LANDWIRTSCHAFT: Noch nie so viel Gras getrocknet

Das unbeständige, nasse Wetter im Frühjahr und die hohen Erntemengen im Herbst haben der Trocknungsanlage in Niederuzwil ein Rekordjahr 2016 beschert.

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Auf dem Tröcknibänkli können sich Werner und Franziska Kesseli nach ihrer langjährigen Tätigkeit ausruhen. (Bild: PD)

Auf dem Tröcknibänkli können sich Werner und Franziska Kesseli nach ihrer langjährigen Tätigkeit ausruhen. (Bild: PD)

2016 hat die Trocknungsanlage in Niederuzwil so viel Gras getrocknet wie noch nie in ihrer Betriebsgeschichte. Das unbeständige, nasse Wetter im Frühjahr und die hohen Erntemengen im Herbst haben dazu geführt, dass die Landwirte rund 1334 Tonnen getrocknetes Gras produzieren liessen. Die Maisernte war durchschnittlich. Je nach Feld hat das nasse Frühjahr die Kulturen mehr oder weniger beeinträchtigt. Die Erntebedingungen im Herbst waren hingegen ideal, die getrockneten Mengen erreichten knapp die Vorjahreswerte.

Während Anfang der 1970er-Jahre fast ausschliesslich Gras getrocknet wurde, liefern die Landwirte heute mehr Mais. Der Maisanbau in der Region hat über die Jahrzehnte stets zugenommen und die Pflanze hat einen wichtigen Bestandteil in der Milchviehfütterung eingenommen. Seit rund 20 Jahren können die Landwirte in der Trocknungsanlage auch Getreide trocknen.

Selbsthilfeorganisation für die Landwirtschaft

Obwohl die Trocknungsanlage im Kern die gleiche ist, wurde viel in die technische Weiterentwicklung investiert. Die Qualität der Trockenprodukte sowie eine effiziente und kostengünstige Produktion seien dabei stets im Mittelpunkt gestanden, betont Verwaltungsratspräsident Präsident Lukas Kessler.

Die Konstante in der Geschichte der Trocknungsanlage Niederuzwil AG ist der Zweck als Selbsthilfeorganisation für die Landwirtschaft. Die rund 440 Aktionäre sind vorwiegend Landwirte in der Region, die ihre Produkte in der Trocknungsanlage veredeln lassen. Grösstenteils sind dies Betriebe mit Milchproduktion für die Herstellung von Rohmilchkäse, wo keine Silage verwendet werden darf. Qualitativ hochwertiges Trockenfutter ermöglichen eine grössere Unabhängigkeit vom Wetter und eine ausgewogene Fütterung des Milchviehs mit einheimischem Futter. (red)