KULTUR: 290'000 Franken aus dem Lotteriefonds

In der Junisession befindet das St.Galler Kantonsparlament über Beiträge für neun Projekte in der Region Wil. Diese reichen von denkmalpflegerisch bedeutenden Renovationen bis hin zu Buch-, Musik- und Kunstprojekten.

Hans Suter
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9 (Bilder: Hans Suter)

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Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Im Schweizer Zahlenlotto gibt es keine Verlierer. Denn der verbleibende Gewinn aus dem Glücksspiel kommt in den Kantonen Kulturprojekten zugute. Im Kanton St.Gallen wird im Parlament zweimal jährlich über entsprechende Anträge befunden.

Alle beantragten Beiträge auf einen Blick

In der ersten Botschaft 2017 sind nebst den üblichen Jahresbeiträgen an Kulturinstitutionen neun Projekte für einmalige Beiträge aus dem Lotteriefonds vorgeschlagen: Operette «Das kleine Café» von Ralph Benatzky in Magdenau (Fr. 20'000.–), Musikprojekt Popsanto II in Wil und Kirchberg (Fr. 15'000.–), Buchprojekt «Paul Huber 1918 bis 2001 – der Komponist und sein Werk» (Fr. 10'000.–), Kunsthalle Toggenburg (Arthur) mit dem Projekt «Weiter» (Fr. 14'000.–), Jahresbeitrag an Mollys Filmpalast in Wil (Fr. 7500.–), Jubiläum «125 Jahre Platanenhof Oberuzwil» (Fr. 30'000.–), Jubiläumspublikation «Die Geschichte des Gymnasiums Friedberg», Teil 1 von 3 (Fr. 10'000.–). Die höchsten Beiträge erhalten zwei denkmalpflegerische Projekte: Kirchenrenovation und Innenreinigung der katholischen Kirche Bazenheid (Fr. 92'700.–) und Gesamtrenovation des ehemaligen Zehntenhauses in Zuzwil (Fr. 91'100.–).

Insgesamt ergibt sich eine Summe von 290'100 Franken. Entschieden wird in der Junisession. Im Regelfall werden die Beiträge vom Kantonsparlament diskussionslos genehmigt.

Erstaufführung im «Rössli» in Magdenau

Unter der Leitung von Kristjan Döhring inszeniert der Chor Inscriptum seit 2008 vielseitig und innovativ musikalische und szenische Aufführungen. Das neueste Projekt des rund zwanzigköpfigen Ensembles ist die Inszenierung von Ralph Benatzkys Operette «Das kleine Café».

Zum 60. Todestag von Ralph Benatzky erweckt Inscriptum das wienerische Lustspiel in drei Akten aus dem Dornröschenschlaf und bringt es in der Schweiz als Erstaufführung auf die Bühne. Zusammen mit erfahrenen Filmemachern arbeitet Inscriptum an einer Aufführung, die das Medium Film miteinbezieht. In Form eines Stummfilms, der in einer Parallelhandlung die Welt ausserhalb des Cafés zeigt, soll ein Kontrapunkt zur Operettenseligkeit im Innenraum gesetzt werden. Als Aufführungsort haben sich die Verantwortlichen den Jugendstilsaal im Restaurant Rössli in Magdenau ausgesucht, wo «Das kleine Café» im November mehrmals zu sehen sein wird. Weitere Vorstellungen sind in St.Gallen geplant.

Neues Leben im Zehntenhaus

Das laut Überlieferungen ehemalige äbtische Zehntenhaus an der Hinterdorfstrasse 26 in Zuzwil wird wegen seiner roten, mit ornamentalen Malereien bestückten Fassade auch «Rotes Haus» genannt. Es entstand im Jahr 1706 einheitlich und zeitlich in den noch heute vorliegenden Bau- und Raumstrukturen. Die südliche Haushälfte ist in Strickbauweise ausgeführt und stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der Nordteil dagegen besteht aus einer Bohlenständerkonstruktion und dürfte seinen Ursprung im Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert haben. Das Zehntenhaus gilt kantonal als schützenswertes Objekt ersten Ranges. Der Umbau sieht vor, vier Wohnungen einzubauen. Die Arbeiten erfolgen unter Wahrung historischer Bauteile und Malereien, die fachgerecht restauriert und instand gestellt werden. Eine Fassadenrenovation ist derzeit nicht nötig. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Franken. An die denkmalpflegebedingt anrechenbaren Aufwendungen von 227'561 Franken ist ein Staatsbeitrag von 91'100 Franken vorgesehen.

Katholische Kirche unter Schutz gestellt

Die neugotische Bazenheider Pfarrkirche St. Joseph liegt auf dem Haidebühl, östlich der Wiler Strasse, und stellt mit ihrem charakteristischen Westturm ein sichtbares Baudenkmal dar. Seit dem Jahre 2017 ist dieses Gebäude als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung ausgeschieden. Die anstehende Gesamtrenovation beinhaltet insbesondere eine umfassende Fassadenrenovation sowie die Reinigung der Raumschale und der Ausstattung. Aufwendig ist die Restaurierung und Instandsetzung verschiedener Sand- und Kunststeinelemente wie Tuffsteinlisenen, Fenstereinfassungen, Fialen, Strebpfeilern und diversen Verzierungen an der Fassade. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 100'2500 Franken. Darin sind denkmalpflegebedingt anrechenbare Aufwendungen von 347'464 Franken enthalten. Der beantragte Staatsbeitrag an die Kosten beläuft sich auf 92'700 Franken.

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