Kulturförderung über die Grenze

Der Verein Kultur Südthurgau dehnt sich unter dem neuen Namen Thurkultur auf das Gebiet rund um Wil aus. Zu den Hinterthurgauer Gemeinden stossen die St. Galler hinzu. Gleich bleibt der Auftrag: Das Kulturschaffen fördern.

Philipp Haag
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REGION. Er ist erst vier Jahre alt, der Verein Kultur Südthurgau. Der regionale Kulturförderer ist mitten in der Konsolidierungsphase, wie es Präsident Hans Suter beschreibt. Eigentlich wollte der Verein nun einen weiteren Schritt machen. Kultur Südthurgau wollte sich bei der Hinterthurgauer Bevölkerung noch stärker ins Bewusstsein bringen. Dies ist dem Verein mit dem Kulturwochenende, das vor kurzem stattfand, auch gelungen. Trotzdem wird der Kulturförderer – ein Pilotprojekt für den Thurgau – am 10. November aufgelöst. Davon geht Suter aus. Doch der Präsident von Kultur Südthurgau kann gut damit leben, wird doch am gleichen Abend ein Verein aus der Taufe gehoben, der nach dem Vorbild von Kultur Südthurgau funktioniert, einfach unter anderem Namen, Thurkultur. Ausserdem ist die neue Organisation für ein grösseres Gebiet zuständig. Kultur Südthurgau dehnt sich über die Kantonsgrenze hinweg auf die St. Galler Gemeinden rund um Wil aus, von 13 auf um die 20 (siehe Kasten). Die Aufgabe bleibt aber die gleiche, wie Suter betont: «Die Förderung der Kultur.»

Zu Beginn skeptisch

Dem Schritt vorausgegangen sind intensive Gespräche mit der Regio Wil, über deren Gebiet sich der neue Kulturförderer ab Anfang 2012 erstreckt. Gespräche waren nötig, weil der Vorstand von Kultur Südthurgau zu Beginn skeptisch war. Eigentlich wollte er den Verein weiter etablieren. Ausserdem waren kritische Stimmen laut geworden. Hinterthurgauer Kulturschaffende befürchteten, dass Wil als grösster Anbieter kultureller Anlässe in der neuen Organisation zu stark dominieren und Fördergelder vor allem in die dortigen Angebote fliessen würden. Diesen Befürchtungen wirkt Thurkultur bereits vor der Gründung entgegen. Einerseits sind für den Vorstand neben fünf St. Galler Vertretern vier Hinterthurgauer vorgesehen. Wer im Vorstand Einsitz nehmen soll, ist aber noch nicht klar. Als Präsident von Kultur Südthurgau war Suter ein Kandidat; wegen seines neuen Jobs, er wird Chefredaktor der Wiler Zeitung, stellt er seine ehrenamtliche Tätigkeit nun aber zur Diskussion. Andererseits sollen die Gemeinden wie bis anhin zwei Drittel des von ihnen einbezahlten Betrags für sich beanspruchen können. Mit einem Franken pro Einwohner bleibt auch der Beitrag gleich. Die Kantone verdoppeln diesen, indem sie ebenfalls einen Franken einbezahlen. Beibehalten werden sollen auch die Leistungsvereinbarungen mit den beiden Hinterthurgauer Kleinkunstveranstaltern «Büx» aus Sirnach und «Gong» aus Aadorf. Das Kloster Fischingen hat laut Suter mit ihrer Klassik-Konzert-Reihe eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Wie schon Kultur Südthurgau kümmert sich Thurkultur neben dem Verwalten und Verteilen der Unterstützungsgelder vor allem ums Marketing, indem der Verein beispielsweise eine Zeitschrift herausgibt oder eine Homepage aufschaltet, auf der alle Kulturanlässe in der Region Wil/Hinterthurgau aufgeführt sind.

Ein Netzwerk bilden

Ausserdem soll der Verein eine Plattform sein, wie Suter es bezeichnet, «über das die Kulturschaffenden mit den Gemeinden und Wirtschaftsvertretern in Kontakt treten können». Ihm schwebt eine Organisation vor, «die den Kulturveranstaltern sowie den Gemeinden organisatorisch zur Hand geht.»

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