KRITIK: Entscheid ist schwer verdaulich

Bei der Vergabe des Mittagstisch-Caterings an die SV Schweiz AG hat die Stadt Wil Fehler gemacht. Zu diesem Schluss kommt – gestützt auf einen Bericht der GPK – das Präsidium des Stadtparlaments.

Ursula Ammann
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Das Essen an Wiler Schulen beschäftigt die Politik. (Symbolbild: Nana do Carmo)

Das Essen an Wiler Schulen beschäftigt die Politik. (Symbolbild: Nana do Carmo)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Seit knapp einem Jahr kocht die SV Schweiz AG für die Kinder an Wiler Schulen. Der Entscheid für diesen neuen Mittagstisch-Caterer löste Kritik aus. Luc Kauf, Stadtparlamentarier der Grünen Prowil, reichte eine Interpellation ein. Nach deren Behandlung hat das Stadtparlament beschlossen, die Vergabe durch die parlamentarische Geschäftsprüfungskommission untersuchen zu lassen. Nun liegt der Bericht vor.

Mietzinsreduktion verursacht Mehrkosten

Der Stadtrat rechtfertigte die Vergabe in der Interpellationsantwort unter anderem mit der Begründung, man habe sich für das wirtschaftlich günstigste Angebot entschieden. Wie die GPK in ihrem Bericht jedoch festhält, sind durch den Wechsel des Caterers sogar Mehrkosten entstanden. Für die Migros Ostschweiz als bisherige Catering-Anbieterin und Pächterin der Mensa in der Schulanlage Lindenhof ergab sich durch den Wegfall des Auftrags eine Umsatzeinbusse. Denn die Mensa kann in der neuen Konstellation nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Um die Kündigung des Mensa-Pachtvertrags zu verhindern, wurde eine Mietzinsreduktion von 18000 Franken pro Jahr vereinbart. Die Geschäftsprüfungskommission hat nun festgestellt, dass sich dadurch – zusammen mit den wiederkehrenden und einmaligen Ausgaben durch die Vergabe – für die nächsten drei Jahre Mehrkosten von 41 300 Franken jährlich ergeben.

Mit Befremden habe man von diesen Mehrkosten Kenntnis genommen, schreibt das Präsidium des Stadtparlaments Wil in einer Medienmitteilung. In dieser wird auch kritisiert, dass es in der damaligen Interpellationsantwort mit Ausnahme einer Auflistung einmaliger Ausgaben keine Offenlegung dieser zusätzlichen Kosten gegeben habe. Allerdings gehe aus dem Bericht der GPK nicht hervor, ob der Stadtrat zu jenem Zeitpunkt von den zusätzlichen Kosten gewusst habe.

Gestützt auf den GPK-Bericht hält das Präsidium des Stadtparlaments fest, «dass im Vergabeverfahren Fehler gemacht worden sind». Vom Departement Bildung und Sport sei nun zu erwarten, «dass künftige Vergabeverfahren korrekt und nachvollziehbar durchgeführt werden». Das Departement Bildung und Sport hat laut Medienmitteilung in einer Stellungnahme erklärt, dass «das Ausschreibeverfahren heute angepasst und nicht mehr gleichermassen durchgeführt werden würde».