LEICHTATHLETIK: Zahlreiche Bestleistungen und Medaillen

An den Nachwuchs-SM in St. Gallen wussten die Appenzeller Athleten zu überzeugen. Besonders stark präsentierten sich Myriam Mazenauer, Nicolas Pracht und Simon Ehammer, die nationale Höhepunkte setzen konnten.

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Simon Ehammer übertraf alle Erwartungen und gewann insgesamt fünf Medaillen.

Simon Ehammer übertraf alle Erwartungen und gewann insgesamt fünf Medaillen.

Myriam Mazenauer verbesserte sich in dieser Hallensaison stetig. Im Januar stiess sie mit 14,55 Metern erstmals Schweizer Hallenbestleistung. In Dornbirn steigerte sie sich weiter, und jetzt an den Schweizer Meisterschaften verbesserte sie sich innerhalb eines Wettkampfs um unglaubliche 1,43 Meter. Damit gewann sie mit rund zwei Metern Vorsprung einen weiteren Schweizer-Meister-Titel und mit unglaublichen 16,07 Metern reiht sich die Absolventin der Sportschule Appenzellerland an der 6. Stelle in der internationalen Jahres-Weltbestenliste ein. Die Athletin aus Bühler freute sich sehr, dass sie das intensive Techniktraining auch im Wettkampf umsetzen konnte, und sieht den kommenden Titelkämpfen der Aktiven optimistisch entgegen. An diesen hegt sie nun berechtigte Hoffnungen, bereits als U18-Athletin ihre erste Medaille mit der 4-Kilogramm- Kugel gewinnen zu können.

Keiner der 600 Teilnehmer an der SM in St. Gallen war so ­erfolgreich wie der Herisauer Simon Ehammer. Gleich fünfmal gehörte der Absolvent der Sportschule Appenzellerland zu den drei Besten in den entsprechenden Disziplinen.

Erwartungen weit übertroffen

Bereits in den Vorbereitungswettkämpfen überzeugte Ehammer mit stetigen Verbesserungen seiner Bestleistungen und so gehörte der eigentliche Mehrkämpfer auch in den Einzeldisziplinen zum Favoritenkreis. Seine Erfolgsserie in St. Gallen begann der U18-Athlet im Dreisprung, wo er in der Kategorie U20 startete. Mit einer neuen Bestleistung von achtbaren 14,25 Metern gewann er klar. Sein Potenzial im Sprungbereich bestätigte er mit Rang 2 im Weitsprung. Auch hier gelang ihm mit einer Weite von 6,93 Metern ein persönlicher Bestwert. Eine weitere Silber­medaille gewann Ehammer im Hochsprung mit 1,89 Metern. Im Hürdenlauf gehörte der Lehrling, Detailhandelsassistent Sport, bereits zuvor zur nationalen Spitze.

Mit der Energie der gewonnenen Medaillen gelang dem He­risauer nach persönlicher Bestleistung im Vorlauf eine weitere Steigerung. Mit nur einem Hundertstel Rückstand lief er auf Platz 2 über 60 Meter Hürden. Damit hat er die Erwartungen weit übertroffen und es darf von ihm in der kommenden Freiluftsaison im olympischen Zehnkampf viel erwartet werden. Es bleibt zu hoffen, dass auch internationale Ziele erfolgreich angegangen werden können.

In der Mehrkampfgruppe von Trainer Karl Wyler wird dem Sprung grosse Bedeutung beigemessen. In St. Gallen nutzten gleich zwei Athletinnen die Möglichkeit, ihre Fortschritte mit Medaillengewinnen erfolgreich darzulegen. In der Kategorie U20 verbesserte Nicole Höhener ihre persönliche Bestleistung im Dreisprung deutlich auf starke 11,45 Meter. Damit egalisierte sie den legendären Vereinsrekord von Gaby Baumann. Überdies bescherte ihr die Steigerung den zweiten Rang und somit einen weiteren nationalen Medaillengewinn. Zum erweiterten Favoritenkreis zählte auch die U18-Athletin Sarah Graf im Dreisprung. Mit 10,73 Metern gelang auch ihr eine deutliche Verbesserung ihrer Bestleistung und sie gewann mit der Bronzemedaille eine weitere nationale Anerkennung. Am Sonntag bestätige Nicole Höhener ihre ausgezeichnete Hallenform mit einem weiteren Medaillengewinn. Mit 5,29 Metern gewann sie im Weitsprung Bronze.

Für weitere Athleten aus Herisau und Teufen kam bereits die Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen einem Erfolg gleich, denn auf den gemachten Erfahrungen können zukünftig höhere Ziele angestrebt werden. Alexandra Höhener verpasste die Finalqualifikationen sowohl im Sprint als auch über die Hürden nur knapp. Lorena Jud erreichte über 60 Meter Rang 6 im Vorlauf und ein weiterer Athlet in Teufner Farben, Thomas Koller, belegte Rang 12 im Kugelstossen der Kategorie U20. Aus den gemachten Erfahrungen werden auch die Herisauer Samuel Staub als Vorlaufsechster und Florian Schmid als Vorlaufsiebter über die ­ 60 Meter Hürden für zukünftige Titelkämpfe profitieren.

Auch Innerrhoder Athleten überzeugen

Carol Koch und Ronja Mock starteten in der Kategorie U20 über den 400-m-Vorlauf. Die beiden liefen ein starkes Rennen und liessen somit auf den Final hoffen. Carol Koch lief die zwei Runden in einer persönlichen Bestleistung von 59,17 und konnte sich damit für den Final am Sonntag qualifizieren. Ronja Mock lief mit 59,43 ebenfalls eine persönliche Bestleistung und verpasste damit den Finaleinzug lediglich um zwölf Hundertstelsekunden. Ihr 5. Schlussrang ist dennoch eine starke Leistung. Am Folgetag zeigte Carol Koch dann ihren ganzen Kampfgeist. Taktisch clever ihre Kräfte einteilend, verfügte sie über die nötigen Reserven im Schlussspurt. Mit 58,75 unterbot sie ihre Bestleistung noch einmal und erkämpfte sich die Bronzemedaille.

Nicolas Pracht startete bei den unter 18-Jährigen über die 1000 Meter. Auf diese Saison hin fand er Aufnahme ins Nachwuchs-Nationalkader (Swiss Starters Future). Was das bedeuten kann, erlebte er im Rennen in St. Gallen. Alle Konkurrenten richteten ihre Renntaktik auf ihn aus. Es wurde taktisch gelaufen und so waren die ersten 600 Meter sehr langsam. Mit einer markanten Tempoverschärfung konnte Pracht schliesslich das Läuferfeld sprengen. Mit einem fulminanten Steigerungslauf liess er bis ins Ziel keinen Gegner mehr an sich ran und sicherte sich den Schweizer-Meister-Titel mit 2.43.41 Minuten souverän. (hk/pd)