Krippen, die Geschichten erzählen

12 handgefertigte Weihnachtskrippen haben am Wochenende viel Publikum in die Gänge des Klosters Magdenau gelockt. Die faszinierenden Unikate sind in den diesjährigen Kursen des Vereins Krippenbau St. Joseph gebaut worden.

Andrea Häusler
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Zum Spielen zu schade – zum Anschauen jedoch faszinierend. Die Krippen, die im diesjährigen Kurs entstanden sind, verblüfften mit vielen Details. (Bilder: Andrea Häusler)

Zum Spielen zu schade – zum Anschauen jedoch faszinierend. Die Krippen, die im diesjährigen Kurs entstanden sind, verblüfften mit vielen Details. (Bilder: Andrea Häusler)

MAGDENAU. Traditionelle Ställe, schwach beleuchtet, mit Figuren aus bemaltem Holz, Wurzelhöhlen vor grauem Fels oder orientalische Rundbogen, weiss getüncht, hinter bunt gekleideten Stoffhirten. Stück für Stück reihten sich die Ergebnisse der beiden diesjährigen Kurse des Vereins Krippenbau St. Joseph Magdenau entlang den Wänden aneinander, brachten die Besucherinnen und Besucher zum Staunen, die vielen Kinderaugen zum Leuchten. Es sind biblische Landschaften, der orientalischen oder abendländischen Kultur nachempfunden; voller Liebe zum Detail gestaltete Szenerien, die die Weihnachtsgeschichte auf individuelle Art nacherzählen. Immer wieder mussten die anwesenden Kursteilnehmer Auskunft geben: über die Materialien, die Gestaltung der Gebirgskulissen oder Stalldächer, des Wassers in den imaginären Flüssen oder der steinernen Bodenbeläge. Vor allem aber über den Aufwand, der hinter den Krippen steckt. Um die 50 Stunden, wurde öfter gesagt.

Drei Kursleiter – zwei Kurse

Claudio Potini, während zehn Jahren Kursleiter in einem österreichischen Krippenbauverein, Reinhard Steiner, Krippenbaumeister, und Benjamin Schäfer haben die Kursteilnehmer seit Herbstbeginn in zwei Gruppen angeleitet, sie mit den Grundlagen vertraut gemacht, ihnen Tricks und Kniffe verraten und auch immer wieder motiviert. Das Trio hatte bereits für den ersten Kurs des noch jungen Vereins verpflichtet werden können. Ob sie ein drittes Mal dabei sein werden, ist offen. Dass Kursleiter vorhanden sind, ist jedoch eine der Hauptvoraussetzungen dafür, dass im kommenden Jahr wiederum ein Krippenbaukurs angeboten werden kann. «Entschieden wird an der Hauptversammlung im Frühling», sagt Präsident Valentin Niedermann, der sich nun erst einmal auf eine etwas ruhigere Zeit freut. Die Organisation und der Aufbau der Ausstellung, sagt er, habe rund eine Woche beansprucht. Nun stehe das Aufräumen an: nicht nur im Ausstellungsbereich, sondern auch in der Werkstatt.

Suche nach Sponsoren

Valentin Niedermann geht die Arbeit auch ausserhalb der Krippenbausaison nicht aus. Nebst dem Materialsammeln geht es auch darum, den Werkzeugpark à jour zu halten, defekte Maschinen zu ersetzen, fehlende Hilfsmittel zu ergänzen. Dafür ist er dauernd auf der Suche nach Sponsoren, wissend, dass «sein» Verein als kleine, lokale Organisation als Werbeträger wenig attraktiv ist, gleichwohl aber hoffend, da oder dort – der Sache wegen – auf Sympathie und damit Unterstützung zu stossen.

Erklärt die Details seiner aufwendig gestalteten Krippe: Guy Flüeli.

Erklärt die Details seiner aufwendig gestalteten Krippe: Guy Flüeli.

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