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Lachend in der Hormonhölle

Helga Schneider eröffnete am Samstag die Saison im Chällertheater. Das Publikum wollte kaum mehr mit Lachen aufhören. Denn «Superhelga» war super drauf.
Christof Lampart
Komikerin Helga Schneider riss das Wiler Publikum wiederholt zu Lachsalven hin. (Bild: Christof Lampart)

Komikerin Helga Schneider riss das Wiler Publikum wiederholt zu Lachsalven hin. (Bild: Christof Lampart)

Helga Schneider (Regula Esposito) geniesst das Glück der späten Jahre. Eine Frau «ab 50» kann sich vieles erlauben, was jüngere Geschlechtsgenossinnen nicht tun können oder einfach auch nicht wollen. Zum Beispiel im Live-Stream über die eigenen Hormone und «Problemzonen» zu reden. Wobei man beim Aussehen der Mimin im psychedelischen Ganzkörperanzug nicht mit Sicherheit weiss, ob darunter nicht gleich «alles» zu verstehen ist. Auf jeden Fall wirds schnell einmal schenkelklopfend, wenn sie über ihre Wallungen («Ich bin so heiss!») redet. Oder über das, was nun «hängt», anstatt wie dereinst straff zu sitzen.

Das «Super» in «Superhelga» bezieht sich also zweifelsohne nicht aufs Äusserliche. Aber auch die inneren Werte der Kunstfigur (Versicherungsbetrügerin, Werbungs-Junkie) lassen auf das eine oder andere – wenn auch amüsante – seelische Defizit schliessen. Und doch ist «Superhelga» super. Denn die Mimin lief an diesem Abend zur Galaform auf – und das Publikum mit ihr. Und so schüttelt sich nicht nur das Publikum vor Lachen, sondern auch die Mimin muss sich wiederholt auffangen – was sie aber, Bühnenprofi, der sie ist, oft ziemlich geschmeidig tut. Immerhin bedankt sie sich am Ende des langen Bühnenabends beim Publikum mit vielen lobenden Worten fürs tolle Mitgehen.

Und das war genau auch die «inhaltliche» Stärke des Abends. Wer Helga Schneider kennt, der weiss, dass sie stets eine ähnliche Figur spielt – nämlich sich selbst. Eine Frau knapp über die 50. Nicht gerade mehr begehrenswert, aber selbst immer mehr begehrend. Ein bisschen vorlaut («Züri-Schnurre»), ein bisschen einfach gestrickt, alles in allem aber jemanden mit dem es sich mindestens einen Abend gut aushalten lässt – falls man sich nicht fremdschämt. Denn «Superhelga» räumt die in hoher Dichte vor sie aufgestellten Fettnäpfchen gleich reihenweise und mit absoluter Präzision ab.

Der nächste Gag kommt mit Bestimmtheit und ist gleich so schnell wieder vergessen wie die vielen Witze zuvor. Doch das macht gar nichts, denn «Superhelga» ist ein tolles Programm für all jene, die an einem freien Abend Entspannung suchen. Man fällt in «Superhelga» als Zuschauer einem nicht enden wollenden Sperrfeuer an Gags zum Opfer – und bereut es nicht.

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