KUNSTRADFAHREN: Nur die Besten waren gut genug

Am Trickcycling-Masters wurden die Sirnacher Weltmeisterinnen knapp von Lukas Kohl, dem Weltmeister im Einer aus Deutschland, auf den 2. Rang verwiesen.

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Der Sirnacher Vierer präsentierte seine WM-Kür. (Bild: PD)

Der Sirnacher Vierer präsentierte seine WM-Kür. (Bild: PD)

Gegen 400 Zuschauer konnten in der Waldegg-Halle in Münchwilen eine geballte Ladung Kunstrad-Spitzensport mitver­folgen. Schweizer Meister, öster­reichische Landesmeister und vier Weltmeister begeisterten die Anwesenden mit ihren Auftritten. Die Veranstaltung erfuhr in ihrem Verlauf eine stetige Qualitätssteigerung, die in den Auftritten des Weltmeisters Lukas Kohl und dem RV-Sirnach-Vierer ihren glanzvollen Abschluss fanden.

Bis zum Schluss wusste niemand, wer siegen würde

Die rund zweistündige Show – gespickt mit drei «Kunstrad-fremden» Pauseneinlagen – wurde wie ein offizieller Wettkampf gewertet. Um die Chancengleichheit der verschiedenen Disziplinen zu wahren, wurde aufgrund der Weltrekord-Punkte im Einer, Zweier und ­Vierer ein besonderer Faktor ­bestimmt, der die Spannung um den Tagessieg stets offenhielt. Vor einem Jahr gewannen die Sirnache­rinnen, dieses Jahr ­setzte sich der Deutsche Lukas Kohl mit einigen wenigen Zehntelpunkten durch.

Als Zweitletzter gestartet, setzte er die Messlatte für die Gastgeberinnen hoch. Den Einheimischen fehlte jedoch wenig, um den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Ihr Auftritt gelang perfekt und ohne Sturz und motivierte das Publikum im Ver­laufe der Darbietung regelmässig zu spontanem Szenenapplaus.

Dass die vier Sirnacher Kunstradfahrerinnen trotzdem zufrieden sein durften, hatte mit der Veranstaltung selber zu tun. Zusammen mit ihren Eltern und Freunden organisierten Céline Burlet, Flavia Zuber sowie Melanie und Jennifer Schmid die Show in Eigenregie. Bis kurz vor ihrem Auftritt waren die vier Fahrerinnen stets mit irgendeinem Organisationsteil beschäftigt.

Alle Teilnehmer mit einer Frühform

Erstaunlich an der Veranstaltung war, dass sich sämtliche Akteure in bestechender Form präsentierten. Keineswegs selbstverständlich, beginnt doch die Saison der Aktiven erst in ein paar Wochen. Die Sirnacherinnen werden ihre WM-Kür auf die anstehende Saison nicht gross ändern. Sie beinhaltet bereits alle möglichen Elemente und auch der Schwierigkeitsgrad kann nicht mehr erhöht werden. «Dieser Umstand ermöglichte es uns in den Wintermonaten, bezüglich Training temporär etwas zurückzustecken und uns in­tensiv mit den Vorbereitungsarbeiten hinsichtlich des zweiten Trickcycling-Masters zu beschäftigen», erklärte Melanie Schmid im Vorfeld. Es hat sich gelohnt.

Urs Nobel

sport@thurgauerzeitung.ch