KUNSTOBJEKTE: Innehalten, staunen und geniessen

Zu ihrem 40-Jahr-Jubiläum hat die Galerie zur alten Bank in Uzwil einen Skulpturenweg initiiert. Am Samstag machten sich die ersten Besucher auf den Weg.

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Die Skulptur von Ralf Fitze auf der Wiese vor dem Bahnhof symbolisiert ein Samenkorn. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Die Skulptur von Ralf Fitze auf der Wiese vor dem Bahnhof symbolisiert ein Samenkorn. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Neue Wege beschreiten – das Team der Galerie zur alten Bank unter der Leitung von Anja Nützi hat den Schritt gewagt und ist auf viel positive Resonanz gestossen. Dabei gab es verschiedenste Kunstobjekte zu bestaunen oder gar zu berühren und zu beschriften. Persönliche Gespräche mit den Kunstschaffenden und neue Eindrücke von den Dörfern an der Uze bereicherten am Samstag die Skulpturenwanderung.

Die Objekte von Ralf Fitze, Walo Raschle, Peter Bernhardsgrütter, Anna Erdin, Andreas ­Lindegger, Beat Kühne, Roman Wirth, Veronika Dierauer und vom Montagsmalerteam Silvia Anna Winder, Meinrad Heule, Thomas Kauth und Lothe Rüegg sind an neun verschiedenen Standorten zwischen der Blumenwiese beim Uzwiler Bahnhof bis zur Galerie in Niederuzwil verteilt. Einige der Kunstschaffenden haben auf der Wanderung die Ideen, welche ihren Werken zugrunde liegen, erläutert und die Herstellungsweise erklärt.

So will Jan Fitze mit dem Stahlgerüst, das auf der Wiese vor dem Bahnhof steht und an ein Samenkorn erinnert, die Bedeutung der Pflanzenvielfalt und die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur versinnbildlichen. Andere Kunstschaffende lassen lieber ihre Werke sprechen und haben im persönlichen Gespräch über ihre Motivation und Arbeitsweise Auskunft gegeben. Begegnungen, die geschätzt wurden. «Es war interessant, die Künstler kennen zu lernen und ihre Gedanken zu erfahren», sagte Beatrice Hafner am Zielort bei der Galerie zur alten Bank.

Regionalen Künstlern eine Plattform geben

Mit dem Fest wolle man all jenen danken, die in den vergangenen 40 Jahren in der Galerie mitgeholfen oder ausgestellt haben, sagte die Uzwiler Gemeinderätin Dora Hadorn. Initiiert worden war die Galerie zur alten Bank von den damaligen Gemeinde­räten Ernst Gämperli und Walter Arn. Arn, der mit Gattin Rahel der Feier beiwohnte, drückte seine Freude darüber aus, wie sich die Galerie entwickelt hat. «Wir haben immer darauf geachtet, Künstler aus der Region zu engagieren. Hans Thomann zum Beispiel hat sich als Maler, Bildhauer und Zeichner einen Namen gemacht. Der Austausch mit den Ausstellern, ob bekannt oder weniger bekannt, war immer gut.» Ernst Gämperli, selber ein begabter Kunstmaler, ist im Jahr 2009 verstorben.

Grossen Dank sprach Anja Nützi Simone Egloff aus. Sie hat während der zweijährigen Vorbereitungszeit die Künstler und die Orte ausgesucht. «Wir haben von allen Seiten Unterstützung erfahren. Es war wirklich eine freudige Angelegenheit», sagte Egloff. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Trio Intonation. Was hatte doch Roman Wirth kurz und treffend zum Publikum gesagt, als er seine Holzgestalten, die auf dem Raiffeisenplatz sitzen oder stehen, vorstellen sollte: «Halten Sie inne und lassen die Kunstwerke auf sich wirken.»

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch