Laichgewässer für Amphibien

OBERUZWIL. Im Kanton St.Gallen sind einige Amphibienarten stark gefährdet. Mit Förderprojekten schafft Pro Natura neue Lebensräume für die bedrohten Molche und Kröten. Zurzeit laufen die Bauarbeiten für das Projekt Wilenholz an der Glatt.

Urs Bänziger
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Im Bereich des alten Flusslaufs der Glatt im Wilenholz wurden Teiche angelegt, sie dienen den Amphibien als neue Laichgewässer. (Bild: Urs Bänziger)

Im Bereich des alten Flusslaufs der Glatt im Wilenholz wurden Teiche angelegt, sie dienen den Amphibien als neue Laichgewässer. (Bild: Urs Bänziger)

Von den 14 im Kanton St. Gallen vorkommenden Amphibienarten sind sechs stark gefährdet: Kammmolch, Teichmolch, Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und der Laubfrosch. Besonders kritisch sei die Situation dieser Arten in den Talräumen von Thur und Glatt, sagt der Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell, Christian Meienberger.

Pro Natura hat deshalb ein Projekt zur Förderung der bedrohten Amphibienarten ausgearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Gemeinden werden an über 30 Standorten neue Laichgewässer angelegt oder bestehende aufgewertet. Entlang der Glatt sind in diesem und im vergangenen Jahr schon einige dieser Förderprojekte realisiert worden.

Auen nicht mehr durchflutet

Zurzeit sind die Bauarbeiten für das Amphibien-Förderprojekt Wilenholz im Gang. Das Gebiet an der Glatt liegt in der Gemeinde Oberuzwil, Landbesitzerin ist Pro Natura. Was die Realisierung einfacher macht, denn bei einigen geplanten Projekten laufen noch immer die Verhandlungen mit den Eigentümern. An der Glatt seien die Förderprojekte schon weit fortgeschritten, sagt Christian Meienberger. «Bis auf zwei kleinere Projekte wurden alle umgesetzt.»

Im Wilenholz will Pro Natura wieder einen Lebensraum für Geburtshelferkröte und Gelbbauchunke schaffen. Ihre ursprünglichen Gewässer seien verlandet, erklärt Meienberger. Als Folge der Stauanlage für das Kraftwerk Buchholz bei Flawil transportiere die Glatt keine Geschiebe mehr, und die natürliche Dynamik komme nicht mehr zum Tragen. Durch den Geschiebemangel gebe es keine Erosionen mehr, und das Wasser grabe sich immer tiefer ins Flussbett. Da die Auen am Ufer nicht mehr durchflutet werden, fehlen den Amphibien die Laichgewässer.

Mit künstlich angelegten Teichen sind im Wilenholz neue Laichgewässer geschaffen worden. Für die Auenrenaturierung wurden in den letzten Tagen tonnenweise Erde und Kiessand verschoben. «Wir lassen das Material im Flussbett liegen, wo es die Glatt bei hohen Wasserständen verschieben wird», erklärt Projektleiter Kaspar Fröhlich.

Erste Erfahrungen sind positiv

Die Teiche befinden sich im Bereich des alten Flusslaufs. Einige sind so tief, dass sie im Bereich des Grundwassers liegen. Die ersten Erfahrungen mit den bereits realisierten Projekten seien gut, sagt Meienberger. Er ist zuversichtlich, dass sich auch im Wilenholz die Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte bald wieder ansiedeln werden.

Zu den gefährdeten Amphibienarten gehört die Gelbbauchunke. (Bild: pd)

Zu den gefährdeten Amphibienarten gehört die Gelbbauchunke. (Bild: pd)