«Konfliktherd Familie» in Szene setzen

Die Kinderschutzgruppe Flawil-Degersheim engagiert sich seit zehn Jahren für das Wohl vernachlässigter Kinder. Ende November lädt sie das Forumtheater Bilitz nach Flawil ein. Die Aufführung setzt sich mit Familienkonflikten auseinander.

Melanie Graf
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Flawil/Degersheim. Konflikte in Familien sind alltäglich. Dort, wo gehobelt wird, fliegen auch Späne. Aber wie geht man mit Konflikten um? Was sind die Gründe? Wie soll man als Erzieher Grenzen setzen? Wie kann man die Kommunikation in der Familie verbessern? Das Forumtheater Bilitz aus Weinfelden setzt sich in seinem Stück «Live: Family Life» mit Familienkonflikten auseinander und bringt das Thema auf die Bühne. Am Freitag, 26. November, ist das Ensemble um 20 Uhr zu Gast im Restaurant Park in Flawil.

Anregung zur Problemlösung

Unter aktiver und freiwilliger Beteiligung des Publikums geht das Ensemble den verschiedenen Konflikten im Familienalltag nach. Durch das Theater werden keine (Familien)-Probleme aus der Welt geschafft. Es will aber durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Thema Anstösse und Anregungen dazu liefern. Das Theater ist an Erwachsene gerichtet.

Weitherum vernetzt

Organisiert wird der Abend von der Kinderschutzgruppe Flawil-Degersheim. Alle zwei Jahre organisiert die Gruppe eine öffentliche Veranstaltung. Die Kinderschutzgruppe Flawil Degersheim nimmt Meldungen von Fachleuten und Privatpersonen entgegen, welche auf Verdachtsfälle hinweisen, führt mit diesen Leuten vertrauliche Gespräche und unterstützt dabei, die nötigen Massnahmen zu treffen.

Die Gruppe ist mit Lehrpersonen, Ärzten, mit der schulischen Sozial- und Jugendarbeit, mit Schulpsychologen, Sozialberatungen und der Jugend- und Familienberatung sowie weiteren Organisationen vernetzt.

Die Kinderschutzgruppe wurde vor rund zehn Jahren in Flawil gegründet. Vor etwa drei Jahren hat sich die Gemeinde Degersheim an die Gruppe angeschlossen.

Vernachlässigte Kinder

Marion Kriegeskotte von der Jugend- und Familienberatung in Degersheim ist in ihrer Funktion Vertreterin der Kinderschutzgruppe. Sie hat in ihrem Alltag oft mit Kinderschutzfällen zu tun. Sie schätzt, dass etwa 20 Prozent ihrer Beratungen dieses Thema betreffen. Dabei gehe es nicht in erster Linie um physische Gewalt oder sexuellen Missbrauch an Kindern, sondern auch um psychische Gewalt, Verwahrlosung und Vernachlässigung.

Oft habe sie es mit Jugendlichen und Kindern zu tun, die auf sich selbst gestellt sind und keine Grenzen kennen. «Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind oder zu wenig Ressourcen haben, können entweder mit Gewalt oder Gleichgültigkeit gegenüber ihren Kindern reagieren», weiss Marion Kriegeskotte.

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