Lebensqualität im Fokus

Urs Feierabend, Künstler und Kommunikationsexperte, ist nach dreijähriger Reiseabsenz wieder zurück. In der Fabrik am Freudenberg hat er für seine «Janus» neue Räume bezogen.

Carola Nadler
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In der ehemaligen Fabrik am Freudenberg hat «Janus» seine neuen Räume eröffnet. (Bild: can.)

In der ehemaligen Fabrik am Freudenberg hat «Janus» seine neuen Räume eröffnet. (Bild: can.)

oberuzwil. «Wir haben die Vision der neu aufgestellten Janus geschärft und ein <Hot&Spicy>-Paket mit dem Janus-Network geschnürt», heisst es in der Einladung zu den Ausstellungstagen der vergangenen Woche.

Zurück mit neuen Visionen

Eine längere Auszeit habe man hinter sich, schreibt Urs Feierabend, «wir haben in den letzten drei Jahren viel Zeit in Frankreich und auf Reisen verbracht». Nun sei man zurück. Zurück mit neuen Visionen, Ideen, Projekten. Projekten, die bereits auf Hochtouren laufen, aber noch nicht spruchreif sind, wie das Internet-Projekt, von dem erst berichtet werden darf, wenn es online geht. «Zu schnell wird heute eine Idee geklaut und kopiert», meint Urs Feierabend. Doch was er davon erzählt, ist trendig, greift Mainstream auf, geht Schritte weiter. Ist visionär. Janus: Der alte doppelköpfige Gott der Griechen wirft seinen Blick sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Das Janus-Projekt von Urs Feierabend hat diesem symbolhaften Kopf eine dritte Silhouette hinzugefügt: Der dritte Janus schaut in die Gegenwart, ist im Hier und Jetzt verortet, greift die Bedürfnisse der Gesellschaft auf.

Management meets Kunst

Networking-Day und Meeting-Time, man gibt sich global, betoniert aber noch keinen Weg, man ist offen für Inputs, neue Ideen: «Nach den Sommerferien wollen wir bis November in Pioneering-Meetings unsere Richtung aufgleisen.»

Zuvorderst ist in der Fabrik am Freudenberg ein grosser Raum eingerichtet. Der Platz macht neidisch, vollstellen möchte man ihn. Gezielt vollstellen, mit Trouvaillen, Wertvollem, sich mit Schönem umgeben. Mit viel Raum dazwischen.

Was hier bereits geschehen ist: Designer-Möbel, ein ausgestopfter Rabe, Kunstbücher, gelbe und orange Raumobjekte ohne Sinn – ausser dem, die Sinne des Betrachters zu erfreuen – Lebensqualität. «Form follows function» ist passé. Und genau das ist das Stichwort, das Werner Müller, Projekt-Partner, ins Spiel bringt: «Unser Fokus soll der Lebensqualität gelten.»

Die Natur kopieren

Um nachhaltigen Genuss unterstützen zu können, brauche es interdisziplinäre Arbeit, so Müller. Ohne Vernetzung könne man heute nicht mehr nachhaltig arbeiten. Die Natur macht es vor, Natur funktioniert immer vernetzt, und diese biologischen Muster gelte es zu übernehmen, zu abstrahieren, zu portieren, beispielsweise in Bildungssysteme oder Kulturarbeit. Neu ist dieses Vorgehen im Prinzip nicht, schon immer hat der Mensch sein Vorbild in der Natur gefunden, versucht, diese zu kopieren. Doch wie das Beispiel des Schneiders von Ulm mit dem ersten Versuch eines Menschenfluges zeigt, ist die Kopie niemals so unfehlbar wie das Original: Jener hatte damals noch keine Kenntnisse über die starken Fallwinde über der Donau.

Neue Galerieräume

Lebensqualität heisst also der Markt der Zukunft – und kein Markt könne sich dem längerfristig entziehen. «Wir wollen Stimulation über alle emotional-sinnlichen Kanäle erreichen», so Feierabend: Essen, Geruch, Bewegung, Hören und Sehen, was sich einerseits in der Atelierarbeit niederschlagen, andererseits sein Abbild im Internet finden wird.

Im Augenblick bereitet Urs Feierabend den Bezug neuer Galerieräume im Erdgeschoss vor, in denen er nebst Objekten aus seinen eigenen neuen Arbeiten Werke Kulturschaffender aus der Region zeigen wird.

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