Kreisgericht verurteilt Raser

Ein Neulenker fährt mit 101 Kilometern pro Stunde durch eine Quartierstrasse in Bütschwil und wird erwischt. Gestern stand er vor dem Kreisgericht Toggenburg und wurde zu einer bedingten Haftstrafe von 13 Monaten verurteilt.

Sabine Schmid
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Wegen einer Geschwindigkeitsübertretung um 51 Kilometer pro Stunde wurde ein junger Mann zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. (Bild: ky)

Wegen einer Geschwindigkeitsübertretung um 51 Kilometer pro Stunde wurde ein junger Mann zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. (Bild: ky)

BÜTSCHWIL. Der junge Mann ist einsichtig und bereut seine Raserfahrt. Warum er an einem Abend im vergangenen Oktober mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde durch die Grämigerstrasse in Bütschwil gefahren ist, blieb unbeantwortet. Das Delikt ist gemäss Strassenverkehrsgesetz (siehe Kasten) ein Raserdelikt und zieht zwingend eine Gefängnisstrafe von einem bis vier Jahren mit sich. Gestern befasste sich das Kreisgericht Toggenburg in einem abgekürzten Verfahren mit dem Fall.

Schuld wird anerkannt

Der Fahrer, ein heute 20jähriger Mann, war gerade einmal seit viereinhalb Monaten im Besitz des Führerscheins, als er diese massive Geschwindigkeitsübertretung gemacht hatte. 101 Kilometer pro Stunde – nach den Abzügen – zeigte die Messung im Innerortsbereich. Bestritten hat er die Tat nie, auch zeigte er sich während des gesamten Verfahrens kooperativ. Dies kam ihm insofern zugute, als dass die Staatsanwältin das Strafmass mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten nur wenig über der Mindeststrafe angesetzt hat. Er habe aber ein erhöhtes Unfallrisiko in Kauf genommen, zumal die Grämigerstrasse im bebauten Gebiet sei, eine Ausfahrt in die Strasse münde und auch noch ein Hallenbad in der Nähe ist. Man könne auch davon ausgehen, dass es zum Zeitpunkt der Raserfahrt bereits dunkel gewesen ist.

Minimale Überschreitung

Weil die Voraussetzungen für ein abgekürztes Verfahren gegeben waren, haben die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung im Vorfeld einen Urteilsvorschlag ausgearbeitet. Für ihn hätten es auch zwölf Monate sein können, sagte der Verteidiger. Er machte geltend, dass der Angeschuldigte nur um einen Kilometer pro Stunde über der Grenze zum Gerichtsverfahren stand. Zudem, führte er an, müsse sein Mandant als Administrativmassnahmen innerhalb von zwölf Monaten 14 Therapiestunden leisten und den Führerschein für längere Zeit abgeben.

Sanktion ist angemessen

Das Kreisgericht trat auf den Urteilsvorschlag ein und erhob diesen zum Urteil. Dazu verpflichtete es den Angeschuldigten, die angefallenen Kosten zu übernehmen. «Ich hoffe, dass Sie in Zukunft die Verkehrsregeln besser beachten», gab ihm der Richter mit auf den Weg.