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Kunstfestival in der Lokremise: Wil soll zu einem Ort der zeitgenössischen Kunst werden

Die Stadt zählt nicht zu den ersten Adressen für zeitgenössisches Kunstschaffen. Dies könnte sich ändern. Ende März soll ein Kunstfestival mit nationaler Ausstrahlung Interessierte anlocken.
Adrian Zeller
Die Installation von Andy Guhl veranschaulicht das Thema des Kunstfestivals: das Zusammenspiel von digitaler und analoger Kunst. (Bild: PD

Die Installation von Andy Guhl veranschaulicht das Thema des Kunstfestivals: das Zusammenspiel von digitaler und analoger Kunst. (Bild: PD

«Die Wiler Lokremise bildet den idealen Rahmen für unsere Pläne», schwärmt Marcel Cello Schumacher. «In dem Gebäude wurden ursprünglich die Dampfloks gewartet, sie stehen für die Maschinenkraft, welche die erste industrielle Revolution auslösten.» Derzeit geht die Welt vom analogen ins digitale Zeitalter über, ein Prozess, der als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird.

Mit diesem Wandel beschäftigt sich das Festival, das vom Freitag, 29. März bis Sonntag, 31. März stattfindet. Vierzehn Schweizer Kunstschaffende mit internationaler Ausstellungserfahrung werden mit ihren Werken einen kreativen Kommentar zum Thema «Digital und analog im Dialog» abgeben. Das Festival trägt den wortschöpferischen Titel «digalog art festival».

Konzert und Podiumsgespräch geplant

Wie Marcel Cello Schuhmacher betont, sind auch Familien mit Kindern willkommen, die meisten der präsentierten Objekte und Installationen sind interaktiv, sie reagieren etwa via Sensoren auf das Verhalten der Betrachtenden. Der spielerische Zugang zum Thema soll ein an zeitgenössischer Kunst interessiertes Publikum jeden Alters aus der ganzen Schweiz ansprechen. Die Interaktion zwischen Kunstwerk, Kunstschaffenden und Publikum ist laut Schumacher ein zentraler Aspekt des Festivals. Daher sind die Kreativen auch an Ort anwesend. Am Sonntagnachmittag tauschen sich zudem einige von ihnen an einem Podium über das kontroverse Thema analog und digital aus. Im Weiteren wird es am Sonntagmorgen in einem Konzert aufgegriffen.

Marcel Cello Schumacher

Marcel Cello Schumacher

Der in Chur aufgewachsene Marcel Cello Schumacher wohnt seit November 2017 in Wil, genauer in der Altstadt. Ungefähr ähnlich lange trägt er die Idee dieses Festivals mit sich herum. Seit rund einem Jahr kümmert er sich zusammen mit der Berner Kulturmanagerin und Filmspezialistin Judith Hofstetter um die Umsetzung der Vision.

Veranstaltungsort soll sich bewähren

Die Initianten haben die einzelnen Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, ihre Ausstellungen besucht und mit ihnen längere Gespräche geführt. Alle Angefragten liessen sich rasch von der Idee eines derartigen Festivals überzeugen. «Etwas Vergleichbares gibt es in der Schweiz noch nicht», so Schumacher. Damit sind für ihn die Voraussetzungen erfüllt, dass sich Wil als Präsentationsort für Kunst auf der Grenzlinie zwischen digital und analog profilieren könnte. Eine Wiederholung und eine Weiterentwicklung des Festivalthemas kann sich der 53-Jährige vorstellen.

«Es soll auf alle Fälle keine Eintagsfliege sein.»

Marcel Cello Schumacher bezeichnet sich selber als «Nomaden». Er hat in verschiedenen Schweizer Städten gelebt, und wohnte und arbeitete auch einige Jahre als Videofilmer in Athen. Zuvor war er in verschiedenen Branchen tätig und sammelte Erfahrungen, so etwa im Tourismus, in Banken, aber auch in Grossfirmen, wo er sich vor allem mit Marketing und Kommunikation beschäftigte. Er verfügt in den jeweiligen Fachbereichen über eine Reihe von spezifischen Aus- und Weiterbildungsabschlüssen, zudem auch in Kulturmanagement.

In Wil wurde er sesshaft, weil die Stadt verkehrstechnisch ideal gelegen sei und über eine überschaubare Grösse verfüge. «Natürlich hätten wir das «digalog art festival» auch in Zürich, Bern oder Lausanne durchführen können, wo es mehr Publikum für so einen Anlass gibt. Aber dann würden wir in Konkurrenz zu verschiedenen anderen Kulturanlässen stehen.» Wenn es ihm gelingt, seine Begeisterung für seine Festival-Vision auf die Kulturinteressierten in der ganzen Schweiz zu übertragen, wird Wil im Bereich der zeitgenössischen Kunst an Bedeutung gewinnen, ist der Kulturaktivist überzeugt.

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