Kulturkeller am Siedepunkt

Am Montagabend war das zehnköpfige Pullup Orchestra im Kulturkeller des Restaurants Park in Flawil zu Gast. Mit seiner frischen Mischung aus Hip-Hop-Beats, Brassband-Klängen, pointiertem Gesang und Sprechgesang begeisterte es vollends.

Mario Fuchs
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Voller Körpereinsatz: Sylvain Bischof am Boden, spielend.

Voller Körpereinsatz: Sylvain Bischof am Boden, spielend.

Flawil. Der Kreis schloss sich. Nachdem das Pullup Orchestra 2008 einen der ersten Auftritte im Rahmen seiner «Thanks to the Opera/No Matter»-Tour 2008 in Flawil gefeiert hatte, spielte es am Montagabend das letzte von über 100 Konzerten jener Musikreise, die sie zwischenzeitlich über Winterthur und St. Gallen bis nach Barcelona, Avignon, Dresden, Berlin und Wien geführt hatte.

Druckvolles Klanggewand

Die Truppe rund um die zwei Labhart-Brüder – Philipp an der Trompete und Samuel «Samwhaa!» mit zumeist beeindruckend schnellem, pointiertem Mundart-Sprechgesang – brachte mit ihren Bläsern (Posaune, Tuba, Saxophon) und der dreifach besetzten Perkussionsabteilung den Kulturkeller schon nach wenigen Minuten zum Kochen. Die druckvollen Beats und kräftigen Bläserklänge bildeten den Teppich für Samwhaas mal nachdenkliche, mal lustige Texte und den farbigen Gesang von Valérie Maerten.

Hochgenuss auf Hochtouren

Dass Samwhaa nicht nur ein begabter Rapper, sonder auch ein passionierter Geschichtenerzähler ist, bewies er zwischen den Stücken. Nach rund drei Jahren, die nun seit der Gründung der Formation vergangen sind, hat die Band ihren eigenen Sound gefunden. Deren Mitglieder präsentieren die Musik mit jeder Faser des Körpers. Eingeübte Choreographien wie abrupte Pianissimi mit gleichzeitigem Zu-Boden-Gehen aller Musikanten und die Auflösung des Spannungsbogens in einem euphorisch dreschenden Finale samt Band-Bolognese durch den Kulturkeller rissen das Publikum von den Stühlen. Einmal mehr ein Hochgenuss, den einen das Night-Music-Team vorsetzte.

Sprachakrobat Samwhaa! spickt die Worte im Sekundentakt.

Sprachakrobat Samwhaa! spickt die Worte im Sekundentakt.

Pure Spielfreude: Lukas Meier in der dreiköpfigen Rhythmussektion.

Pure Spielfreude: Lukas Meier in der dreiköpfigen Rhythmussektion.

Von der Musik absorbiert: Niklaus Hürny beim Solo. (Bilder: mf.)

Von der Musik absorbiert: Niklaus Hürny beim Solo. (Bilder: mf.)

Bild: Mario Fuchs

Bild: Mario Fuchs

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