Krippen als Symbole christlichen Brauchtums

Nach einer zweijährigen Pause führt der Verein Krippenbau St. Joseph in seiner Werkstatt im Kloster Magdenau seit August wieder zwei Kurse durch. Neben viel Platz für Kreativität wird dabei auch die christliche Kultur gepflegt. Die gestalteten Krippen werden im Dezember in den Gängen des Klosters ausgestellt.

Christine Gregorin
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Nicht nur was entsteht, spielt eine wichtige Rolle, sondern auch das gemeinsame Erschaffen. (Bilder: Christine Gregorin)

Nicht nur was entsteht, spielt eine wichtige Rolle, sondern auch das gemeinsame Erschaffen. (Bilder: Christine Gregorin)

MAGDENAU. «Erhaltung, Pflege und Förderung von Weihnachtskrippen sowie Holzdekorationsgegenständen unter dem Gesichtspunkt ihrer religiösen, künstlerischen und heimatkundlichen Bedeutung» ist in den Vereinsstatuten als Hauptanliegen festgehalten. Zudem möchten die Verantwortlichen den Krippenbau mit der Durchführung von Kursen sowie der Teilnahme an Veranstaltungen, Ausstellungen und Märkten fördern. Eine enge Zusammenarbeit unter Gleichgesinnten sowie ein gepflegtes Vereinsleben erscheinen ihnen jedoch genauso wichtig. Darüber hinaus sollen das christlich-kulturelle Brauchtum und die Erinnerung an die Geburt Christi in der gesamten Region vertieft sowie belebt werden. Schön wäre es, wenn auf diesem Weg in jede Familie eine Krippe käme: Denn das Bauen derselben kann im Gegensatz zum professionellen Modellbau durchaus die Freude an der christlichen Kultur und dem damit verbundenen Glaubensgut wecken.

Wohlfühlatmosphäre inklusive

So viel zur theoretischen Grundlage. Bereits beim Eintreten in die heiligen Gemäuer fühlt sich der Gast fast ein bisschen wie zu Hause. Der lockere, überaus freundschaftliche Umgangston ist geprägt von einer grossen Portion Humor. Wann immer möglich steht jedem Kursteilnehmer ein erfahrener Helfender zur Seite. Nur so ist eine Fertigstellung der Unikate innerhalb von neun oder zehn Abenden überhaupt möglich. Gearbeitet wird während vier Stunden, unterbrochen von einer Essenspause.

Kursleiter Reinhard Steiner, seines Zeichens Krippenbaumeister, absolvierte die Ausbildung in seiner Heimat Österreich, wo diese spezielle Handwerkskunst eine lange Tradition hat. Er strahlt Ruhe aus, versucht auch für die verrückteste Vorstellung eine Umsetzungsmöglichkeit zu finden.

Keine Vorkenntnisse nötig

«Die Freiheit nehmen wir uns, alles so zu gestalten, wie es für uns stimmt», benennt ein Kursteilnehmer den für ihn und seine Frau entscheidenden Vorteil, selbst Hand anzulegen. Die anderen pflichten ihm zustimmend nickend bei. Weitere Voten hinsichtlich der Motivation zum Kursbesuch lauten: zur Entspannung, als symbolträchtige Verschönerung des Weihnachtsfestes oder aus religiösen Gründen. Eine Kursteilnehmerin hat den Kurs von ihrer Freundin als Hochzeitsgeschenk bekommen. Gemeinsam machen sich die beiden nun daran, hoffentlich ein zukünftiges Familienerbstück zu kreieren.

An dieser Stelle gilt es zu erwähnen, dass es keine überdurchschnittlichen handwerklichen Fähigkeiten braucht, um mitzumachen.

Gemäss Motto «Klein, aber fein»

Obwohl Präsident Valentin Niedermann bisher noch keine Krippe gebaut hat, fasziniert ihn die Befriedigung der Anwesenden beim Erschaffen. Den persönlichen Bezug schätzt er überdies ebenfalls sehr hoch ein. Und die Diskussionen darüber, welches nun die wahre Weihnachtsgeschichte oder die tatsächliche Örtlichkeit sei, liessen dem christlichen Hintergrund ebenfalls eine tragende Rolle zukommen.

Der Verein Krippenbau St. Joseph umfasst derzeit fünf Mitglieder, die für die Bereitstellung der verwendeten Rohmaterialien – fast ausschliesslich Naturprodukte – zuständig sind.