Langes Warten auf neuen Werkhof

Rolf Betschart, Leiter des Uzwiler Bauamts, bezeichnet die Arbeit seines neunköpfigen Teams als streng und anforderungsreich. Er hofft, dass ein Neubau des Werkhofs bald realisiert werden kann. Das wiederholt hinausgeschobene Vorhaben findet sich in der Investitionsplanung.

Philipp Stutz
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Bauamtsleiter Rolf Betschart und seine Mitarbeiter haben die Pfadschlitten auf Vordermann gebracht – der Winter kann kommen. (Bilder: Philipp Stutz)

Bauamtsleiter Rolf Betschart und seine Mitarbeiter haben die Pfadschlitten auf Vordermann gebracht – der Winter kann kommen. (Bilder: Philipp Stutz)

NIEDERUZWIL. «Bei meinem Stellenantritt vor 20 Jahren hat mir der damalige Gemeindepräsident Werner Walser versichert, ein Neubau des Werkhofs sei bereits in Planung», sagt Rolf Betschart und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Befinden sich doch Maschinen und Geräte noch immer in einer alten Scheune im Büelhof, in weiteren Unterständen gleich gegenüber, am Hummelweg, im Töbeli und im Dorfgebäude am Marktplatz. Wer Betscharts bescheidenes Büro aufsuchen will, hat erst eine steile Treppe zu erklimmen. Und wer Signalschilder im oberen Stock eines Nebengebäudes zu Gesicht bekommen will, für den ist Schwindelfreiheit eine Notwendigkeit.

Mit Lärm verbunden

«Die Zu- und Wegfahrt ist eng und während des Winterdienstes wegen des Pfadschlittens mit Lärm verbunden», schildert Betschart die Situation mitten in einem Wohngebiet. Anwohnern sei das schlecht zuzumuten. Um Salz zu laden, muss zuerst das Depot am Hummelweg angefahren werden.

Der Werkhof nimmt sich bescheiden aus. Scheunen dienen als Fahrzeughallen. Der Mechaniker verrichtet seine Arbeit in einem ehemaligen Pferdestall. Aufenthaltsraum, Küche und Garderoben für Bauamtsmitarbeiter sind alles andere als zeitgemäss. Um die feuerpolizeilichen Vorschriften zu gewährleisten, ist der Raum, in dem sich Öl und Benzin befinden, saniert worden. Mulden, in denen nicht selten übelriechende Abfälle zwischengelagert werden, befinden sich in unmittelbarer Nähe zu einem Mehrfamilienhaus.

Maschinen auf neustem Stand

Der Neubau eines Werkhofs hat die Gemeinde aus finanziellen Gründen immer wieder hinausgeschoben. Nicht gespart wurde hingegen bei Einsatzmitteln. «Um rationell arbeiten zu können, benötigen wir einen modernen Maschinenpark», zeigt sich Rolf Betschart überzeugt. Darauf habe der Gemeinderat stets besonderen Wert gelegt. Und so sind auch im Investitionsplan zwischen 2015 und 2019 jährlich zwischen 100 000 und 150 000 Franken für den Ersatz von Fahrzeugen und Maschinen vorgesehen.

Die Aufgaben des Werkhofs sind vielseitig, manchmal auch unangenehm. Das Leeren der Robidogs oder das Einsammeln von in den Wald geworfenen Kehrichtsäcken sowie von weggeschmissenen Dosen, Flaschen und anderen Verpackungen gehören dazu. Täglich müssen Mitarbeiter des Bauamts rund um die Glas- und Dosensammelstellen aufräumen. Zumal dort immer wieder illegal Kehrichtsäcke deponiert werden.

Tierkadaver gefunden

«Diese Woche haben wir bei der Sammelstelle an der Lindenstrasse einen Tierkadaver gefunden», erwähnt Rolf Betschart ein Beispiel. Werkhofmitarbeiter entsorgen pro Jahr 160 Kubikmeter Material aus Schmutzfängen der Bäche. Mit der Maschine wird jährlich 370 Kubikmeter Dreck in rund tausend Arbeitsstunden zusammengewischt. Mitarbeiter erledigen auch kleinere Reparaturen an Strassen.

Bauamtsmitarbeiter werden zudem bei Unfällen aufgeboten. Wird ein Zaun oder eine Strassenlampe umgefahren, muss der Pikettdienst jederzeit bereitstehen. Rolf Betschart betont, dass die Aufgaben interessant seien, aber von Mitarbeitenden hohe Flexibilität verlangten. Zudem seien die Arbeiten entlang von Strassen nicht ungefährlich.

Für Winter gerüstet

Die Gemeinde benötigt pro Winter rund 350 Tonnen Salz für die Strassen. «Geräte haben wir auf Vordermann gebracht», sagt Betschart, «wir sind parat.» Wichtig sei es, mit möglichst wenig Streumengen auszukommen. Dazu würden Salzmaschinen auf die jeweilige Strecke vorbereitet und entsprechend justiert. «Wir verwenden lediglich zwischen 5 und 15 Gramm Salz pro Quadratmeter», betont Betschart. Die Beseitigung des Laubs zählt zurzeit zu den Hauptaufgaben. Zudem werden Sträucher zurückgeschnitten, um den Winterdienst nicht zu beeinträchtigen. Gleich sollten sich Privathaushalte verhalten, sagt der Leiter des Bauamts. Auch wildes Parkieren beeinträchtige die Räumungsarbeiten.

«Für eine effiziente Arbeitsweise ist eine Zentralisierung des Werkhofs erforderlich», bilanziert Rolf Betschart. Ein möglicher neuer Standort befinde sich östlich der Technischen Betriebe am Hummelweg. Der 57-Jährige hofft, dass ein neues Gebäude bald Tatsache wird, und möchte bei den Planungsarbeiten gerne behilflich sein.

Der Werkhof der Gemeinde Uzwil ist noch immer in einer Scheune im Büelhof untergebracht.

Der Werkhof der Gemeinde Uzwil ist noch immer in einer Scheune im Büelhof untergebracht.