Kopf stehen mit dem Olympiasieger

Auch fast zwanzig Jahre nach seinem Rücktritt vom Spitzensport ist der Olympiasieger von 1996 unvergessen. Donghua Li setzte Massstäbe, und das tat er am Samstag auch in Flawil, wo er mit Kindern der Jugendriege turnte.

Andrea Häusler
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So geht's: Beobachtet von den ehemaligen Flawiler Turnerinnen und Turnern bemühen sich die Kinder, ihrem Vorbild nachzueifern, so gut es eben ging. (Bilder: Andrea Häusler)

So geht's: Beobachtet von den ehemaligen Flawiler Turnerinnen und Turnern bemühen sich die Kinder, ihrem Vorbild nachzueifern, so gut es eben ging. (Bilder: Andrea Häusler)

FLAWIL. Er kann es noch immer. Der chinesische Meister, mehrfache Schweizer Meister, Europameister, Weltmeister und Olympiasieger beherrscht seine einstige Paradedisziplin, das Pauschenpferd, wie im Zenit seiner Profikarriere. Dabei wird der Chinese mit Schweizer Pass am 10. Dezember 48 Jahre alt. Rund eine Stunde lang nahm sich Donghua Li am Samstagnachmittag Zeit, mit dem Flawiler Turnnachwuchs ein Training zu absolvieren, da ein bisschen zu instruieren und dort ein wenig zu unterstützen. Dehnungsübungen, Liegestütze, Kopf- und Handstand. Der Ehrgeiz der Kinder war rasch geweckt, und deren Bewunderung war Li gewiss. Erst recht, als er seine Goldübung von Atlanta zeigte.

Tägliches Training

«Er hät mega Muskle», flüsterte ein Knabe während des Showteils zutiefst beeindruckt. Tatsächlich trainiert Donghua Li auch heute noch täglich. Obwohl er – inzwischen zweifacher Vater – seinen Lebensunterhalt als Unternehmer und Berater bestreitet. Disziplin, aber auch der Glaube, das scheinbar Unmögliche erreichen zu können, und die Bereitschaft, ein Ziel konsequent zu verfolgen, hatten den Luzerner zu einem der erfolgreichsten Sportler der Schweiz gemacht. Nicht umsonst ist er zweimal zum Sportler des Jahres gewählt worden.

Enttäuschende Zuschauerzahl

Diese Konsequenz und Beharrlichkeit, gepaart mit dem Glauben an sich selbst, hätten Vorbildcharakter, sagte Thomas Gebert, OK-Präsident der Zusammenkunft der Vereinigung ehemaliger Turnerinnen und Turner des TV Flawil, die den Schweizer Weltklasseturner im Rahmen der samstäglichen Tagung nach Flawil verpflichtet hatte. Sichtlich und fühlbar enttäuscht zeigte sich Gebert über die höchst bescheidene Zuschauerzahl. Lediglich um die zwanzig Gäste hatten sich, nebst den Ehemaligen, in der Turnhalle des Oberstufenzentrums Feld eingefunden, um Donghua Li einmal live zu sehen und sein kunstturnerisches Können am Pauschenpferd zu erleben.

Der Olympiasieger geizte nicht mit seinen Tips und Tricks.

Der Olympiasieger geizte nicht mit seinen Tips und Tricks.

Am Pauschenpferd noch immer Weltklasse: Donghua Li.

Am Pauschenpferd noch immer Weltklasse: Donghua Li.