Langfristig denken

Am 28. April stimmt Uzwil über das neue Gemeindehaus an der Lindenstrasse ab. Dort will der Gemeinderat alle Verwaltungsdienstleistungen unter einem Dach vereinen. Kundenfreundlich, zukunftsorientiert und effizient.

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Das Gutachten über das neue Verwaltungsgebäude an der Lindenstrasse liegt bald in den Briefkästen. (Bild: zVg)

Das Gutachten über das neue Verwaltungsgebäude an der Lindenstrasse liegt bald in den Briefkästen. (Bild: zVg)

UZWIL. Die Bürgerschaft skizzierte mit verschiedenen Entscheiden den Weg zur neuen Verwaltungsinfrastruktur.

Bürger weisen den Weg

Die Bürgerversammlung wollte ein eigenständiges Gemeindehaus, keine Mietlösung. Entschied sich für den Standort Lindenstrasse. Sprach Geld für den Architekturwettbewerb. Legte Millionen in die Vorfinanzierung. Und die Bürgerschaft wollte über das neue Gemeindehaus entscheiden, bevor aufwendig projektiert wird. Diese Entscheide beinhalten die Chance, in Uzwil die lange Zeit der Provisorien zu beenden. Sie gaben dem Gemeinderat die Möglichkeit, den angefangenen Weg weiterzugehen. Nun unterbreitet er den Kredit zur Abstimmung.

Zeithorizont

Lucas Keel: «In der Gemeindehausfrage ist der Faktor Zeit entscheidend. Sucht man eine Lösung für wenige Jahre? Oder eine Lösung für Jahrzehnte? Wir sind überzeugt: auch in Jahrzehnten gibt's in Uzwil Verwaltungsdienstleistungen. Deshalb kann und muss der Horizont langfristig sein. Und langfristig ist das Gemeindehaus an der Lindenstrasse für die Steuerzahlenden die günstigste Lösung. Die beste Lösung ist es von Beginn weg.»

Vorfinanzierung auflösen

19,3 Millionen Franken kostet das neue Gemeindehaus. Die Vorfinanzierung reduziert das auf 12,5 Millionen Franken. Betrieb und Finanzierung werden sich um knapp zwei Steuerprozente verteuern. Diese Belastung verträgt der Haushalt. Sie liegt im Streubereich der Budgetgenauigkeit. Die geprüften Alternativen kosten ähnlich viel mehr, je nach Zeithorizont. Das neue Gemeindehaus dient Generationen. In 25 Jahren ist es finanziert. Dann wird es zur günstigen Lösung. Nach spätestens 35 Jahren wird das Gemeindehaus an der Lindenstrasse mit Sicherheit günstiger als eine Mietlösung oder die Fortsetzung des dezentralen Wegs. Dies zeigen die Modellrechnungen im Gutachten.

Das neue Haus in Kürze

Im neuen Gemeindehaus an der Lindenstrasse wird die Verwaltung unter einem Dach kundenfreundlich, zukunftsorientiert und effizient zusammengeführt. Mit jedem Verkehrsmittel gut erschlossen. Dort ist Vergangenheit, was Kunden heute im Gemeindehaus stört, was der Gemeindeverwaltung die Arbeit erschwert. Das ganze Gemeindehaus ist barrierefrei zugänglich. Der Lift führt Besucher mit Kinderwagen, Rollators oder gehbehinderte Menschen in die oberen Stockwerke. Das Raumkonzept ist flexibel. Das gibt freie Hand, das Haus im Verlaufe der Jahrzehnte immer wieder an neue Bedürfnisse anzupassen.

Natürlich ist das Gemeindehaus energetisch vorbildlich. Es ist ein zweckmässiger und funktionaler Bau. Robust. Auf lange Lebensdauer ausgerichtet. Schalteranlagen gewährleisten für die Kunden Diskretion in vertraulichen Angelegenheiten. Die Kunden- und Mitarbeiterzonen sind getrennt. Das gibt dem Personal Sicherheit für anspruchsvolle Vollzugsaufgaben.

Das Haus beinhaltet Reserven für Uzwils Entwicklung. Sollte Uzwil später mit einer oder mehreren Nachbargemeinden fusionieren, sollten langfristig im grossen Stil Verwaltungsdienstleistungen in Uzwil regionalisiert werden, lässt der Standort Lindenstrasse das zu. Die Gemeinde hat sich eine benachbarte Liegenschaft gesichert. Dorthin kann das Gemeindehaus von späteren Generationen erweitert werden, wenn es nötig wird. Wichtig ist die Möglichkeit.

Schlank und fit in die Zukunft

Uzwils Verwaltung ist schlank und fit. Das muss sie auch künftig sein können. Dazu brauchts Veränderungen. Eine neue räumliche Organisation ist nötig, um die Prozesse optimieren zu können. Das Gemeindehaus an der Lindenstrasse bietet gute Voraussetzungen dazu. In der Beurteilung des Gemeinderates ist es die deutlich bessere Lösung als etwa den dezentralen Weg fortzusetzen, dafür Millionen zu investieren. Oder die gesamte Verwaltung in geeigneten Räumen einzumieten. Das kann kurzfristig eine günstige Lösung sein, langfristig ist mieten deutlich teurer als selber bauen. Diese Erfahrung hat Uzwil mit der Miete des Gemeindehauses Bahnhofstrasse 115 und des Schulsekretariates gemacht.

Die Abstimmungsvorlage gelangt in den nächsten Tagen zu den Stimmberechtigten. Schon jetzt ist sie auf der Uzwiler Homepage im Bereich Aktuelles/ Gemeindehaus verfügbar. Am 4. April findet um 20 Uhr im Niederuzwiler Feuerwehrdepot ein überparteilicher Informationsabend zur Gemeindehausvorlage statt. (gk.) ?

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