Krise zeigt noch keine Folgen

Die Finanzen der Gemeinde Uzwil sind im Lot – die Wirtschaftskrise hat sich (noch) nicht negativ in der Jahresrechnung niedergeschlagen. Dies das Resümee einer überparteilichen Vorgemeinde vom Montag im Hotel Uzwil.

Philipp Stutz
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Schwarze Zahlen, keine Verschuldung: Werner Walser konnte an der Vorversammlung eine Jahresrechnung präsentieren, welche die Finanzlage der Gemeinde weiter stärkt. (Bild: stu.)

Schwarze Zahlen, keine Verschuldung: Werner Walser konnte an der Vorversammlung eine Jahresrechnung präsentieren, welche die Finanzlage der Gemeinde weiter stärkt. (Bild: stu.)

UZWIL. Die Informationsveranstaltung im Hinblick auf die «Rechnungsgemeinde» vom 13. April war äusserst dürftig besucht und glich eher einer erweiterten Vorstandssitzung. «2009 war kein gutes Jahr für die Wirtschaft», begrüsste FDP-Präsident Ralph Wyss die Besucher. Demgegenüber seien die Kennzahlen der Gemeinde durchaus erfreulich.

Amtsrechnung in neuer Form

Die Amtsrechnung präsentiert sich in neuer Form. Auf Grafiken ist weitgehend verzichtet worden. An ihre Stelle sind farbige Bilder aus dem Naturschutzgebiet Augarten getreten.

Die Meinungen über dieses Gebiet sind in der Bevölkerung allerdings geteilt: Die einen sprechen von einem landschaftlichen Kleinod, andere von einem «Schandfleck».

Die Jahresrechnung 2009 schliesst mit einem Überschuss von 2,9 Mio. Franken «wider Erwarten gut», wie Gemeindepräsident Werner Walser sagte. Das Nettovermögen der Gemeinde nahm um 2,7 Mio. Franken zu. Eine Verschuldung blieb aus. Der Überschuss wird weitgehend für die Vorfinanzierung der zentralisierten Verwaltung verwendet.

Bereits vergangenes Jahr wurden 4 Mio. dafür eingesetzt, so dass die Vorfinanzierung mit 6,8 Mio. Franken laut Walser «einen soliden Stand» erreicht.

8 Millionen investiert

Die Investitionen erreichen 8 Mio. Franken – 1,3 Mio. weniger als budgetiert. Das ist laut Walser auf die Verzögerung bei der Erneuerung des Eishalle-Restaurants und des Veloständers beim Hotel Uzwil zurückzuführen, wo noch eine Einsprache hängig ist.

«Volles Konjunkturjahr»

«Wir verzeichneten ein volles Konjunkturjahr, was sich unter anderem bei den Grundbuchgebühren und Handänderungssteuern positiv auswirkte», sagte der Gemeindepräsident. Auch die Schulen, die 64 Prozent des Gesamtaufwandes für sich beanspruchen, haben weniger Geld beansprucht. Bei einem Aufwand von 23 Mio. habe sich eine Besserstellung von 210 000 Franken ergeben, sagte Schulratspräsident Werner Dintheer. Ein grosser Teil entfalle auf Personalkosten. Dintheer sprach von sinkenden Schülerzahlen und dass der Mittagstisch nur spärlich genutzt werde.

Bescheidene Steuerkraft

Während bei den Einkommens- und Vermögenssteuern ein Plus von 1,6 Mio. Franken resultierte, musste bei den juristischen Personen ein «Einbruch» registriert werden. Die Gemeinde verfügt trotz der Direktabschreibung des Garderobengebäudes in der Rüti über ein solides Eigenkapital. «Wer nun glaubt, Uzwil mutiere zu einer Steueroase, liegt falsch», sagte Walser. So sei die Steuerkraft noch immer unterdurchschnittlich.

Wie der Redner anhand einer Grafik erläuterte, sei im personellen Bereich die Schmerzgrenze erreicht: «Unsere Personaldecke ist dünn, der Personalbestand auf dem Minimum.»

Radweg und Richtplan

An der Budgetversammlung im Herbst wurde der Kredit für den Radweg von Henau nach Niederstetten abgelehnt. Dadurch werden die Prioritäten anders gesetzt. So wird jetzt der Radweg von Salen nach Niederstetten projektiert. Die Ausführung ist 2011 geplant. Der Richtplan geht nach der Vernehmlassung zur Genehmigung an den Kanton.

Er wird laut dem Gemeindepräsidenten Auswirkungen auf den Zonenplan haben. Walser sprach von einer «Verdichtung nach innen und gegen eine Zersiedelung». Das freie Bauen auf der grünen Wiese werde eingeschränkt: «Neue Einzonungen werden es schwierig haben.»

Fusion: «zu wenig Feuer»

Ein Votant warf die Frage einer Fusion mit Oberuzwil in die Runde. Ein entsprechender Bericht sei zuhanden der Parteien gemacht worden. «Doch das Feuer für einen Zusammenschluss war nicht vorhanden», sagte Walser.

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