Konzept für Bushof ist fertig

Die Kapazität des Bushofs beim Uzwiler Bahnhof ist ausgeschöpft. Für zusätzliche Angebote, die ab Dezember 2013 entstehen, ist nicht mehr genügend Platz vorhanden. Das Konzept für die Neugestaltung liegt nun vor.

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UZWIL. Etwa 700 000 Fahrgäste steigen pro Jahr beim Uzwiler Bahnhof in ein Postauto ein oder aus einem Postauto aus. Nur: Die Infrastruktur dafür genügt in wesentlichen Punkten – wie etwa der Kundenfreundlichkeit – schon heute nicht mehr. Und der Bushof hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Der Ortsbus hat die Situation weiter verschärft. Als Ersatz für die wegfallenden Bahnhalte in Algetshausen-Henau und Schwarzenbach entsteht ab Dezember 2013 eine zusätzliche Buslinie mit Wendepunkt Bahnhof Uzwil. Sie findet im Bushof keinen Platz mehr. Damit wird der heutige Bushof zum Hindernis im Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Ein verkehrstechnisches Angebot ist strategischer Erfolgsfaktor für den Standort Uzwil. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Gemeinde, Kanton, SBB und PostAuto klärte in den vergangenen Monaten sehr intensiv, wie das Bahnhofareal die vielfältigen Bedürfnisse mittel- und langfristig abdecken kann. Das Ergebnis der Arbeiten liegt nun – einige Wochen früher als geplant – als Konzept vor.

Kundenfreundlich und sicher

Der Bushof bleibt am heutigen Standort, unmittelbar bei den Gleisen und mit kurzem und direktem Zugang zur bestehenden Personenunterführung. Er wird aber vollständig neu organisiert. Auf den ersten Blick fällt die neue Anordnung der Busse auf. Mit der Sägezahnanordnung ist jeder Bus für die Fahrgäste von vorne sichtbar, die Fahrgäste können sich schnell und gut orientieren. Der Bushof bietet künftig vier vollwertige Anlegekanten, zu denen die Postautos im Gegensatz zu heute unabhängig zu- und wegfahren können. Dazu kommt ein Reserveplatz. Damit bietet der Bushof die mittel- und langfristig erforderliche Kapazität. Flexibilität und Effizienz für den Betrieb werden deutlich verbessert. Das heutige Nebengebäude zwischen Bushof und Gleisen wird abgebrochen, um Raum für wartende Fahrgäste und für die Fussgängerverbindung in Richtung Oberuzwil zu schaffen. Die Warteräume für die Fahrgäste sind vom bestehenden Perrondach geschützt.

Veloabstellplätze verlegt

Der neue Bushof bringt auch für benachbarte Bereiche Veränderungen und Verbesserungen. So erfährt der Bahnhofvorplatz ebenfalls Anpassungen. Die Kurzzeitparkplätze bleiben in der heutigen Anzahl erhalten, sie werden neu aber senkrecht vor dem Aufnahmegebäude angeordnet. Auch die Taxistandplätze werden künftig dort sein. Vor dem Bahnhof entstehen grössere Aufenthalts- und Zirkulationsflächen im Bereich Kiosk und Panetarium. Die bisherigen Veloabstellplätze zwischen der Bahnhof- und der Friedbergstrasse werden neu zwischen die Friedbergstrasse und den Bushof verlegt. Die Anlage rückt damit näher an den Bahnhof und wird attraktiver ins Areal integriert. Die Zu- und Wegfahrt zu den Veloständern erfolgt direkt ab der Friedbergstrasse. Wer sein Fahrrad parkiert hat, quert den Bushof über eine vorgelagerte Sicherheitszone Richtung Bahnhof.

Verzicht auf Fussgängerstreifen

Durch diese neue Anordnung der Veloständer wird das Grundstück in der Ecke Bahnhofstrasse/Friedbergstrasse für eine andere Nutzung frei. Das Grundstück ist gut 700 Quadratmeter gross, liegt in der viergeschossigen Wohn-/Gewerbezone und gehört der Gemeinde. Es wird eine Herausforderung sein, eine geeignete und dem Ort angepasste Entwicklung dieser Fläche zu erreichen.

Anpassungen erfährt auch die Friedbergstrasse im Bereich des Bahnhofs. Sie wird neu gestaltet, um das Geschwindigkeitsniveau und damit das Gefahrenpotenzial zu senken. Denn: Problematisch auf der Friedbergstrasse ist nicht die Verkehrsmenge von rund 2500 Fahrzeugen am Tag, sondern die oft zu schnelle Fahrweise. Dies in einem sensiblen Bereich des Bahnhofs mit intensivem Fussgänger- und Veloverkehr sowie den zu- und wegfahrenden Autos und Bussen. Die Fussgängerstreifen um den Bahnhof werden heute sehr regelmässig missachtet. Fussgänger queren fast überall die Strasse, weil die Fussgänger den kürzesten Weg wählen. Und der führt sehr oft eben nicht über den Fussgängerstreifen. Das Konzept sieht deshalb vor, auf die bisherigen Fussgängerstreifen im Bereich des Bahnhofs zu verzichten. Die tieferen Geschwindigkeiten auf der Friedbergstrasse machen diesen Weg möglich.

Neue Fusswegverbindung

Für die Fussgänger neu wird auch die Fusswegverbindung Richtung Oberuzwil. Sie queren heute die Zufahrt zum Bushof und werden entlang der Friedbergstrasse Richtung Oberuzwil geführt. Neu führt ihr direkter Weg durch die grosszügige Wartezone des Bushofs den Gleisen entlang. Die Korrektur der Einmündung der Friedbergstrasse in die Bahnhofstrasse verschafft den Fussgängern neu ein Trottoir entlang der Bahnhofstrasse in Richtung Oberuzwil. Die jetzige Wegführung unter den Arkaden des Hotels Bahnhof soll abgelöst werden.

Vom Konzept zum Projekt

Das Konzept ist von den involvierten Partnern aus Gemeinde, Kanton, Polizei, SBB und PostAuto verabschiedet. Aus Sicht der Gemeinde ist sehr erfreulich, wie mit allen Involvierten ein Konsens über die künftigen Verhältnisse am Uzwiler Bahnhof gefunden werden konnte. Dieser Konsens ist nun die Basis für die ingenieurtechnische Umsetzung in einem detaillierten Projekt. Dort werden verschiedenste Detailfragen zu lösen sein, auf welche das Konzept wegen seiner Flughöhe noch keine oder keine präzise Antwort gibt. Das Projekt wird zügig weiterbearbeitet, damit der Bürgerschaft zusammen mit dem Voranschlag 2013 die Kreditvorlage unterbreitet werden kann. So ist sichergestellt, dass die Infrastruktur am Bahnhof rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wieder effizient, kundenfreundlich und sicher ist. Und dass der Bushof dannzumal überhaupt noch funktioniert. (gk.) ?