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Kurt Felix war ein Wiler durch und durch

Vergangenen Samstag um genau 13 Uhr durften es alle erfahren: Kurt Felix ist tot. Gestorben nach jahrelangem Kampf gegen ein heimtückisches Krebsleiden.

Vergangenen Samstag um genau 13 Uhr durften es alle erfahren: Kurt Felix ist tot. Gestorben nach jahrelangem Kampf gegen ein heimtückisches Krebsleiden. Während die Medien die traurige Nachricht eiligst aufbereiteten und Minuten später als «breaking news» im medialen Universum verbreiteten, sass die Familie in stiller Trauer beim Leidmahl. Zuvor wurde Kurt Felix bestattet. In aller Stille, fernab jeglichen Medien- und Showbiz-Rummels nahmen die engsten Familienangehörigen Abschied. Der Verstorbene selber hat es so gewünscht, sein letztes Drehbuch sozusagen.

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Wer war dieser Mensch, um den im ganzen deutschsprachigen Europa getrauert wird? Für viele war er in erster Linie ein erfolgreicher Entertainer, Showmaster und Ideenentwickler. Für andere war er Mitarbeiter, Wegbegleiter, Freund. Wieder andere sahen in ihm einfach einen guten Menschen, der sein Herz stets auf dem rechten Flecken trug.

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Was viele nicht wussten, er war noch etwas anderes, für ihn ganz Besonderes: ein Wiler. In seinem Herzen war Kurt Felix ein Wiler durch und durch. Hier ist er aufgewachsen, hierher kam er immer wieder zurück. Hier waren seine Wurzeln. Und darauf war er stolz. Ja, er war gerne ein Wiler und trug das Städtchen stets in seinem Herzen.

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Aufgewachsen ist er an der Toggenburgerstrasse 10, wo sein Vater Fritz, ein Bauernsohn aus Braunau, über Jahrzehnte ein Musikhaus mit Musikschule betrieb. Ein typisches Unterstadthaus, ohne jeglichen Abstand Haus an Haus gebaut, Mauer an Mauer, mehrere Stockwerke hoch, tiefe, seitlich eher beengte Räume, niedrige Decken, nicht allzu viel Lichteinfall. Im Erdgeschoss befand sich das Musikfachgeschäft mit Schaufenster und zwei Unterrichtszimmern, in den zwei Obergeschossen waren Küche, Wohn- und Schlafzimmer. «Musikschule & Musikhaus Felix» stand im Schaufenster zuoberst auf einer bläulich-grauen Holztafel, von einem Schriftenmaler fein säuberlich im Stil der damaligen Zeit gestaltet. Dieses Firmenschild existiert noch heute, befindet sich aber nicht mehr in Wil.

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Kurt Felix wuchs als Einzelkind auf. Er hatte eine bewegte Jugend und entschied sich nach den obligaten Schuljahren, Lehrer zu werden. Die Ehe seines Vaters stand unter einem ungünstigen Stern und wurde später geschieden. Alsbald kehrte das Liebesglück aber zurück ins Haus: Fritz Felix heiratete Trudy Klingler, die Tochter eines Möbelfabrikanten aus Rickenbach. Zusammen mit dieser Frau, die er bis zu seinem Tod über alle Massen liebte, hatte er drei Kinder: Tochter Anita und die zwei Söhne Fritz und Dieter. Sie alle leben noch heute in der Region Wil. Zu seinen um viele Jahre jüngeren Geschwistern pflegte Kurt Felix bis zu seinem Tod eine herzliche Beziehung, ebenso zu seiner Stiefmutter, die nach wie vor in Wil lebt und die er stets ehrte wie eine leibliche Mutter.

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Zeitlebens blieb Kurt Felix mit Wil verbunden. Er liebte es, durch die Altstadt zu schlendern. Oder wie gerne kam er jedes Jahr zu Weihnachten, einem geliebten Ritual folgend, nach Wil und besuchte Familienangehörige. Beim nachmittäglichen Kaffee mit Dessert, auch das ein festes Ritual, erzählte er fröhlich lachend aus seinem Leben. Und hörte aufmerksam zu, was die anderen am Tisch so alles erlebt haben, was sie gerade machen, denken, fühlen, welche Pläne sie haben. Er nahm Anteil am Leben aller, munterte auf, machte Spässe. Und erzählte über so manches aus seiner Vergangenheit beim Fernsehen: Wie er zur damaligen SRG kam und den Schweizer Volkssport Jassen fernsehtauglich machte, wie er den «Teleboy» entwickelte und daraus später «Verstehen Sie Spass?» machte . . .

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Verbunden blieb er auch mit Braunau. Hier wuchs sein Vater als Sohn einer Bauernfamilie auf. Jedes Jahr, wenn immer möglich, auch das ein festes Ritual im Leben von Kurt Felix, besuchte er das Felix-Treffen im Restaurant Riethüsli bei Braunau. Hier schwelgte er in Jugenderinnerungen und gedachte dankend all dessen, was seine Familie in jungen Jahren für ihn getan hat.

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Nun hat er Abschied genommen, hat Wil und Braunau verlassen. Und trägt sie dennoch im Herzen. Hans Suter

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