Lebenserfahrung der Alten nutzen: Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi regt zur Schaffung eines Seniorenrats an

Eine wichtige Gruppe von Wilerinnen und Wiler sei bisher, was Partizipation angeht, vernachlässigt worden, findet Stadtparlamentarier Erwin Böhi. In einer Interpellation macht er einen Vorschlag, um dem entgegenzuwirken: ein Seniorenrat, in dem ältere Menschen für ihre Bedürfnisse einstehen können.

Gianni Amstutz
Drucken
Teilen
Etwa 30 Prozent der Wiler Bevölkerung gehört der älteren Generation an. Ein Seniorenrat soll ihnen eine Stimme geben.

Etwa 30 Prozent der Wiler Bevölkerung gehört der älteren Generation an. Ein Seniorenrat soll ihnen eine Stimme geben.

Bild: PD

Die Stadt Wil macht viel, damit alle Gruppen der Gesellschaft das Leben in Wil mitgestalten können. Mittels Partizipationsvorstoss können sich hier auch Ausländer und Minderjährige politisch Gehör verschaffen, und es wird derzeit die Gründung eines Jugendparlaments aufgegleist. Die Stadt lege unter der Bezeichnung Partizipation zurecht grossen Wert auf die Mitwirkung verschiedener Bevölkerungsteile, findet SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi.

Erwin Böhi, Stadtparlamentarier.

Erwin Böhi, Stadtparlamentarier.

Gute Erfahrungen habe Wil auch mit dem Partizipationsprozess im Rahmen der Ausarbeitung der neuen Gemeindeordnung nach der Fusion mit Bronschhofen gemacht. Und das Stadtentwicklungskonzept sei ebenfalls unter der Mitwirkung von zahlreichen Wilerinnen und Wilern erarbeitet worden.

Dennoch: Eine wichtige Gruppe sei bisher, was Partizipation angeht, aber vernachlässigt worden. Er sagt:

«Eine Partizipationslücke besteht für den älteren Bevölkerungsteil.»

Und dies, obwohl die ältere Generation rund 30 Prozent der Wiler Bevölkerung ausmache und weiter zunehme.

Senioren sollen für sich eintreten

Erwin Böhi will diesem Manko mit der Erweiterung der Partizipation auf die ältere Generation durch die Gründung eines Seniorenrats entgegenwirken. Im Gegensatz zu Minderjährigen oder Ausländern hat die ältere Generation aber bereits die Möglichkeit zur politischen Teilhabe. Doch Böhi geht es um etwas anderes. Es existiere kein Gremium, das als Sprachrohr der Alten fungiere. Ausserdem bringe es der Rückzug aus dem Berufsleben mit sich, dass viele Personen, die bis zum Erreichen des Pensionsalters aktiv am öffentlichen Leben teilgenommen hätten, ihre Interessen aufgrund fehlender Möglichkeiten weniger einbringen könnten.

Zwar gebe es Institutionen und Organisationen, die sich mit Fragen des Alters auseinandersetzen, bei diesen kämen jedoch hauptsächlich Experten zu Wort. Das soll im Seniorenrat, der Erwin Böhi vorschwebt, anders sein. Hier sollen die Senioren selbst für sich und ihre Bedürfnisse eintreten können.

Seniorenrat nach Vorbild von Luzern

Der Seniorenrat soll dabei selbst Anliegen einbringen können sowie auch vom Stadtrat beratend beigezogen werden, wenn es um Projekte geht, die das Alter betreffen.

Böhi schlägt deshalb die Gründung des Rats als stadträtliche Kommission vor. Dies habe den Vorteil, dass der Stadtrat die Mitglieder repräsentativ zusammenstellen könne sowie dass – anders als etwa bei einem selbstständig gegründeten Verein – eine Verbindung zur Verwaltung bestehen würde. In Luzern bestehe in dieser Form bereits ein Seniorenrat, und die Stadt habe gute Erfahrungen damit gemacht.

Ein riesiges Potenzial für die Stadt

In seiner Interpellation will Erwin Böhi vom Stadtrat deshalb wissen, ob dieser bereit dazu ist, ein Partizipationsforum in der Form eines Seniorenrates zu schaffen. Zudem erkundigt er sich, ob es auf der Grundlage der Gemeindeordnung möglich ist, diesen Seniorenrat als neue stadträtliche Kommission einzusetzen.

Böhi betont nochmals, dass die Gründung eines Seniorenrats angesichts des Ziels des Stadtrats, möglichst allen Gruppen eine Mitsprache bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens zu geben, nur konsequent wäre. Ausserdem verweist er auf das bisher ungenutzte riesige Potenzial, dass die ältere Generation für die Stadt Wil darstellen könnte.

Mehr zum Thema