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Nicht überall möglich: Kühles Wasser für die Fische

Im Kanton Thurgau werden bei den Zuflüssen grösserer Flüsse Mulden ausgebaggert, damit sich dort kühleres Wasser sammelt und den Fischen so einen Erholungsraum bietet. Im Kanton St. Gallen beobachtet man dies aufmerksam.
Richard Clavadetscher
Das Ausbaggern von Mulden bei der Mündung von Zuflüssen soll dort kühleres Wasser sammeln. (Bild: Andrea Stadler)

Das Ausbaggern von Mulden bei der Mündung von Zuflüssen soll dort kühleres Wasser sammeln. (Bild: Andrea Stadler)

Weil sich die Rheinwassertemperaturen zurzeit der kritischen Schwelle von 25 Grad nähern, was für einige Fischarten zu hoch ist, hat das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau Massnahmen ergriffen: Es lässt bei Zuflüssen mit kühlerem Wasser Mulden ausbaggern, damit sich das kühle Wasser dort sammelt und den Fischen quasi als Erholungsraum dienen kann. Solche Arbeiten sind unter anderem bei Wagenhausen, Hemishofen und Diessenhofen erfolgt. Die entsprechenden Zonen wurden zudem gekennzeichnet und mit der Aufforderung für Besucher versehen, dort nicht zu baden oder zu tauchen. Die gestressten Fische sollen ihre Ruhe haben.
Laut Roman Kistler, Amtsleiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung, zeigen erste Beobachtungen, dass die ausgebaggerten Mulden von den Fischen auch angenommen und «bezogen» werden. – Eine positive Nachricht also.

Untergrund muss geeignet sein

Viele Gewässer sind für die Äsche (Bild) zurzeit zu warm. (Bild: Rudolf Hirtel)

Viele Gewässer sind für die Äsche (Bild) zurzeit zu warm. (Bild: Rudolf Hirtel)

Entsprechende Massnahmen sind im Kanton St. Gallen bisher noch nicht erfolgt. Christoph Birrer, zuständiger Abteilungsleiter beim kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei, schliesst aber nicht aus, dass der Kanton auf seinem Hoheitsgebiet in allernächster Zukunft vergleichbare Anstrengungen unternehmen könnte – wo immer möglich. Er nennt die Massnahmen der Thurgauer Kollegen immerhin «einen interessanten Ansatz».
Birrer weist aber darauf hin, dass diese Massnahmen für die St. Galler Flüsse nicht einfach eins zu eins übernommen werden können: «Der Untergrund muss geeignet sein.» Im Thurgau hätten Flüsse im Mündungs- oder Hauptbereich oft ein tiefes Kiesbett, das die Gletscher seinerzeit ablagerten. Da sei das Ausbaggern einfacher. Nicht so jedoch im Kanton St. Gallen, wo etliche Flüsse – vereinfacht gesagt – über felsigen Untergrund fliessen oder der Kieskörper weniger mächtig ist. Da bringe baggern nicht viel oder es berge das Risiko, «den Grundwasserleiter zu tangieren» (Birrer). Des weiteren brauche es Zuflüsse, die tatsächlich kühleres Nass führten und idealerweise für die Fische auch bei den aktuell sehr tiefen Wasserständen beschwimmbar seien. Denn dies wäre eine Alternative zum Ausbaggern von Kühlmulden in Gewässern, in die das kühlere Wasser mündet: den Fischen die Möglichkeit schaffen, ins kühlere Gewässer aufzusteigen.
Solche Zuflüsse aber habe es zum Beispiel in der Region Fürstenland-Wil «nicht allzu viele», so Birrer. Die Glatt und der Alpbach könnten geeignet sein. Bei der Glatt seien tatsächlich seit längerem Bemühungen im Gang, eine für Fische bisher nicht passierbare Schwelle im Bereich Buchental passierbar zu machen. Die Alpbachmündung sei bereits revitalisiert, und im Hauptgewässer, der Thur, seien ebenfalls Strukturmassnahmen zu Gunsten der Fische geplant.
Nun kann das Amt für Natur, Jagd und Fischerei für solche Arbeiten nicht einfach die Bagger auffahren lassen. Weil alles seine Ordnung haben muss, hat der Wasserbau beim Amt für Wasser und Energie auch noch ein Wort mitzureden und seine Zustimmung zu geben. Dies, damit bei Hochwasser keine Ufer- oder Strukturschäden entstehen. Entsprechende Kontakte sollen laut Birrer aber nun erfolgen.

Genug Nahrung und Unterstände

Doch auch wenn entsprechende Erholungszonen definiert wären und geschaffen würden, gälte es noch einiges zu berücksichtigen – im Wasser ebenso wie darüber. Die entsprechenden Zonen müssten zum Beispiel genügend Nahrung und Unterstände aufweisen, denn «sonst fressen die grösseren Fische einfach die kleineren, es käme zudem zu Dichtestress», so Birrer. Und möglicherweise müssten diese Erholungszonen dann gar in einer praktikablen Form abgedeckt und beschattet werden. Graureiher und andere Beutemacher würden nämlich schnell feststellen, dass es sich dort aufgrund des hohen Fischbestandes lohne, nach Nahrung zu suchen.

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