Kulturpreisverleihung der Stadt Wil: Kultur erstrahlt in positivem Licht

Dank vielfältigem Engagement ist Kultur in Wil allgegenwärtig. Dafür verlieh die Stadt am Donnerstag Kulturpreise.

Gianni Amstutz
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Kultur in Wil: Diese Thematik sorgte wegen der Debatte über die Weihnachtslieder in den vergangenen Tagen für Negativschlagzeilen. Dass das Thema aber auch positiv behaftet sein kann, zeigte die jährlich stattfindende Kulturpreisverleihung der Stadt am Donnerstagabend in der Tonhalle.

Kultur – das zeigte sich – begegnet einem in Wil an vielen Orten. «Alle der Preisträger können mit einem oder mehreren Gebäuden unserer Stadt in Verbindung gebracht werden», stellte auch Stadtpräsidentin Susanne Hartmann fest. Es sei wirklich grossartig, was die Ausgezeichneten für die Kultur der Stadt leisteten.

Kunst am Bau und Belebung der Altstadt

Das Schaffen von Sebastian Stadler begegnet einem im Gebäude des Sicherheitsverbundes Region Wil. Dort hat der Künstler die Wände mit Bildausschnitten aus dem Einsatzarchiv des Sicherheitsverbunds drapiert. Auch darüber hinaus widmet sich Stalder in seiner Kunst der Fotografie und dem Film. Für sein Engagement wurde er mit dem Förderpreis ausgezeichnet, konnte diesen allerdings nicht persönlich entgegennehmen, da er krankheitshalber abwesend war.

Ebenfalls einen Förderpreis erhielt die Altstadtvereinigung. Ihr Wirken ist – wie der Name bereits vermuten lässt – im historischen Zentrum von Wil zu sehen. Sie unterstützt und koordiniert Initiativen aus der Bevölkerung und von ansässigen Gastrolokalen zur Belebung der Altstadt. Darüber hinaus hat sie auch eine eigene Veranstaltungsreihe «Altstadt+» ins Leben gerufen. Laudatorin Bigna Körner umschrieb die Arbeit der Altstadtvereinigung in einem Märchen. Denn manchmal wirke es so, als ob die Altstadt in einen Dornröschenschlaf versinken würde. Die Altstadtvereinigung rund um Präsident Simon Lumpert sorge dafür, dass dies nicht geschehe.

Living-Museum und die Geschichte Wils

Auf dem Areal der Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil hat sich das Schaffen von Rose Ehemann manifestiert. Sie brachte das Konzept eines Living-Museums von New York nach Wil. Dieses ist Kulturort sowie Therapieeinrichtung zugleich. Die Idee: Menschen mit einer psychischen Krankheit können ihre Erfahrungen in künstlerische Schaffenskraft umwandeln. Das hilft nicht nur bei der Therapie, es verschafft den Künstlern auch Anerkennung, was gerade für psychisch kranke Menschen, die mit Vorurteilen und Ausgrenzung zu kämpfen haben, von grosser Bedeutung ist. Dafür, dass Rose Ehemann das Konzept nach Wil gebracht hat, wo das weltweit zweite Living-Museum gegründet wurde, und die Idee seither in der Schweiz und im Ausland verbreitet hat, erhielt sie den Anerkennungspreis.

Die Arbeit von Magdalen Bless kann nur schwer auf einen Ort in Wil reduziert werden. Schliesslich hat die Historikerin bei der Aufarbeitung der Stadtgeschichte zahlreiche Orte behandelt. An der Volkshochschule Wil, wo sie regelmässig Einblick in die Vergangenheit Wils gewährt, ist sie aber vor allem mit dem Hof zu Wil verbunden. Auch sie erhielt den Anerkennungspreis der Stadt verliehen – dafür, dass sie die Geschichte der Stadt vielen Leuten zugänglich gemacht hat.

Kreatives Schaffen im Tessin

Neben den Förder- und Anerkennungspreisen, die mit 3000 bzw. 5000 Franken dotiert sind, verleiht die Stadt jährlich auch das Bick-Stipendium. Für vier Wochen kann sich ein Kunstschaffender dabei vier Wochen in einem der Bick-Häuser in Sant’Abbondio im Tessin ganz seiner Kreativität hingeben. Heuer kommt dieses Stipendium der Autorin Jeannette Loosli Gassama zu. Die ehemalige Tänzerin versprach, die Zeit im Bick-Haus dazu zu nutzen, die Buchstaben tanzen zu lassen. Werner Widmer, letztjähriger Stipendiat und Laudator, schien die Zeit im Tessin jedenfalls gefallen zu haben. In seiner Ansprache wurde er nicht müde, zu wiederholen: «Bick ist gut.» Loosli Gassama kann sich also freuen.