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Kuriose Preisvorgaben für das Stadtfest in Wil: Mindestpreis für Wasser, aber nicht für Wein

Die Stadt schaut Barbetreibern als Organisatorin des Stadtfests genau auf die Finger. So hat sie Mindestverkaufspreise für Getränke festgelegt. Die Ausnahme: Für Wein können die Vereine den Preis selbst bestimmen. Jugendschutz spielt für die Stadt Wil aber trotzdem eine wichtige Rolle am Stadtfest.
Gianni Amstutz
In Vino Veritas. Doch wer zu tief in die Flasche schaut, findet statt der Wahrheit einen Vollrausch. (Bild: Archiv)

In Vino Veritas. Doch wer zu tief in die Flasche schaut, findet statt der Wahrheit einen Vollrausch. (Bild: Archiv)

Wer die Vorgaben der Stadt für Barbetriebe am Stadtfest studiert, kommt beim Barreglement ins Grübeln. Die Stadt gibt als Organisatorin des Anlasses nämlich Mindestpreise vor, die für Getränke verlangt werden müssen. Damit sollen Dumping-Preise verhindert werden, erklärt Stefan Sieber, Leiter Markt der Stadt Wil. Drei Deziliter Wasser kosten beispielsweise mindestens drei Franken. Ein halber Liter Bier ist ab sechs Franken zu haben.

Erstaunlich ist jedoch, dass es für Wein keine vorgeschriebenen Mindestpreise gibt. Können sich feuchtfröhliche Trinker und Jugendliche mit knappem Budget also auf literweise günstigen Rebensaft freuen?

Mitnichten. Das Preisreglement der Stadt macht nämlich eine Einschränkung. «Es sind an jeder Bar/Beizli mindestens drei alkoholfreie Getränke billiger anzubieten, als das günstigste alkoholische Getränk in gleicher Menge», heisst es.

Kosten drei Deziliter Wasser, Cola oder Fanta also drei Franken, müssen drei Deziliter eines alkoholischen Getränkes mindestens 3.10 Franken kosten. Bei Wein wäre das aber immer noch ein echtes Schnäppchen.

Fördert die Stadt mit dem fehlenden Mindestpreis für Wein nicht ungewollt das Potenzial für exzessives Trinken am Stadtfest? Stefan Sieber verneint: Die Stadt habe ein Auge auf die Getränkekarten – und würde, wenn nötig eingreifen. Die Erfahrungen aus den Vorjahren hätten aber gezeigt, dass dies nicht nötig sei. Alleine schon die Einkaufspreise von Wein würden verhindern, dass sie die Barbetreiber diesen zu Spottpreisen verschleudern würden.

Wäre es nicht trotzdem einfacher gewesen, mit einem Mindestpreis für Wein Klarheit zu schaffen? Auch hier widerspricht Stefan Sieber. Die freie Preisgestaltung beim Wein habe ihre Gründe. Denn anders als beim Bier, wo Qualität und infolge auch der Preis handelsüblicher Sorten vergleichbar sei, könnten die Preise beim Wein stark variieren. «Ein Mindestpreis wäre deshalb nicht sinnvoll.»

Dass die Stadt ihre Verantwortung bezüglich des Jugendschutzes ernst nimmt, lässt sich auch im Reglement erkennen. So ist der Besuch der Jugendpräventionsveranstaltung während dem Stadtfest für eine verantwortliche Person pro Verein obligatorisch.

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