LEHRSTELLENÜBERSCHUSS: Zukünftige Fachkräfte gewinnen

Viele Industrieunternehmen und KMU kämpfen um Lehrlinge. Die Ferienjobbörse bietet Lehrlingen und Firmen Gelegenheit, sich kennenzulernen.

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Erneut organisieren die Arbeitgebervereinigung der Region Wil und der Gewerbeverein Wil und Umgebung in Zusammenarbeit mit dem Berufsinformationszentrum BIZ die jährliche Ferienjobbörse für Schüler aus der Region. Bereits zum sechsten Mal findet dieses Projekt mit umfangreichen Vorteilen statt.

Die Arbeitgebervereinigung und der Gewerbeverein über­nehmen jeweils die Bekannt­machung und Anpreisung des Projekts bei den Unternehmen, welche die Eckdaten für eine zu erstellende Liste liefern. Diese Liste umfasst den Zeitraum, in welchem ein «Ferienjob» zur Verfügung steht. Weiter beinhaltet sie eine kurze Beschreibung der Anforderungen, die an einen Bewerber oder eine Bewerberin gestellt werden. Diese beziehen sich meist nur auf das Alter der bewerbenden Jugendlichen und die Fähigkeit zur Leistung körperlicher Arbeit. So standen vergangenes Jahr mehr als 100 Stellen bei 14 Unternehmen zur Vergabe. Die Liste liegt jeweils im BIZ auf. Die «Ferienjobs» werden während der fünfwöchigen Sommerferien und noch einmal im Herbst, wiederum während der Schulferien, durchgeführt.

Profilierungschance für Arbeitgeber

Laut Aussage von Stefan Frick, Präsident des Gewerbevereins Wil und Umgebung, ist dieses Projekt eine Win-win-Situation für die Schüler und die beteiligten Unternehmen. Die Schüler einerseits könnten ihr «Sackgeld» aufbessern und zugleich essenzielle Erfahrungen im Bereich der Arbeitswelt sammeln, wobei die Unternehmen ihrerseits nicht nur Arbeitskraft erhielten, sondern aktiv die Rekrutierung von zukünftigen Arbeitskräften antreiben können.

In der aktuellen Situation, in der ein Lehrstellenüberschuss vorherrsche, ausgelöst zum einen durch die rückläufige Geburtenrate und zum anderen durch die «Verakademisierung» der jungen Arbeitskraft, sei es von äusserster Dringlichkeit, sich als Unternehmen zu präsentieren und zu positionieren, um gutes Potenzial bergende Schüler anwerben zu können. Viele Unternehmen, vor allem Industrie und KMU (oft handwerklich geprägte Berufe), fänden sich zusehends im Konkurrenzkampf mit weiterführenden Schulen, welche immer noch an Beliebtheit gewännen. Zudem schienen auch Schulen gegenüber Wachstum ihrer «Branche» nicht abwendend eingestellt zu sein. Für die Zukunft seien jedoch auch Industrie- und KMU-Arbeitskräfte wichtig.

Die Ferienjobbörse erfreut sich jedes Jahr grosser Beliebtheit. Auch diesmal hoffen die Arbeitgeber auf eine symbiotische Kooperation von Schülern und Unternehmen.

Joel Räbsamen

joel.raebsamen@wilerzeitung.ch