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Lehrlinge voll von der Rolle

Ob eine KV-Lehre bei der Raiffeisenbank in Niederuzwil oder eine als Anlagen- und Apparatebauer bei Elkuch Eisenring in Jonschwil: Die Berufsbilder könnten unterschiedlicher nicht sein. Je eine Woche lang wird nun getauscht.
Angelina Donati
Samuel Schenk (rechts) von der Raiffeisenbank macht Dashmir Iseini (links) von Elkuch Eisenring mit der Bankenwelt vertraut. (Bild: Angelina Donati)

Samuel Schenk (rechts) von der Raiffeisenbank macht Dashmir Iseini (links) von Elkuch Eisenring mit der Bankenwelt vertraut. (Bild: Angelina Donati)

Zwei junge Männer stehen hinter dem Schalter in der Raiffeisenbank in Niederuzwil. Beide sind 18 Jahre alt, beide tragen Anzug. Was sich aber auf den ersten Blick nicht feststellen lässt, ist, dass eigentlich nur einer der beiden zur Bank gehört. Es ist Samuel Schenk, der hier eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Nach den Sommerferien beginnt für ihn das dritte Lehrjahr. Auch Dashmir Iseini sieht ebenfalls dem dritten Lehrjahr entgegen. Er macht die vierjährige Ausbildung zum Anlagen- und Apparatebauer bei der Firma Elkuch Eisenring AG in Jonschwil.

Diese wie auch die kommende Woche ist eine ganz besondere Zeit für die beiden Lehrlinge. Je fünf Tage lang verschmelzen sie quasi zu einer Person und schlüpfen in die jeweils andere Rolle. Will heissen, andere Kleider, anderes Umfeld, andere Arbeiten – ganz zu schweigen von anderen Arbeitszeiten.

Bild von Bankern korrigiert

Neo-Banker Dashmir Iseini war nach den ersten Tagen in seiner neuen Rolle richtig geschlaucht, wie er erzählt. «Abends war ich total müde. So kenne ich das gar nicht vor mir», sagt er und schmunzelt. Denn selbst nach seiner sonst körperlich sehr anspruchsvollen Tätigkeit als Anlagen- und Apparatebauer verspüre er genügend Energie, um noch Sport zu treiben. KV-Lehrling Samuel Schenk kann ihm nachfühlen. Er selber rechnet jetzt schon mit Muskelkater, wenn er ab Montag Dashmir Iseini in seinem Lehrbetrieb begleiten darf.

Eigentlich war Dashmir Iseini nicht so sehr begeistert, als ihn sein Lehrmeister für den Rollentausch anfragte, wie er gesteht. «Ich hatte das Bild vor Augen, wie alle Bankangestellten den ganzen Tag einfach nur vor dem Computer sitzen», erzählt er. Eine Bürokratie, die ihn nicht reizt. Nach ein wenig Bedenkzeit liess er schliesslich seine Vorbehalte zurück und sagte zu. «Nun bin ich sehr froh darüber, dass ich diese Erfahrungen machen darf», sagt der Anlagen- und Apparatebauer-Lehrling und strahlt. Unter den Bankangestellten fände zu seiner Überraschung einen regen Austausch statt, was ihm sehr zusage.

In den wenigen Tagen, die Dashmir Iseini bereits in der Raiffeisenbank-Filiale in Niederuzwil verbrachte, wurde ihm Einblick in die verschiedenen Abteilungen gewährt. «Ausserdem durfte ich bei einem Beratungsgespräch mit einer Kundin dabei sein. Sie eröffnete ein Konto», sagt er stolz. Wie es sich für einen richtigen Banker gehört, musste aber auch er vor Beginn seiner Austausch-Woche eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.

Anlage-Bereich gefällt dem Anlagen-Bauer nicht

Mitte Woche befüllte Dashmir Iseini zusammen mit Samuel Schenk den Bankomaten mit Noten und ist noch immer beeindruckt davon. «Es war eindrücklich, zu sehen, wie viele Kassetten sich darin befinden und wie alles schön sortiert werden muss.» Weniger Gefallen findet er hingegen bei den Arbeiten rund um den Anlage-Bereich. Bei diesem komplexen Sachverhalt sei es schwierig, die Übersicht zu behalten. «Das geht selbst den KV-Lehrlingen nicht anders», beschwichtigt Samuel Schenk. Diesem blühen Kräftezehrende Arbeiten und tagelanges Stehen. Er sagt dazu: «Ich habe grossen Respekt vor dieser Arbeit. Aber es wird schon irgendwie gehen.»

Projekt «Seitenwechsel» nimmt Fahrt auf

Es ist das vierte Mal, dass die Raiffeisenbank Regio Uzwil das Projekt «Seitenwechsel» durchführt. Jedes Mal sind je ein Lernender der Bank sowie ein Lernender eines KMU aus der Region aus einem anderen Berufsfeld beteiligt. Aktuell findet der Austausch mit der Firma Elkuch Eisenring statt. In anderen Jahren verbrachten die KV-Lehrlinge eine Woche lang in der Gastronomie, etwa im Service oder in der Küche, und auf dem Bau. Diese besonderen Erfahrungen sollen gemäss der Raiffeisenbank Regio Uzwil den Horizont öffnen, das unternehmerische Denken fördern sowie das Verantwortungsbewusstsein steigern. Womöglich wird das Projekt auf je zwei Lehrlinge ausgebaut, die miteinander die Rollen tauschen. (ad)

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