Landesverweis und drei Jahre Gefängnis

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Kreisgericht Toggenburg Diese Woche musste sich ein in der Schweiz lebender 39-jähriger Italiener vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verantworten. Die Anklage gegen ihn lautete auf Diebstahl, gewerbsmässigen Diebstahl sowie auf Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, versuchter Hausfriedensbruch und Pornografie, wobei die letzten vier Delikte mehrfach begangen wurden.

Das Kreisgericht Toggenburg folgte bei der Schuldfrage in allen sechs Punkten dem Staatsanwalt. Beim Strafmass blieb es mit drei Jahren Gefängnis ein Jahr unter dem Antrag des Anklägers. Die Untersuchungshaft von 163 Tagen wird angerechnet. Weiter verhängte das Gericht, wie vom Staatsanwalt beantragt, eine unbedingte Geldstrafe von 60 mal 30 Franken sowie einen fünfjährigen Landesverweis gegen den Italiener. Die Gefängnisstrafe ist ein Zusatz zu einer Strafe aus dem Jahr 2012, die der Angeklagte in Appenzell Ausserrhoden erhalten und teilweise abgesessen hat.

Fünf Jahre Landesverweis sind das Minimum

Das Kreisgericht folgte dem Staatsanwalt auch bei der Landesverweisung. Sie soll fünf Jahre dauern, dies entspricht dem Minimum gemäss Artikel 66 Strafgesetzbuch. Dieser Artikel regelt die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative auf Gesetzesstufe. Hingegen verzichtete das Kreisgericht darauf, den Angeklagten, der in der Schweiz aufgewachsen ist, im Schengen-Informationssystem ausschreiben zu lassen.

Der Angeklagte muss zudem die Verfahrenskosten in der Höhe von gut 37000 Franken tragen. Allerdings lebte er vor seiner Verhaftung von Arbeitslosengeldern und von der Sozialhilfe. Das Gericht schützte zudem die Zivilklagen verschiedener Opfer der Diebstähle.

In Kirchberg und in Lütisburg suchte der Angeklagte ein Wohnhaus respektive einen Gewerbebetrieb je fünfmal heim und stahl Wertsachen in der Höhe von 12000 und 11000 Franken (Sachschaden inbegriffen). Im Mattwil im Kanton Thurgau waren es in einem Wohn- und Geschäftshaus 10000 Franken.

Seit Dezember 2016 im Gefängnis

Der Verteidiger konnte am Donnerstag noch nicht sagen, ob sein Mandant Berufung beim Kantonsgericht einlegen wird. Es sei alles offen, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Der Anwalt hatte auf maximal zehn Monate Gefängnis und auf eine Entschädigung für die Überhaft plädiert. Der Angeklagte ist seit seiner Verhaftung im Dezember 2016 im Gefängnis (Untersuchungshaft und vorzeitiger Strafvollzug.)Von einer Landesverweisung seines Mandanten hatte der Anwalt nichts wissen wollen.

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch