Kunststoff als Herausforderung

Der neue, rund um die Uhr geöffnete Easydrive beim Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid wird rege genutzt. Eine ungelöste Thematik ist aber die Kunststoffsammlung. Viele Bürger sind überfordert, was in welchen Behälter gehört.

Simon Dudle
Drucken
Teilen
Gehört nicht in diese Paloxe: Easydrive-Chef Urs Corradini stellt fest, dass manch ein Bürger mit der Kunststoffsammlung überfordert ist. (Bild: Simon Dudle)

Gehört nicht in diese Paloxe: Easydrive-Chef Urs Corradini stellt fest, dass manch ein Bürger mit der Kunststoffsammlung überfordert ist. (Bild: Simon Dudle)

BAZENHEID. Abfall trennen ist in Mode. Auch bei Peter Mäder aus Züberwangen. Er war erfreut, dass der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) diesem Umstand Rechnung getragen und vergangenen Mai einen neuen Easydrive eröffnet hat. Bei diesem ist die sogenannte Wertstoffinsel 24 Stunden geöffnet. Man kann also auch mitten in der Nacht Recyclinggüter abladen – als Privatkunde zu einem guten Teil gratis. Nur Sperrgut, Holz und Inertmaterialien wie Bauschutt, Ziegel, Keramik, Flachglas oder Pneus kosten.

Weniger erfreut war Mäder, als ihm zu Ohren gekommen ist, dass an der Wertstoffinsel zwar der Abfall fein säuberlich in über 20 Paloxen getrennt werden kann, Styropor und Kunststoff danach aber in die thermische Verwertung gelangen, also verbrannt werden. «Ich habe mit grossem Elan den Müll getrennt und auch mein Umfeld dafür begeistert, wurde dann aber vom ZAB enttäuscht», sagt Mäder.

Aufwendige Trennmethode

Beim Abfallverwerter bestätigt man Mäders Aussage – und liefert Begründungen. «Für die Styropor-Entsorgung muss man an den meisten anderen Orten bezahlen. Bei uns ist diese Dienstleistung gratis. Wenn man zum Beispiel am Samstagnachmittag einen neuen Fernseher kauft, kann man den dazu gelieferten Styropor bei uns am Abend abgeben, und den alten Fernseher gleich dazu», sagt Urs Corradini, beim ZAB für die Easydrives verantwortlich.

Etwas komplizierter ist die Situation beim Kunststoff. In der Wertstoffinsel gibt es verschiedene Boxen für den Kunststoff. Getränkekartons, PET-Flaschen und andere Kunststoffflaschen wie Shampoos und dergleichen sind an unterschiedlichen Orten einzuwerfen. Bei den Getränkekartons und den PET-Flaschen klappt das gut, die Paloxe für die Kunststoffflaschen gleicht hingegen oftmals eher einer Gemischtwaren-Sammlung. Und genau da liegt das Problem. «Kunststoff ist nur ein wertvoller Rohstoff, wenn er artenrein sortiert ist. Ansonsten ist der Trennungsprozess bei uns viel zu aufwendig», sagt Corradini. Er unterstellt dem Bürger in den meisten Fällen nicht Böswilligkeit, sondern glaubt, dass die Leute schlicht überfordert sind und gar nicht wissen, was in die Kunststoff-Wanne zu werfen ist und was nicht. Es hilft scheinbar auch nicht, dass bei der Errichtung der Wertstoffinsel ein Beschriftungs-Konzept erarbeitet worden ist und somit über den Kunststoff-Paloxen geschrieben steht, was man hineinwerfen soll und was nicht.

Gespräche mit Inno-Recycling

Dazu kommt laut Corradini ein weiterer Aspekt. Hat es in der Kunststoff-Wanne erst einmal verschiedene Kunststoffe wie Spielzeuge oder Blumentöpfe, dann hat dies Signalwirkung und die nächsten ZAB-Kunden neigen dazu, Kunststoffe aller Art in jenen Behälter zu werfen. Unter der Woche werden darum die Paloxen im Durchschnitt dreimal täglich geleert, um Ordnung vorzuleben. Am Sonntag hingegen nicht. Das bringt mit sich, dass die Mitarbeiter am Montagmorgen aufräumen müssen.

Auch in einem anderen Bereich beschäftigt sich der ZAB derzeit mit dem Thema Kunststoff. Es wird geprüft, ob für diesen Bereich ein Sammelsack für die Haushaltungen eingeführt werden soll, wie das die Eschliker Inno-Recycling bereits macht. Die beiden Firmen führen derzeit «intensive Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit», bestätigt Corradini. Wie die Lösung aussieht, ist aber noch unklar. Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, geht davon aus, dass man bereits im Mai darüber informieren kann.

Aktuelle Nachrichten