicht nur die Klassierungen. «Ich möchte wieder einmal unter 1:59.00 oder 1:58.00 laufen, an meine persönliche Bestzeit von 1:57,95 aus dem Jahre 2015 herankommen.» Damals war sie nicht offiziell Profi, arbeitete Teilzeit. Eine Fehlentwicklung? «Sieht so aus», sagt sie lachend, «doch meine Werte sind in allen Bereichen besser als damals. Ich muss sie nur umsetzen können.»

Der Gossauer Weihnachtslauf findet dieses Jahr am Samstag, 2. Dezember, statt. Die Laufstrecke befindet sich im Stadtzen­trum.

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