Lagerleben

Nicht einfach eine Erfahrung Im Rahmen der Firmung ab 18 Jahren, reisten 35 junge Menschen aus Flawil und Niederglatt nach Assisi. «Es ist nicht einfach eine Erfahrung, es wird mich prägen.

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Nicht einfach eine Erfahrung

Im Rahmen der Firmung ab 18 Jahren, reisten 35 junge Menschen aus Flawil und Niederglatt nach Assisi.

«Es ist nicht einfach eine Erfahrung, es wird mich prägen.» Mit diesen Worten fasste ein Firmkandidat zusammen, welche Wirkung die Firmweg-Reise nach Assisi bei ihm hinterlassen hat. Jan Hochreutener und Daniel Lambert, zwei der jungen Leute, die den Firmweg Flawil-Niederglatt mitmachten, berichten im Folgenden über die Assisi-Reise.

Italiener mit grossem Appetit

Vier Uhr morgens auf der Autobahn Richtung Assisi. 35 Firmkandidatinnen und -kandidaten liegen im holprigen Tiefschlaf. Noch ahnen wir nicht, dass kaum zwei Stunden später keinesfalls ein Hotelzimmer auf uns wartet. Bei der Ankunft wird nur das Gepäck deponiert, und dann geht's los. Bevor die Teilnehmer den ersehnten Schlaf nachholen dürfen, stehen ein langer Tag und eine Stadtbesichtigung ins Haus. Nachdem ein erster Eindruck über das Städtchen gewonnen war, kam die grosse Überraschung beim Mittagessen. Dass Italiener einen grösseren Appetit als Schweizer haben, erkannte man nämlich daran, dass die Teller vor Pasta überquollen. Gut genährt pilgerten die Jugendlichen zu den vielen Kirchen, um mehr über Franz und Klara zu erfahren, welche oft gar nichts zu essen hatten. So besuchte die Gruppe sowohl die Geburtsorte der zwei Heiligen als auch Schauplätze bedeutender Ereignisse in ihrem Leben. Um sich in das bescheidene Leben, welches Franz und Klara vorlebten, hineinversetzen zu können, verzichteten wir einen Tag auf allen neuzeitlichen Luxus und ernährten uns bloss von Brot und Wasser. So zogen sich die Firmlinge in die Stille der Natur zurück, um für sich allein über den eigenen Stand im Leben nachzudenken. Dies hatte auch der Gründer des Franziskanerordens oft getan. Dabei verbrachte jeder Teilnehmer einzeln 90 Minuten in Gedanken über sich und sein Leben. Diese Erfahrung war für die meisten sehr bereichernd und hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Nach einem kräftezehrenden Aufstieg erreichten die Wanderer den Ort, an den sich auch die ersten Franziskanermönche zum Kräftetanken in die Stille zurückzogen. In einem andern Rückzugsort von Franz, dem Kloster San Damiano, entstand ausserdem das berühmte Liedgebet «Laudato si», welches die ganze Woche über immer wieder gesungen wurde. In Vorbereitung auf die Firmung setzten sich die jungen Erwachsenen in abwechslungsreichen Diskussionen mit dem Glauben und ihrer Persönlichkeit auseinander. Zudem durften wir einen eigenen Gottesdienst gestalten, die Begegnung mit dem Firmspender planen und die Firmzeremonie vorbereiten. Einer von uns dichtete auch noch ein persönliches Gebet, welches alle tief berührt hat. Allerdings war die Stimmung nicht immer ernst. Meist herrschte eine lockere Atmosphäre, und es wurde viel gelacht. Ein Beispiel dafür war das Schlussessen in einer Pizzeria, bei dem sich alle ausgelassen unterhielten und am Ende sogar noch ein Teilnehmer spontan eine Dankesrede für das Leiterteam hielt.

Bereit für die Firmung

Darauf folgte ein Applaus, welcher sich auch in den Feedbacks widerspiegelte, mit welchen wir das Erlebte am letzten Morgen in Assisi verarbeiteten. Uns hat die Woche sehr gefallen, denn viele von uns haben sich selbst neu entdeckt und sind Gott nähergekommen. Nun sind wir bereit für unsere Firmung. (jh./dl.)