Laufend mehr Hilfesuchende

Die Soziale Fachstelle Unteres Toggenburg hat neue Räumlichkeiten an der Toggenburgerstrasse in Bazenheid bezogen. Ein Ausbau der Fachstelle wurde nötig, weil immer mehr Personen in immer schwierigeren Situationen Hilfe suchen.

Natalie Brägger
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BAZENHEID. Genau 30 Jahre nach der Gründung des Sozialdienstes Bazenheid-Kirchberg-Gähwil, der Vorläufer-Organisation der heutigen Sozialen Fachstelle Unteres Toggenburg (SFUT), hat diese neue Räumlichkeiten bezogen. An der Toggenburgerstrasse 1b, wo zuvor ein Fitnesscenter beheimatet war, wurden auf rund 320 Quadratmetern moderne und freundliche Büroräumlichkeiten eingerichtet.

«Zukunftsorientierte Lösung»

Die Soziale Fachstelle Unteres Toggenburg wird von einem Verein getragen, dem die Gemeinden Kirchberg, Lütisburg, Bütschwil, Mosnang, deren Katholischen und Evangelischen Kirchgemeinden sowie die Micarna SA angehören. Zuvor war die Soziale Fachstelle an der Wilerstrasse 15 in Bazenheid beheimatet. Dort war die Situation unbefriedigend, da die engen Platzverhältnisse nicht immer die gewünschte Diskretion zuliessen, die bei Beratungen nötig ist. Der Sozialbereich habe sich in den vergangenen Jahren entwickelt, erklärte Christoph Häne, Gemeindepräsident von Kirchberg und Präsident des Trägervereins der SFUT, an der gestrigen Pressekonferenz. «Die Tendenz zeigt, dass die sozialen Hilfebedürfnisse viel komplexer, langwieriger und aufwendiger werden», betonte er. Darum wurden nicht nur neue Räume bezogen, sondern auch der Stellenplan wurde angepasst. Zurzeit arbeiten auf der Fachstelle sieben Mitarbeitende zu 520 Stellenprozenten. «Mit den neuen Räumen haben wir bewusst eine zukunftsorientierte Lösung gewählt», erklärte Christoph Häne. Räumliche Reserven seien vorhanden, auch habe man nun Platz, um Praktikanten auszubilden. Der Standort sei «hervorragend», fügte Christoph Häne an. «Wir sind sehr nahe am Bahnhof und trotzdem nicht direkt an der Strasse, was eine gewisse Diskretion zulässt», so der Präsident. Der Mietvertrag für die neuen Räumlichkeiten wurde auf zehn Jahre fixiert mit einer Option auf Vertragsverlängerung für weitere fünf Jahre.

Rund 400 Klienten pro Jahr

Stellenleiter Daniel Possa ging auf die Tätigkeiten der SFUT ein. Im vergangenen Jahr suchten total 400 Klienten Hilfe auf der Fachstelle. Den grössten Aufwand verursachen dabei die sogenannten gesetzlichen Klienten, bei denen die Fachstelle die Führung von vormundschaftlichen Massnahmen übernimmt.

Neben der Amtsvormundschaft bietet die Fachstelle auch diverse kostenlose Beratungen an. Dazu gehören unter anderem Suchtberatungen. Diese können nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige oder Arbeitgeber in Anspruch nehmen. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels wurde dieser Beratungsbereich von der Alkoholberatung auf die Beratung bei Medikamenten-, Internet- und Spielsucht, aber auch Essstörungen ausgebaut.

Ein dritter Aufgabenbereich umfasst die Sozialberatung. Dazu gehören Paar- und Familien-, Erziehungs-, Budget- wie auch Trennungs- und Scheidungsberatungen. Ebenfalls angeboten werden Hilfestellungen bei der Schuldensanierung und allgemeine finanzielle Abklärungen. «Wir haben ein sehr breites Angebot», betonte Daniel Possa. Diese vielfältige Ausrichtung ist dem Trägerverein denn auch wichtig. «Gerade bei Alkoholproblemen kommen bei den Betroffenen oft noch andere Probleme dazu», sagte Christoph Häne, «hier können wir sie ganzheitlich beraten.» Die SFUT verfügt zudem über ein gutes Netzwerk, um die Klienten an die entsprechenden spezialisierten Stellen weiterzuleiten.

Kosten werden aufgeteilt

Im vergangenen Jahr hat die Soziale Fachstelle Unteres Toggenburg einen Aufwand von rund 682 000 Franken verbucht. Dieser wird von den Mitgliedern des Trägervereins getragen, wobei ein Viertel der Kosten nach Einwohnerzahl der Gemeinden aufgeteilt wird, drei Viertel nach Verursacherprinzip.