«Kulturbär» streckt die Fühler aus

Seit September ist Christoph Baer für das kulturelle Leben in Uzwil zuständig. Er hat in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt und Veranstaltungen besucht. Sein Fazit: In Uzwil ist mehr los, als die Leute meinen.

Urs Bänziger
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Christoph Baer Kulturbeauftragter der Gemeinde Uzwil (Bild: Urs Bänziger)

Christoph Baer Kulturbeauftragter der Gemeinde Uzwil (Bild: Urs Bänziger)

UZWIL. Die Bezeichnung «Manager» findet er übertrieben, und der Begriff «Kulturbeauftragter» ist ihm zu hoch gegriffen. Da gefällt ihm der Name «Kulturbär» viel besser. Schliesslich heisst er ja auch Bär – Christoph Baer, seit September für das kulturelle Leben in Uzwil zuständig.

Die Gemeinde hat ihn verpflichtet, damit er das kulturelle Leben in Uzwil weiterentwickelt und fördert. Seit er seine Tätigkeit aufgenommen hat, machte er vor allem eines: zuhören. Er habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Vereinen und Institutionen geführt, sagt Baer. Aber auch Veranstaltungen besucht. «Ich bin fast jedes Wochenende in Uzwil und nehme an Anlässen teil.»

Zu wenig wahrgenommen

Obwohl er seine neue Aufgabe noch nicht lange ausübt, ist für Christoph Baer klar: Die Aussage, dass in Uzwil nichts los sei, stimmt nicht. «In Uzwil läuft viel. Das Problem ist, dass viele gar nicht wissen, wo etwas los ist.» Dass in Uzwil die kulturellen Veranstaltungen zu wenig wahrgenommen werden, hat er auch in den Gesprächen mit Organisatoren festgestellt. «Sie haben teils Mühe, die Bevölkerung zu erreichen. Aber auch Schwierigkeiten, Leute zu finden, die bereit sind, bei der Organisation mitzuhelfen.» Der grösste Handlungsbedarf bestehe denn auch nicht unbedingt darin, mehr Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, sondern das vorhandene Kulturangebot zu optimieren, sagt Baer.

Workshops durchgeführt

Der «Kulturbär» hat am vergangenen Freitag den Krimiabend in der Bibliothek besucht und ist begeistert. «Eine Veranstaltung, die ganz offensichtlich eine breite Bevölkerungsgruppe anspricht, denn der Abend war sehr gut besucht.» Ein Grund für den Erfolg liege wohl darin, dass die Besucher in den Anlass eingebunden werden.

Christoph Baer kennt inzwischen eine Reihe von Veranstaltungen in Uzwil und auch die Personen, die dahinterstehen. Mit einigen von ihnen hat er bereits Workshops durchgeführt, an welchen es vor allem darum ging, bestehende Konzepte zu überprüfen und Verbesserungspotenzial zu erkennen.

Unterstützen und beraten

Er sieht seine Aufgabe nicht darin, den Leuten zu sagen, was sie zu tun haben. «Ich kann den Organisatoren die Arbeit nicht abnehmen. Aber ich kann sie unterstützen und beraten, wenn es darum geht, Verbesserungen zu erzielen und Innovationen zu erarbeiten», erklärt Baer. Seine erste Präsenz in der Öffentlichkeit hatte er am Herbstmarkt. In seinem dort provisorisch eingerichteten «Kulturbüro» hatte er nicht nur viele Begegnungen, sondern auch Ideen gesammelt.

Noch bis Ende Januar läuft ein Ideenwettbewerb. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Vorschläge für Veranstaltungen einzureichen. «Die Ideen sind vielseitig, sie reichen von einem Musikevent mit Karaoke über ein Kulturcafé bis hin zu einem Seifenkistenrennen am Vogelsberg», berichtet Baer. Im Februar wird eine Jury aus den Ideen ein Siegerprojekt erküren.

Dieses soll mit Unterstützung der Gemeinde umgesetzt werden. Baer hofft, dass noch weitere der eingereichten Vorschläge auf die Beine gestellt werden. «Es hat einige Ideen darunter, welche das kulturelle Leben in Uzwil bereichern würden.»

Mit dem «Büro für Kultur und Spontan-Kreativität» trat der Kulturmanager der Gemeinde am Herbstmarkt erstmals an die Öffentlichkeit. (Bild: pd)

Mit dem «Büro für Kultur und Spontan-Kreativität» trat der Kulturmanager der Gemeinde am Herbstmarkt erstmals an die Öffentlichkeit. (Bild: pd)