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Kunst ist eine Confiserie

Im Rahmenprogramm der aktuellen Ausstellung «7 x 20 Bilder» von Ohm41 in der Kunsthalle Wil figurierte erstmals ein Bilder-Slam-Karaoke. Improvisationskünstler hatten in drei Minuten ein Bild zu erklären – und fanden nicht jedes Mal die richtigen Worte.
Michael Hug
Der spätere Sieger des ersten Bilder-Slam-Karaoke, Herr Mazenauer, erklärt ein Bild von Rita Keller. (Bild: Michael Hug)

Der spätere Sieger des ersten Bilder-Slam-Karaoke, Herr Mazenauer, erklärt ein Bild von Rita Keller. (Bild: Michael Hug)

«Wer kennt Power-Point-Karaoke?», fragte Moderator Herr Mazenauer zu Beginn der Veranstaltung am Freitagabend in der Kunsthalle. Genauso laufe nämlich auch der erste schweizerische Bilder-Slam-Karaoke ab: Man erklärt in drei Minuten ein Kunstwerk eines anderen. Damit die Erklärer sich nicht vorher schon Gedanken zum ihnen zugewiesenen Bild oder Werk machen konnten, wurden die Werke per Los bestimmt. Sechs Improvisations-Kunsterklärer traten an: Herr Mazenauer aka Benjamin Heutschi, Herr Stauffacher aka Ueli Stauffacher, Vier Eins aka Markus Eugster (Ohm41) sowie Men the Män aka Men Spadin, Sorbus Christus aka Andreas Mäder und uniT aka Tinu Keller von der Improvisationstheaterguppe Improgress.

Fantasie schäumen lassen

Drei Minuten können lang sein und schnell zu sprechen, wie bei einem Slam üblich, ist ganz falsch. Besser ist es, langsam zu sprechen und dabei schon den nächsten Satz zu überlegen. Bei abstrakten Werken wird es noch schwieriger – oder leichter. Man braucht nur seine Fantasie schäumen zu lassen und zu erzählen. Das kann zu recht absurden Erklärungen führen, zum Beispiel, dass Kunst eine Confiserie ist, gemäss Ueli Stauffacher. So falsch ist das gar nicht, denkt sich das Publikum und sieht plötzlich seinerseits das Werk aus anderer Perspektive. Herr Stauffacher wurde für seine Realbezüge mit dem zweiten Platz und einem Kaktus als Preis belohnt.

Aus hässlich wird lieblich

Interessant auch: Durch die improvisierten Herleitungen wurde ein vorher als hässlich empfundenes Werk plötzlich lieblich, ein verworrenes klar oder ein welkes Werk impressiv. Das Publikum beurteilte die Ausführungen nach strengen Regeln und setzte schliesslich Herrn Mazenauer (Benjamin Heutschi), der auch als Moderator fungierte, auf den ersten Platz, was zum etwas grotesken und zutiefst fragwürdigen Umstand führte, dass er sich gleich selbst den Preis, eine Flasche billigen Whisky, überreichen konnte.

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