Kunststoffrecycler wollen weitere Sammler gewinnen

WIL. Gestern flatterte in viele Haushalte der Stadt Wil ein Gratis-Sammelsack für Kunststoffe. Absender sind die Kuster Recycling AG mit Sitz in Ebnat-Kappel, die in Wil eine Sammelstelle betreibt, sowie die Innorecycling AG in Eschlikon.

Ursula Ammann
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WIL. Gestern flatterte in viele Haushalte der Stadt Wil ein Gratis-Sammelsack für Kunststoffe. Absender sind die Kuster Recycling AG mit Sitz in Ebnat-Kappel, die in Wil eine Sammelstelle betreibt, sowie die Innorecycling AG in Eschlikon. «Wir wollen auch in Wil vermehrt Wertstoffe sammeln», erklärt Markus Tonner, Geschäftsleiter der Innorecycling AG, die Aktion auf Anfrage der Wiler Zeitung.

Über 30 Sammelstellen

Gefüllt werden kann der Sack mit Kunststoffen aller Art: Dazu gehören beispielsweise Folien von Zeitschriften, Shampoo- und Putzmittelflaschen, Blumentöpfe, Joghurtbecher oder auch Aufschnitt- und Käseverpackungen. Abgabestellen für die gefüllten Kunststoffsäcke sind die Innorecycling AG in Eschlikon sowie die Sammelstelle der Kuster Recycling AG beim Güterschuppen vis-à-vis der Frauenfeld-Wil-Bahn. Die Innorecycling AG betreibt derzeit zusammen mit verschiedenen Partnern über 30 Sammelstellen in der ganzen Schweiz (Standorte unter www. sammelsack.ch). «Wir sind wöchentlich am Aufbauen», sagt Markus Tonner. Ziel sei es, dass am Ende jede Gemeinde eine Kunststoff-Sammelstelle habe.

Günstiger und ökologischer

In der Schweiz gelangen derzeit noch 80 Prozent aller Kunststoffe in die Kehrichtverbrennung. Die separate Sammlung von Kunststoffen sei aus vielen Gründen sinnvoll, betont Markus Tonner. So komme es etwa günstiger für die Haushalte. Ein Kunststoff-Sammelsack kostet mit zwei Franken zwar gleich viel wie ein Kehrichtsack, fasst aber mit 60 Litern beinahe das Doppelte. «Ein weiterer Vorteil ist, dass die Wertstoffe in der Region bleiben und nicht importiert werden», so Tonner. Zudem würden hier Arbeitsplätze geschaffen. Letztlich biete die Kunststoffsammlung aber auch einen ökologischen Mehrwert. Eine Ökobilanzstudie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt hat gezeigt, dass gegenüber einer Entsorgung in einer Kehrichtverbrennungsanlage die Umweltbelastung je nach Bewertungsmethodik – um 40 bis 80 Prozent reduziert werden kann.