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Leichtathletik-Trainer Hans Baumann geht in den verdienten Ruhestand: Doch sein Engagement wirkt nach

Über drei Jahrzehnte trainierte Hans Baumann Mittelstreckenläufer. An seinem letzten Training erwiesen ihm viele Athleten die Ehre.
Gianni Amstutz
Mit 77 Jahren immer noch gut in Form: Hans Baumann zeigt vor, wie man sich fit hält. Bild: Gianni Amstutz

Mit 77 Jahren immer noch gut in Form: Hans Baumann zeigt vor, wie man sich fit hält. Bild: Gianni Amstutz

35 Jahre lang war die Tartanbahn der Arbeitsplatz von Hans Baumann. Während dieser Zeit hat er ehrenamtlich Hunderte Athletinnen und Athleten in der Kunst des Mittelstreckenlaufs trainiert – «und das bei jedem Wetter», wie er sagt. So auch an diesem Montagabend beim Lindenhof in Wil. Und doch ist diese Trainingsstunde eine besondere. Denn nach Tausenden Einheiten, die Baumann geleitet hat, ist dies seine letzte. Dass er seine Aufgabe erfolgreich gemeistert hat, davon zeugen zahlreiche Medaillen sowie Titel an Schweizer und gar Weltmeisterschaften, die Athletinnen und Athleten unter seiner Anleitung gewannen. So gingen etwa auch die Gebrüder Hubmann – Aushängeschilder des Schweizer Orientierungslaufs – einst zu Hans Baumann ins Training.

Ehemalige zollen dem Meister Tribut

Die Leistungen von Hans Baumann auf Medaillen und Meisterschaften zu reduzieren, würde aber zu kurz greifen. Das zeigt sich auch an diesem letzten geleiteten Training des 77-jährigen Altmeisters. Denn dafür haben sich nicht nur aktuelle Athletinnen und Athleten des KTV Wil auf der Laufbahn beim Lindenhof eingefunden. Ehemalige Schützlinge sind für ein letztes Training unter Baumann aus allen Teilen der Schweiz angereist. Ob aus Bern, Zürich oder St.Gallen: Diese Gelegenheit wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Sie alle wollen nochmals ein Training von Hans Baumann besuchen, der sich sichtlich freut, ehemalige Schützlinge wiederzusehen.

Ein akribischer Trainer

Routiniert führt Baumann durchs Training. Da auch viele Ehemalige anwesend sind, die teilweise nicht mehr ganz so oft trainieren, verzichtet der Coach aber darauf, allzu sehr an den Details zu schleifen. Ansonsten ist es aber genau diese akribische Arbeit mit den Athletinnen und Athleten, die ihn als Trainer auszeichneten. «Seine Trainings waren jedes Mal anders. Er brachte immer wieder neue Ansätze und Ideen ein», sagte ein ehemaliger Athlet. Trainiert hat Baumann Leichtathleten und OL-Läufer gleichermassen. Für ihn eine bereichernde Mischung: «Die Sportler können gegenseitig voneinander profitieren. Vielleicht müsste die Entwicklung mehr hin zu solchen Trainingsformen gehen.»

Baumanns Engagement ging weit über die regulären Trainings des KTV Wil hinaus. Für seine Spitzenathleten erstellte Baumann individuelle Trainingspläne – auch für solche, die Wil inzwischen verlassen hatten und deshalb nicht mehr dem KTV Wil angehörten. Dass im Spitzensport Details entscheiden können, weiss Baumann aus eigener Erfahrung. In den 1960ern stand er einst selbst vor einer Karriere im Laufsport, die jedoch aufgrund einer Knieverletzung ein jähes Ende fand. So entschloss er sich, sein Wissen anderen weiterzugeben, und tat dies mit Leidenschaft bis weit über seine Pensionierung hinaus. Nun aber ist Schluss.

Hans Baumanns Karriere als Trainer endete an diesem Montagabend offiziell. Doch sein Engagement wirkt nach. Nicht ausgeschlossen, dass einer von seinen ehemaligen Schützlingen künftig mit Spitzenleistungen auf sich aufmerksam machen wird. Zu einem Teil werden solche Erfolge auch der akribischen Arbeit Hans Baumanns zu verdanken sein.

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