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KREATIVITÄT: Keine Spielsachen ab der Stange

Im Flawiler «Karussell» haben die Kinder vier Wochen lang ohne vorgefertigte Spielsachen gespielt. Stattdessen mit Wertlosem und ihrer Fantasie in Rollenspielen ganz neue Erfahrungen gemacht.
Ein Feldstecher aus Kartonrollen. Dies war nur eine Idee, die während des Projektmonats im «Karussell», Haus für Kinder, umgesetzt wurde. (Bild: PD)

Ein Feldstecher aus Kartonrollen. Dies war nur eine Idee, die während des Projektmonats im «Karussell», Haus für Kinder, umgesetzt wurde. (Bild: PD)

Ganze vier Wochen ohne Spielsachen – wie geht das? Diese Frage interessierte das Betreuungsteam im «Karussell», Haus für Kinder, im Rahmen des Jahresziels «wertschätzender Umgang mit Spielsachen und Förderung der Kreativität» besonders. Die Mitarbeiterinnen vertieften sich unter der Leitung der Krippenleiterin Maya Niedermann-Bachmann in die Konzeptarbeit und überlegten sich als Teilzielerreichung die praktische Umsetzung mit wertlosem und unstrukturiertem Material.

Kartonrollen, Korkzapfen, Tücher und Seile

Gemeinsam mit den Kindern räumten die Mitarbeiterinnen die Spielsachen etappenweise weg und versorgten sie ausser Reich- und Sichtweite. So musste manches Kind seiner bevorzugten Puppe oder seinem Lieblingsauto Adieu sagen. Anstelle vorgefertigter Spielsachen füllten die Kinder die Räume im «Karussell» mit ihren Ideen und ihrer sprühenden Fantasie. Mit Kartonrollen, Korkzapfen, Tüchern, Seilen, Bechern, Büchsen und vielen weiteren Dingen, in denen sie plötzlich eine Verwendung sahen, spielten, klebten, gestalteten die kleinen Persönlichkeiten ihre Spiel- und Alltagswelt. Im Wald und unterwegs sammelten sie Äste, Steinchen, Zapfen und bezogen sie in ihr Spiel mit ein. Unzählige kleine Kunstwerke entstanden. Die Betreuerinnen erfanden kreative Kreis- und Singspiele und unterstützten die Kinder in Rollenspielen. Die Kinder liessen sich auf die neuen Betätigungen ein und lernten, Ideen zu erklären und sogar Spielregeln zu verhandeln. Auch erfüllt es die Kinder mit Stolz und stärkt das Selbstvertrauen enorm, wenn sie eine eigene Erfindung entstehen und funktionieren sehen.

Nach Abschluss der vier Projektwochen wurde bewusst aussortiert, welche Spielsachen wieder in die Kisten und Regale eingeräumt werden. Zum kreativen Werken und Gestalten wird selbstverständlich weiterhin bewusst Raum frei bleiben – darin sind sich Gross und Klein einig.

Viele positive Erfahrungen

Die Evaluation zeigte, dass die vier Wochen ohne käufliche Spielsachen für das Betreuungsteam eine spannende Herausforderung waren. Leiterin Maya Niedermann meint: «Es war eine Freude, wie die Kinder sowie das gesamte Team unbegrenzte Kreativität im Spiel mit dem scheinbar wertlosen Material entwickelt und sich einzeln oder in Gruppen mit allen Sinnen darauf eingelassen haben. Die vorgefertigten, gekauften Spielsachen wurden zu keinem Zeitpunkt vermisst. Somit bewahr- heitet sich auch in diesem Zusammenhang: Wertvoll muss nicht teuer sein und oftmals ist weniger eben mehr.»

Die Ziele der Fachpersonen konnten vollumfänglich erreicht werden. Einer Wiederholung von spielzeugfreien Wochen steht also nichts im Wege. (red)

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