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«Krone»-Schopf erhält neue Heimat

Der Schuppen beim Restaurant Krone in Lenggenwil soll einem Neubau weichen. Die Abbruchbewilligung liegt vor. Nun hat die Stiftung Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz, Interesse an dem Objekt bekundet.
Zita Meienhofer
Die Remise beim Restaurant Krone, Lenggenwil, wird bald im Ballenberg zu sehen sein. Hugo Jung und Herbert Meienhofer von der Krone Lenggenwil GmbH sowie Rolf Högger, Dorfbühne Lenggenwil, freuen sich darüber. (Bild: Zita Meienhofer)

Die Remise beim Restaurant Krone, Lenggenwil, wird bald im Ballenberg zu sehen sein. Hugo Jung und Herbert Meienhofer von der Krone Lenggenwil GmbH sowie Rolf Högger, Dorfbühne Lenggenwil, freuen sich darüber. (Bild: Zita Meienhofer)

LENGGENWIL. Schon seit geraumer Zeit wird in Lenggenwil über eine attraktivere Gestaltung des Dorfplatzes verbunden mit einem Neubau neben dem Restaurant Krone diskutiert. Auf diesem Areal, im Dorfzentrum, soll Raum für Begegnungen entstehen. Dafür initiierte der Verein Jugend und Kultur ein Bauprojekt, das Platz für einen Dorfladen, für technische Einrichtungen sowie Lagerräume beinhaltet. Damit dieser Neubau realisiert werden kann, muss der Schuppen beim Restaurant abgebrochen werden. Die Abbruchbewilligung liegt vor, die Bagger hätten eigentlich schon auffahren sollen. Verschiedene Umstände haben dies bislang verhindert – zum Glück.

Bauten aus dem 19. Jahrhundert

Die acht Inhaber der Liegenschaft Krone staunten nicht schlecht, als sie noch vor nicht so langer Zeit Post aus Brienz erhielten. In diesem Schreiben bekundete die Stiftung Ballenberg Interesse am Abbruchobjekt. Gemäss Stiftungsrat ist der «Krone»-Schopf eine traditionelle, ländliche Baute aus der Ostschweiz, die es zu erhalten gelte. Das Restaurant wie auch die freistehende Remise wurden im 19. Jahrhundert erstellt. Ein schutzwürdiges Interesse besteht für diese Gebäude nicht. Deshalb sei der Abbruch des Schopfs auch ohne weiteres bewilligt worden, erklärt Simon Thalmann, Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil. Künftig wird nun der Schuppen aus Lenggenwil – wie etliche weitere Gebäude, die nicht am ursprünglichen Standort erhalten bleiben können – auf dem 66 Hektar grossen Museumsgelände im Ballenberg oberhalb von Brienz stehen. Die Baute wird nächstens sorgfältig abgetragen und im Kanton Bern wieder aufgebaut.

Besonderes Mauerwerk

Aufmerksam auf den «Krone»-Schopf wurden Mitarbeiter der «Aktion Bauernhausforschung in der Schweiz». Durch verschiedene Kanäle – in diesem Fall war es ein Zeitungsartikel – werden diese über Abbruchobjekte informiert. Das ermöglicht dem Freilichtmuseum Ballenberg eine gezielte, breitabgestützte Auswahl der wichtigsten charakteristischen Haus-, Hof- und Siedlungsformen der Schweiz. Hugo Jung und Herbert Meienhofer von der Krone Lenggenwil GmbH und Rolf Högger, Präsident der Dorfbühne Lenggenwil, – dieser Verein tritt als Bauherr des neuen Gebäudes auf – trafen sich kürzlich mit Mitgliedern des Stiftungsrats Ballenberg vor Ort. Fachleute begutachteten das Objekt, massen es aus und liessen dem Gebäude Proben entnehmen. Als einzigartig wird beim Objekt vor allem das Mauerwerk genannt. Dieses wird als in der Schweiz kaum mehr auffindbar bezeichnet.

Beginn der Vorbereitungen

Der Transport ist nun auf die zweite Aprilwoche geplant worden. Ein Mobilkran lädt dann den Schuppen auf einen Spezialtransporter, der den «Krone»-Schopf nach Brienz transportieren wird. Mit den Vorkehrungen für die Abbau- sowie die Transportarbeiten wird heute Freitagvormittag begonnen. Dabei sein werden Fachleute und Mitglieder der Ballenberg-Stiftung. Bei den «Krone»-Besitzern herrscht jetzt schon Vorfreude. «Es gibt nicht viele Objekte, die an einem Ort stehen, der jährlich rund 250 000 Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz und dem Ausland anzieht», sagt Hugo Jung. Dieses Ereignis nutzt auch die Wirtin des Restaurants Krone, Isabel de Gouveia, die heute das Restaurant übernimmt. Sie lädt Interessierte zu einem Umtrunk um 11 Uhr ein.

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