KUNSTRAD: Ziele bleiben trotz Rückstand dieselben

In eineinhalb Wochen startet der Weltmeister-Vierer des RV Sirnach in die neue Saison. Die Vorbereitung dazu verlief nicht wie gewollt, die vier Hinterthurgauerinnen müssen noch einen Rückstand aufholen.

Urs Nobel
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Der Sirnacher WM-Vierer steigt mit Trainingsrückstand in die neue Saison. (Bild: PD)

Der Sirnacher WM-Vierer steigt mit Trainingsrückstand in die neue Saison. (Bild: PD)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Ein Sturz kurz vor den Sommerferien im Training mit Verletzungsfolgen und notwenig gewordener Operation von Flavia Zuber führte dazu, dass der Sirnacher-Vierer mit einem Trainingsrückstand von rund sechs Wochen in die neue Saison steigt. «Wir sind zwar körperlich fit. Aber wir konnten nie mit dem ganzen Team trainieren. Dies kann möglicherweise zu Unsicherheiten und eingeschränkter Stabilität führen. Aber die Kür haben wir im Griff», sagt Teammitglied Melanie Schmid. Sie, die Schwester und ihre Kolleginnen haben die Kür auf die neue Saison choreografisch leicht angepasst, der Schwierigkeitsgrad aber bleibt der gleiche.

Qualifikationen stehen im Vordergrund

Der Vierer, bestehend aus Céline Burlet, Flavia Zuber, Jennifer und Melanie Schmid, hat trotz dem Trainingsrückstand hohe Ziele: «Zuerst gilt es, die Qualifikationshürde für die Schweizer Meisterschaft und die WM zu schaffen. Dann wollen wir unsere Titel verteidigen.» Grösste mögliche Spielverderberinnen sind national Baar und international Deutschland.

Der Fokus des Teams liegt vorerst auf der dreiteiligen Swiss-Aus­tria-Masters-Serie, die am 16. September in Oberbüren startet. Nachdem das Team für den Saisonauftakt in Hohenems Forfait gab, müssen die drei nächsten Turniere wegen nur eines Streichresultats erfolgreich sein. «Wir dürfen uns keine groben Fehler erlauben, die viele Punkte kosten, sonst liegen wir hinten», warnt Melanie Schmid. Man ­stelle sich vor: Der Weltmeister könnte den Schweizer Meister-Titel nicht verteidigen und würde nicht an die Weltmeisterschaft delegiert. Doch der Sirnacher Vierer ist ein Kämpferteam. Er kann sich bestens auf wichtige Wettkämpfe einstellen und zielorientiert auftreten. Im fahrerischen Aspekt verfügen die Hinterthurgauerinnen über Vorteile im Vergleich zu Baar. Auch die Ausstrahlung, die zwar keine Punkte bringt, ist einzigartig. Das alles kann man in sechs Wochen nicht verlernen. Aber die Innerschweizerinnen geben für ihre Kür jeweils dieselbe hohe Punktzahl ein wie ihre Konkurrentinnen.

Weltmeisterinnen trainieren mögliche Nachfolger

Die bisherigen Erfolge, zwei Weltmeistertitel in drei Jahren und unzählige Schweizer Meister-Titel, haben beim RV Sirnach noch nicht dazu geführt, dass sehr viele neue Mitglieder diese Sportart ausüben möchten. «Wir verfügen aber über immerhin zehn Kinder, die uns nacheifern. Die Jüngsten trainieren Jennifer, Flavia und ich selber, die Älteren werden von Katharina Dischler und Bea Altweg betreut. Wenn wir diese Kinder an der Stange halten können, sorgen wir persönlich für unsere Nachfolger», schmunzelt Melanie Schmid.

Hilfestellung bietet der RV-Sirnach-Vierer auch dem Vierer aus Rheineck, der diese Saison erstmals bei der Elite startet. Die Rheintalerinnen sind talentiert und fähig, einmal in die Fussstapfen ihrer Vorbilder zu treten.

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