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«SGBV Blasorchester» tritt in St.Peterzell unter spontaner musikalischer Direktion auf

St.Peterzell war dieses Jahr Austragungsort des Projekts «SGBV Blasorchester». Das Besondere: Niki Wüthrich leitete das Konzert.
Zita Meienhofer
Das Projektorchester begeisterte die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem anspruchsvollen Konzert. (Bild: Michael Brunner)

Das Projektorchester begeisterte die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem anspruchsvollen Konzert. (Bild: Michael Brunner)

Etwas mehr als eine Stunde vor Konzertbeginn bringt Niki Wüthrich die letzten Korrekturen an, lässt die Musikantinnen und Musikanten wissen, wie das Stück «Fanfare Exuberante» vom japanischen Komponisten Satoshi Yagisawa nach seinen Vorstellungen erklingen soll. Das Orchester spielt, nach ein paar Takten bricht Wüthrich ab, singt die entsprechende Stelle vor, lässt die Orchestermitglieder sie auch singen. Nochmals hebt er den Taktstock an, nochmals erklingen die Takte. Niki Wüthrich zeigt sich zufrieden.

«Mega happy» ist er zweieinhalb Stunden später, nach Ende des Konzerts. «Was die 58 Musikantinnen und Musikanten nach so kurzer Zeit geschafft haben, ist einfach super», sagt er. Ihm ist anzusehen, dass es ihm Spass gemacht hat. Und, er vergisst zwei Personen nicht, die zu diesem Erfolg beigetragen haben: Daniel Zeiter und Phil Dold. Sie haben die Probearbeit übernommen. Denn, dass Niki Wüthrich dieses Konzert dirigieren sollte, wusste er erst seit rund einem Monat.

Langer Flug eignet sich für Partiturstudium

Die Literatur ausgesucht und sich auf das Konzert vorbereitet hat sich vor einigen Monaten Beat Brunner. Brunner, Mitglied der Musikkommission des SGBV, leitet seit einigen Jahren das Projekt-Blasorchester des SGBVs. Aufgrund eines Hörsturzes war es ihm aber unmöglich, die Schlussproben und das Konzert zu leiten. Obwohl Niki Wüthrich noch zwei Wochen in Australien weilte, übernahm er die Aufgabe.

Demnach studierte der Dirigent der Stadtmusik St.Gallen die Musikliteratur auf dem Flug zwischen den Kontinenten. Mit Ausnahme von «The Lord Of The Rings» von Johan de Meij waren ihm die Stücke nicht bekannt. Auf dem iPad hat er sich die Titel angehört, Notizen gemacht und diese für die Probearbeit benützt.

Über Vereinsgrenzen hinaus gefordert

Das Blasorchester wird jährlich im Herbst vom St.Galler Blasmusikverband als Weiterbildung angeboten. Musizierende von Vereinen aus dem ganzen Kanton finden so eine Möglichkeit, gemeinsam in kurzer Zeit ein anspruchsvolles Konzertprogramm zu erarbeiten.

Am Sonntagmorgen, im gut besetzten Mehrzweckhalle St.Peterzell, zeigten die Musizierenden, was sie seit dem 17. August im Selbststudium, in den Registerproben und in der Gesamtprobe eingeübt hatten. «Abram’s Pursuit» von David R. Holsinger, ist ein technisch anspruchsvolles Stück mit rasanten Tempi, «A Springtime Celebration» von Alfred Reed, ein oft gespieltes Werk, das in der 1. Stärkeklasse eingereiht ist.

Lukas Triebelhorn, der die Moderation übernommen hatte, erklärte die Werke mit interessanten Detailbeschreibungen, wie auch bei «Be Thou My Vision» von David R. Gillingham. Er wusste das Stück so zu beschreiben, dass die düsteren Tage Irlands im Mittelalter nicht nur hörbar, sondern fühlbar waren. Mit «His Honor» von Henry Fillmore setzte das Orchester mit einem besonderen Marsch den Schlusspunkt.

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