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LADENGESCHÄFTE: Seine fünfte – Zuzwils erste

Die fehlende Drogerie im Dorf war jahrelang ein Thema in Zuzwil. Vor kurzem öffnete die Thur-Drogerie im Dorfmarkt. Inhaber Marcel Breu erklärt, was ihn nach Zuzwil führte.
Zita Meienhofer
Drogist Marcel Breu (rechts) ist positiv überrascht über den guten Start in Zuzwil. Mit ihm freuen sich Tatjana Slemenjak und Vater Remo Breu, der für den Umbau des Raumes verantwortlich war. (Bild: Zita Meienhofer)

Drogist Marcel Breu (rechts) ist positiv überrascht über den guten Start in Zuzwil. Mit ihm freuen sich Tatjana Slemenjak und Vater Remo Breu, der für den Umbau des Raumes verantwortlich war. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Ganz hinten im Laden, neben der Käsevitrine. Dort, wo sie nur gesucht wird, weil bekannt ist, dass es sie in diesem Raum gibt. Dort ist der Eingang, die Glastüre zur neuen Drogerie im Dorfmarkt in Zuzwil. Ihr Standort im Laden ist jedoch kein Nachteil, denn in Zuz­wil wurde bereits vor mehr als zehn Jahren der Wunsch nach einer Drogerie geäussert. Immer wieder war zu hören, dass an diesem Standort, an dem sich Coop, Migros und Denner, der Dorfmarkt, die Bäckerei samt Kafi, ein Blumenladen und weitere Detaillisten befinden, nur noch eine Drogerie fehle. Doch, sie blieb über all die Jahre Wunschdenken. Und dann sehr plötzlich war von einer Neueröffnung eines solchen Geschäftes die Rede. Die Thur-Drogerie ist nun seit zwei Wochen offen. Marcel Breu, der mit seinem Vater Remo und seiner Geschäftspartnerin Rahel Böhi Inhaber der Drogovita GmbH ist, zeigt sich überrascht über den Geschäftsverlauf der ersten beiden Wochen. «Wir sind sehr zufrieden. Es ist mehr, als wir erwartet hatten.»

Im Dorfmarkt und nicht im Coop

In Zuzwil war Marcel Breu nicht nur im Dorfmarkt willkommen. Auch von Coop erhielt er eine Anfrage. Die Investitions- und Mietkosten haben ihn jedoch abgeschreckt, wie er bekennt. Seine Geschäftspartnerin Rahel Böhi ist Mitglied des Verwaltungsrats der Landi Mittelthurgau und habe deshalb den Stein ins Rollen gebracht, im Dorfmarkt eine Drogerie zu eröffnen. Die sehr positive Einstellung der Verantwortlichen gegenüber seinem Vorhaben und das Gefühl, dass er dort willkommen sei, gaben letztlich den Ausschlag, dass er sich für Zuzwil, für den Dorfmarkt entschieden habe, erklärt Breu. Das war im November vergangenen Jahres. Den Umbau plante er mit seinem Vater, der Architekt ist. Dieser unterstützte ihn auch aktiv. Alles ging sehr schnell «Ich habe das lieber, als wenn eine Sache ewig dauert», so Breu.

Fünf Filialen, 25 Angestellte, 1000 Stellenprozente

Marcel Breu, seit vergangenem Jahr wohnhaft in Niederbüren, ist gelernter Drogist und absolvierte anschliessend die Höhere Fachschule. Dies erlaubt ihm die Führung einer eigenen Drogerie. Er allerdings wechselte nachfolgend in die Pharmaindustrie, war als Ärzteberater tätig und bildete sich als Pharmaberater weiter. Dann kam die Anfrage aus Bürglen. Für die dortige Drogerie konnte kein Nachfolger gefunden werden. Breu übernahm. «Ich bin aus Leidenschaft Drogist und fand es schade, dass diese Drogerie hätte schliessen müssen», erklärt er seinen Entscheid. Er habe einen sehr gut bezahlten Job für seine Leidenschaft aufgegeben, was er aber noch keinen Tag ­bereut habe, fügt er hinzu. Nach Bürglen folgten die Filialen Rebstein, Nesslau, Islikon und nun Zuzwil. An den fünf Standorten beschäftigt Breu 25 Angestellte, die sich 1000 Stellenprozente teilen, und sechs Lehrlinge.

Er sei wohl noch der Einzige, der eine Drogerie eröffne, sagt Breu und erklärt: «1998 hatte es in der Schweiz 900 Drogerien, dieses Jahr sind es noch etwa 400.» Eine Entwicklung, die ihm nicht gefällt, eine Entwicklung, der er entgegensteuern will. Es ist einerseits der Einkaufstourismus, der die Kundschaft über die Grenze in die benachbarten Länder führt, wo die Drogerieprodukte preiswerter angeboten werden. Es ist andererseits die Tatsache, dass immer mehr Personen Ärzte statt Drogerien aufsuchen, da sie die Ausgaben über die Krankenkassen abrechnen können. Er sieht die Branche in der Existenz bedroht, da jetzige Drogisten meist keine Nachfolger mehr finden.

Neuer Weg, um die Zukunft der Drogerien zu sichern

Marcel Breu hat sich deshalb entschieden, andere Wege zu gehen, sich in andere Läden einzumieten, die Beratung in den Mittelpunkt zu stellen und die Produkte selber herzustellen. Dazu realisiert er nächstens ein Labor in Nesslau. Eine Drogerie an einem eigenen Standort hätte, gemäss Marcel Breu, wohl wenig Überlebenschance. Er sieht deshalb die Zukunft seiner Drogerien in der Kombination mit anderen Läden, vor allem dort, wo die Gesinnung passe, wo es regionale Produkte habe, wo die Anfahrtswege kurz und Parkplätze kostenlos seien. Er verschweigt nicht, dass es allenfalls noch gewöhnungsbedürftig sei, dass die Drogerieprodukte an der Dorfmarkt-Kasse bezahlt werden müssen, dass hin und wieder nicht alles zu haben sei und zuerst bestellt werden müsse. Das alles gehört jedoch auch zu seinem neuen Weg.

Hinweis

Die Thur-Drogerie Zuzwil befindet sich im Dorfmarkt, Mitteldorfstrasse 44. Sie ist von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 12.30 sowie 14.30 und 18.30 Uhr geöffnet. Infos unter www.deinedrogerie.ch/drogerien/thur-drogerie-zuzwil.

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