LEHRMITTEL: Der Filmer in den Schulstuben

«Musaik» heisst ein Lehrmittel für den Musikunterricht vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. Der Flawiler Filmer Beat Schiltknecht schneidet zurzeit die Sequenzen für die beiden dazugehörenden DVDs.

Zita Meienhofer
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Beat Schiltknecht bearbeitet die Sequenzen für die DVDs zum Musikunterrichtlehrmittel. (Bild: Zita Meienhofer)

Beat Schiltknecht bearbeitet die Sequenzen für die DVDs zum Musikunterrichtlehrmittel. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

25 Jahre unterrichtete er Primarschulklassen in Niederwil und Alterschwil (Gemeinde Flawil). Dann hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Beat Schiltknecht tauschte die Schulhefte mit der Filmkamera. In den vergangenen Jahren ist er allerdings immer wieder in die Schulzimmer zurückgekehrt – vor allem um Aufnahmen für Lehrmittel herzustellen. Zurzeit beschäftigt ihn die Herstellung der beiden DVDs zum Lehrmittel «Musaik».

Das Wort «Musaik» ist ein Zusammenzug aus «Musik» und «Mosaik». Denn, ein zeitgemässer Musikunterricht habe mancherlei Ähnlichkeit mit einem Mosaik. Aus vielen farbigen Einzelsteinchen werde im Unterricht ein abwechslungsreiches Gesamtbild kreiert, heisst es in der Einleitung zum Lehrmittel. Autorinnen sind Barbara Merki, Dozentin Fachdidaktik Musik an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, und Eva Berger, Dozentin Fachdidaktik Musik an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Das Lehrmittel – in den Kantonen St. Gallen und Thurgau ist es obligatorisch – unterstützt die Lehrpersonen bei der Vorbereitung und im Musikunterricht. Die im neuen Lehrplan geforderten Kompetenzen werden in einfacher und übersichtlicher Art vermittelt. Thematisiert werden: Puls, Takt, Rhythmus, Geräusch/Ton/Klang, Liedformen, Tonraum, Musikinstrumente, Menschen und ihre Musik.

Die Kinder einer Schulklasse sitzen im Kreis, zwischen die Beine haben sie Abfalleimer mit dem Boden nach oben geklemmt. Mit verschiedenen Rhythmen schlagen die Mädchen und Knaben auf den Eimerboden. In weiteren Sequenzen sind Kinder zu sehen, die singen und sprechen, Bewegungsspiele und Tänze machen, musizieren. «Sie hören auf die eigene Stimme, das Trommelspiel, auf die Musik, die entsteht. Es ist ein Zusammenspiel von hören, sich zu Musik bewegen, Klänge erzeugen. Die Kinder gestalten ein Lied auch nach ihren Ideen. Und, sie denken über Musik nach. Was sie gelernt haben, können sie zudem an anderen Liedern oder zu anderer Musik wieder brauchen», erklärt Barbara Merki. Es sei ein aufbauender, kompetenz- und anwendungsorientierter Musikunterricht, vielfältig, handelnd, spielerisch und lustvoll, so die Autorin.

Während die Kinder musizieren, hat Beat Schiltknecht die Kameras auf sie gerichtet. Mit der einen macht er Nahaufnahmen, mit der anderen hält er die Klasse fest. Diese Geräte irritieren die Kinder in keiner Weise. Konzentriert und mit sichtlicher Freude sind sie an der Arbeit. «Es ist ein Muss», erklärt Schiltknecht, «dass mich die Schüler während der Aufnahmen nicht mehr wahrnehmen, dass ich kein Störfaktor bin. Nur dann verhalten sie sich natürlich.» Während eines Jahres hat er in den Schulklassen gefilmt. Unzählige Stunden Rohmaterial liegen vor, aus dem die Autorinnen später die entsprechenden Sequenzen ausgewählt haben. Beat Schiltknecht hat nun den Schnitt gemacht und entsprechend der Themen verlinkt.

Beat Schiltknecht hat bereits bei der Realisation mehrerer Lehrmittel mitgewirkt. Jedes Projekt sei eine persönliche Bereicherung gewesen und sein ursprünglicher Beruf als Lehrer oft hilfreich bei Vorhaben im pädagogischen Bereich. «Musaik ist eine gefreute Sache», sagt er, «und sehr nützlich für den Unterricht.» Im Lehrmittel, das aus Handbuch, Arbeitsheft, Musik-CDs, Spielkarten, Download und den DVDs besteht, sind die Inhalte übersichtlich unterteilt, ausführlich beschrieben und benutzerfreundlich gestaltet. So, dass Musik machen einfach Freude machen muss.