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Laura Caluori blickt auf die erste Saison mit ihrer neuen Beachvolleyball-Partnerin zurück: «Der erste Sieg hat uns Mut gemacht»

Die Uzwilerin Laura Caluori hat dieses Jahr ihre erste Saison mit der neuen Spielpartnerin Dunja Gerson absolviert. Die 24-jährige zieht ein positives Fazit. Zudem erklärt sie, wie sie ihr Manko kompensiert – und weshalb sie und die 22-jährige Bernerin einem chinesischen Taxifahrer auf Schweizerdeutsch antworteten.
Tim Frei
Mit 1,82 Metern zählt Laura Caluori zu den kleinsten Beachvolleyballerinnen. (Bilder: Thomas Hary)

Mit 1,82 Metern zählt Laura Caluori zu den kleinsten Beachvolleyballerinnen. (Bilder: Thomas Hary)

Es gibt zwei Typen von Sportlern. Jene, die aufgrund ihrer Anlagen für den Erfolg prädestiniert sind. Und jene, die Nachteile ihrer physischen Voraussetzungen mit anderen Fähigkeiten wettmachen. Laura Caluori gehört zur zweiten Sorte.

Mit einer Grösse von 1,82 Metern überragt sie im Alltag zwar viele Frauen, doch im Beachvolleyball gehört die Uzwilerin zu den kleinsten Athletinnen. Als Blockerin am Netz, welche die gegnerischen Angriffe abwehren muss, fällt das umso mehr ins Gewicht. Und trotzdem hat es die 24-Jährige bis ins B-Kader des Nationalteams geschafft. Wie hat sie ihren Nachteil, was die Grösse betrifft, kompensiert?

Spielwitz als grosse Stärke

Bereits im Kindesalter wurde sie mit der Thematik konfrontiert: Laura Caluori war nicht nur die jüngste, sondern auch die kleinste von drei Schwestern. Das entmutigte sie aber nicht. Wie Livia und Vera schlug auch sie den Weg zur Volleyballerin ein und lernte das Einmaleins der Sportart – erst später wechselte sie zum Beachvolleyball. Caluori sagt:

«Davon profitiere ich noch heute. Ich weiss genau, wie ich mich im Sand bewegen muss, um den Nachteil meiner Grösse wettzumachen.»

Wie also bewegt sie sich auf dem Beachvolleyball-Feld? «Ich versuche mit den Gegnerinnen zu spielen», sagt Caluori. Ihre Spielpartnerin Dunja Gerson ergänzt:

«Sie ist viel unterwegs auf dem Feld, lockt die gegnerischen Spielerinnen auf eine falsche Fährte mit Verlagerungen zur Seite und nach hinten.»

Die Uzwilerin ist aber nicht nur eine Defensivkünstlerin, auch der Angriff gehört zu ihren Stärken. «Sie bringt viel Power in unser Spiel», so Gerson. Dafür investiert Caluori viel ins Athletiktraining, das vor der Saison dreimal wöchentlich stattfindet. In diesen Einheiten arbeitet sie unter anderem an ihrer Sprungkraft. Dies helfe ihr ebenfalls, um ihr Manko betreffend die Grösse wettzumachen.

Dreimal im Hauptfeld an World-Tour-Turnieren der zweithöchsten Stufe

Seit Anfang dieses Jahres spielen Caluori und Gerson zusammen. Hintergrund: Der Verband entschied Ende des vergangenen Jahres, die Teams im B-Kader zu verändern. Zuvor hatte Caluori mit Elena Steinmann ein Duo gebildet und Gerson mit Nicole Eiholzer zusammengespannt.

Mitte Oktober beendeten Caluori und Gerson ihre erste gemeinsame Saison mit zwei Turnieren in China. Und dies mit Erfolg: Dreimal qualifizierten sie sich an World-Tour-Turnieren der zweithöchsten Stufe fürs Hauptfeld – in Xiamen, Itapema und Moskau. Beim Turnier der höchsten Stufe in Gstaad starteten sie dank einer Wildcard bereits im Hauptfeld.

In Mersin und Qinzhou unter den besten zehn Teams

Nebst der Hauptfeld-Qualifikation waren Turnier-Platzierungen unter den besten zehn Teams ein Ziel des Beachvolleyball-Duos. Auch dies erreichten sie. In Mersin und Qinzhou, zwei Turniere der dritthöchsten Stufe, klassierten sie sich auf dem neunten Rang.

Beim ersten gemeinsamen Auftritt, in Fort Lauderdale, an einem Turnier der höchsten Stufe, verpassten sie zwar den Sprung ins Hauptfeld. Und trotzdem war die Premiere in Florida ein voller Erfolg und wegweisend für den weiteren Saisonverlauf. Schliesslich feierten sie dort ihren ersten Sieg als Duo auf der World-Tour. «Das hat uns Mut gemacht und gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Caluori.

Sie schläft gerne und sei es nur für drei Minuten

Die Gründe, weshalb die zwei Frauen bereits im ersten Jahr so gut miteinander harmonieren, sind vielfältig. Da wäre zuerst einmal, dass sich die beiden bereits vom gemeinsamen B-Kader-Training kennen. Caluori sagt:

«Es war dann aber eine Umstellung, miteinander zu spielen und zusammen von Turnier zu Turnier zu reisen.»

Sie hätten sich so immer besser kennengelernt. Gerson weiss nun, dass ihre Partnerin gerne schläft: «Sie macht nicht einfach ein Nickerchen am Nachmittag, sondern legt sich am ganzen Tag zwischen den Trainings mehrmals hin – oder auch nur für drei Minuten nach dem Frühstück.» Caluori gesteht: «Ich schlafe wirklich sehr gerne.»

Ungeduld ist ihre Schwäche

Durch das Kennenlernen wüssten sie auch, wie sie sich gegenseitig motivieren könnten und wo die Schwächen und Stärken der Partnerin liegen. So sei Caluori auf dem Feld authentisch und zeige ihre Emotionen – ob positiv oder negativ. «Wenn etwas nicht so läuft wie erwünscht, fällt es ihr schwer, dies zu verstecken», so Gerson. Und auch Caluori meint: «Meine Ungeduld ist wohl meine Schwäche.» Doch mit ihren Emotionen verleihe die Uzwilerin ihnen genauso positive Energie, sagt die Bernerin.

Sie zeigt eine andere Präsenz im Spiel als im Training

Auch eine wichtige Rolle für den Erfolg des Duos liegt darin, dass sich die Frauen in vielen Dingen ähnlich sind. So sind beide nicht nur ehrgeizig, sondern auch mehr der Spiel- als der Trainingstyp. «Laura zeigt im Spiel eine ganz andere Präsenz als im Training», sagt die 22-jährige Gerson.

Und noch bei etwas Anderem sind die zwei Athletinnen auf derselben Wellenlänge – beide lieben den Humor. So haben sie in China einem Taxifahrer auf Schweizerdeutsch geantwortet. Caluori sagt:

«Da er nicht Englisch konnte und uns nicht verstand, spielte das sowieso keine Rolle.»

Schliesslich hätten sie mit Händen und mithilfe der App Google Maps versucht, ihm den Weg zum Zielort zu erklären. Mit zwei Stunden Verspätung kamen sie schliesslich an. «Da wir am Morgen keine Spiele hatten, nahmen wir das Ganze mit Humor.»

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