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Lehrer, Wappenkenner und Ahnenforscher

In St. Gallen verstarb im Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren der St. Galler Bürger Dr. ing. agr. ETH Ernst Walter Alther. Zu Recht trug er seinen Titel mit Stolz.
Beatrice Mäder-Bernet
Ernst W. Alther, 1918 – 2013. (Bild: Archiv «Volksfreund»)

Ernst W. Alther, 1918 – 2013. (Bild: Archiv «Volksfreund»)

In St. Gallen verstarb im Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren der St. Galler Bürger Dr. ing. agr. ETH Ernst Walter Alther. Zu Recht trug er seinen Titel mit Stolz. Im Laufe der jahrzehntelangen Tätigkeit als Lehrer an der Landwirtschaftlichen Schule Flawil unterrichtete der Verstorbene die jungen Landwirte in agrokulturchemischen Fächern. Der nachhaltige Schutz des ertragfähigen Bodens war ihm ein grosses Anliegen. Unermüdlich setzte er sich ein für naturgerechten Landbau, warnte schon früh vor Bodenverschmutzung und -verdichtung. Im Bodenschutz wirkte er gesamtschweizerisch pionierhaft. Viele seiner äusserst zahlreichen Publikationen befassten sich bereits mit Umweltschutz, als dieses Thema noch nicht populär war; Ernst Alther wurde sogar belächelt für Visionen, die später bittere Wirklichkeit geworden sind.

Das Verzeichnis der Werke Althers in Bodenkunde umfasst weit über hundert Titel. In der Verwaltungsbibliothek des Kantons St. Gallen liegen Publikationen auch in französischer und englischer Sprache; dazu kommen Werke und Handbücher, die in Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftern im In- und Ausland erschienen sind.

In überaus zahlreichen Veröffentlichungen befasste er sich mit Heraldik, zum Beispiel mit den Wappen der St. Galler Äbte und denen der Stadtsanktgaller Bürger. Er war ja selber stolzer Stadtsanktgaller; so war es auch richtig, dass Ernst Alther sein letztes Lebensjahr, seinem Wunsch entsprechend, im Altersheim Singenberg, seinerzeit geschaffen als Einrichtung der Bürgergemeinde, verbrachte.

Ein profunder Wappenkenner

Als 1973 das Kantonswappen revidiert werden sollte, befasste sich der Heraldiker Ernst Alther im Auftrag des Staatsarchivs eingehend damit. Hingegen wollte er sich nicht mehr mit dem Wiler Bären und der Bronschhofer Schnecke anlegen, die sich einander aus Fragen der Courtoisie, der Höflichkeit in den Wappenregeln, hätten zuwenden müssen. «Fragt mich nicht mehr, ich bin es müde…»

Eine wahre Leidenschaft

Auf dem Gebiet der Genealogie hat Alther Grosses geleistet. Schon als Schüler hatte er begonnen, seine Vorfahren, die Metzgermeister Alther von St. Gallen, zu erforschen. Im Lauf seines langen Lebens gelang es ihm, den Ursprung der Familie bis auf Karl den Grossen zurückzuführen. Wenn man vier bis fünf Generationen pro hundert Jahre rechnet, sind das über fünfzig. Akribisch genau forschte er in schweizerischen und europäischen Archiven, um die Daten zusammenzutragen. Das so entstandene Werk, Textband und Ahnentafelband sind seinen drei Enkeln, den Geschwistern Alther gewidmet.

Viele andere Familien erforschte der Genealoge wie die Forrer von Wildhaus und Nesslau 1958, Scherrer von Nesslau 1966, Egger von Eggersriet 1975 und andere mehr. Ganz grosse Familienforschung leistete Ernst Alther für das Dorf Curio im Tessin. Dort verbrachte der Gelehrte während vieler Jahre seine «Aktivferien», wie Professor Georg Thürer sie nannte. Zwanzig Jahre Forschen und Sammeln wandte Alther auf, bis der instruktive Band «Curio e Bombinasco dagli albori» (von seinen Anfängen 1196) in italienischer Sprache 1993 gedruckt werden konnte.

Um die 120 Stammtafeln der 33 Curieser Familien zu erstellen, forschte der Genealoge in Como, Milano, Stuttgart und an anderen Orten nach den Avanzini, Andina, Visconti; zwei Generationen der Visconti von Curio bauten in Pavlowsk die Residenz für den russischen Zaren. Ein besonderes Verdienst des Autors ist es, jeweils auch die Töchter der Namensträger und ihre späteren Gatten aufzuführen.

«Nostro Signore Alt'err» wurde in Anerkennung seiner grossen Verdienste um das Tessiner Dorf 1994 erster Ehrenbürger der Gemeinde Curio.

St. Gallen bedankte sich 1999 mit dem Anerkennungspreis der St. Gallischen Kulturstiftung beim Bodenkundler, Wappen- und Familienforscher Ernst W. Alther.

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