KUNST: Ausstellung vor der eigenen Haustüre

Lou Nüssli zeigt ihre Kunstobjekte in der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil. Sowohl die Künstlerin als auch die Galerie feiern in diesem Jahr ihr 40-Jahr-Jubiläum.

Gianni Amstutz
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Überall in der Galerie zur alten Bank stehen Gemälde sowie unterschiedliche Objekte. Noch hängen die Kunstwerke nicht, stehen aber bereits im Raum verteilt an der Wand angelehnt, auf den Fensterbänken oder auf Sockeln. Lou Nüssli, ihr Mann Kurt sowie zwei Galeristinnen sind dabei, die optimale Aufteilung und Position für jedes der Kunstobjekte zu finden. «Es muss ein harmonisches Gesamtbild ergeben», sagt Lou Nüssli. Wenn alles platziert ist, gehe sie jeweils noch einmal durch die Räume, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Ganze auf sie wirke.

Eine besondere Ausstellung

Die Ausstellung in der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil wird die 18. Einzelausstellung sein, an der Lou Nüssli ihr Kunstschaffen dem Publikum präsentiert. Doch auf diese Ausstellung freut sie sich besonders. Einerseits feiert sie ihr 40-Jahr-Jubiläum als Künstlerin, andererseits ist es für die in Schwarzenbach Wohnhafte ein Heimspiel. «Eine Ausstellung vor der eigenen Haustüre», wie Lou Nüssli lächelnd sagt. An dieser will sie vor allem bunte, fröhliche Kunst zeigen. «Es wird ein schönes Farbenspiel sein, das die Besucher zu Gesicht bekommen.» Zwei Jahre hat Lou Nüssli in ihrem Atelier dafür gearbeitet. Von der Galerie zur alten Bank ist sie begeistert. «Es ist eine wunderschöne Galerie.» Zudem biete sie ihr die Möglichkeit, ihre Kunst nach verschiedenen Themen anzuordnen.

Schon immer hat sich Lou Nüssli für Kunst interessiert. «In der Schule war Zeichnen mein bestes Fach», erzählt sie. Sie habe versucht, eine Lehrstelle als Dekorateurin zu bekommen, wurde aber abgewiesen, da damals die Lehrstellen ausschliesslich an Männer vergeben wurden. Also hat sich Lou Nüssli auf die Kunst fokussiert und sich das Malen autodidaktisch beigebracht. Anfangs habe sie vor allem für sich selbst gemalt. «Ich habe meine Leidenschaft ausgelebt, ohne das Ziel, damit irgendwann Geld zu verdienen», sagt sie. Eine Kollegin von ihr sei auf ihre Bilder aufmerksam geworden und habe den Kontakt zu einem Galeristen hergestellt. «Dieser hat dann meine Bilder tatsächlich in seiner Galerie ausgestellt.»

Immer offen für neue Techniken

An ihrer Herangehensweise hat dieser Umstand allerdings nichts verändert. Noch immer habe sie in erster Linie Kunst gemacht, die ihr persönlich gefallen hat. «Je weniger ich bei der Arbeit überlegen muss, desto besser ist das Endergebnis.» Wichtig ist für Lou Nüssli, stets offen und neugierig zu bleiben, neue Techniken auszuprobieren und mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten. Was für andere bloss Abfall ist, kann in ihren Werken zu Kunst werden. «Die Thur ist eine wahre Goldgrube für die unterschiedlichsten Gegenstände, die ich für meine Werke verwenden kann», verrät sie. Nicht nur bei den Materialien zeigt sich Lou Nüssli experimentierfreudig. Auch das Werkzeug, das sie verwendet, beschränkt sich nicht nur auf den Pinsel. Schraubenzieher, Spachtel, Roller, aber auch ihre Hände kommen zum Einsatz.

Ihr Mann hat Lou Nüssli stets in ihrer Künstlertätigkeit bestärkt. «Ohne diese Unterstützung würde es nicht funktionieren», sagt sie. Schliesslich verbringe sie vor einer Ausstellung bis zu 60 Stunden in ihrem Atelier. «Deshalb ist es mir wichtig, dass mein Mann voll hinter mir und meiner Arbeit steht.»

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung von Lou Nüssli findet vom 18. März bis 9. April in der Galerie zur alten Bank in Niederuzwil statt. Informationen unter www.galeriezuraltenbank.ch