Kommission ist für Kreisel

WIL. Die vorberatende Kommission beantragt dem Kantonsrat, die Kapazitätsanpassung im Bereich Lipo-Kreuzung in Wil gutzuheissen – und einen Kredit von rund 8,9 Mio. Franken zu sprechen.

Hans Suter
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Die Lipo-Knoten: Alleine auf der Verbindung zwischen den beiden Lichtsignalanlagen verkehren im Jahresmittel täglich 11 375 Fahrzeuge. (Bild: hs.)

Die Lipo-Knoten: Alleine auf der Verbindung zwischen den beiden Lichtsignalanlagen verkehren im Jahresmittel täglich 11 375 Fahrzeuge. (Bild: hs.)

Im Bereich des Autobahnanschlusses in Wil ist die Kapazitätsgrenze längst erreicht. Die beiden Hauptachsen zur A1 – die Georg-Renner-Strasse als Verbindung Wil–Toggenburg und die Flawilerstrasse als Verbindung Wil–Schwarzenbach werden täglich von durchschnittlich 25 000 bzw. 16 000 Fahrzeugen befahren (siehe Kasten).

CVP-Kantonsrat Ernst Dobler. (Bild: zVg)

CVP-Kantonsrat Ernst Dobler. (Bild: zVg)

Situation verschärft sich

Mit der Umsetzung des 4. öV-Programms, dem der St. Galler Kantonsrat im Herbst 2008 zustimmte, wird sich die Situation weiter verschärfen. Denn um die Fernverkehrsverbindungen der Bahn attraktiver gestalten zu können, müssen die Bahnhöfe Schwarzenbach und Algetshausen-Henau Ende dieses Jahrs aufgehoben werden. Eine neue Buslinie Wil–Uzwil soll die wegfallende Bahnerschliessung in Schwarzenbach und Algetshausen ersetzen. Und zudem das regionale Angebot gesamthaft verbessern. So jedenfalls lauten Idee und Zielsetzung. Doch die Sache hat einen Haken: Im Bereich des Autobahnanschlusses in Wil hat es heute schon zu viel Verkehr. Das hat auch der Kantonsrat erkannt.

Bus steckt im Stau

«Die bisherige Infrastruktur lässt einen solchen öV-Ausbau nicht zu», schreibt die vorberatende Kommission des Kantonsrats unter dem Präsidium von Ernst Dobler bezüglich neuer Buslinien. «Bei den Lipo-Knoten in Wil bilden sich zu Stosszeiten regelmässig Rückstaus von mehreren hundert Metern Länge», sagt der Oberuzwiler CVP-Kantonsrat. Und konstatiert: «Die Lichtsignal-gesteuerten Kreuzungen genügen der aktuellen Verkehrsbelastung nicht mehr.» Denn die Busse, die ab nächstem Jahr die Bahn ersetzen sollen, werden zu Stosszeiten im Stau steckenbleiben. Und die Passagiere werden in der Folge den Bahnanschluss verpassen. Der öffentliche Verkehr würde dadurch nicht wie gewünscht gestärkt, sondern stattdessen geschwächt. Die von Dobler angeführte vorberatende Kommission kam darum zum Schluss: Eine Kapazitätsanpassung der Kantonsstrasse Georg-Renner-Strasse – Flawilerstrasse – Toggenburgerstrasse sei zwingend notwendig.

Die Lösung

Als Grundlage zur Lösung der Kapazitätsengpässe dient dem Kantonsrat eine Planungsstudie, die im Jahr 2009 erarbeitet wurde. Diese sieht vor, die Lipo-Knoten Flawilerstrasse und Georg-Renner-Strasse zu Kreiseln mit Bypässen umzugestalten. Zwischen den beiden Knoten werden die Spuren angepasst und mit Lärmschutzwänden ergänzt. Der Kreisel Sonnmatt (bei McDonald's) soll zu einem Kreisel mit überbreiter, zweispuriger Fahrbahn mit zweistreifigen Zufahrten und Busbevorzugung umgebaut werden.

Die Kosten

Das gesamte Strassenbauprojekt kostet 8 909 000 Franken. Die Stadt Wil beteiligt sich an den Kosten für Geh- und Radwege mit 40 000 Franken. Die restlichen 8 869 000 Franken gehen zu Lasten des Strassenfonds des Kantons St. Gallen. In den Augen von Ernst Dobler ist die Finanzierung über den Strassenfonds gesichert.

Entscheid im Sommer

Der Kantonsrat behandelt das Geschäft in erster Lesung in der Februarsession, die am 25. Februar beginnt. In zweiter Lesung wird das Geschäft ab 4. Juni in der Junisession beraten. Ernst Dobler sieht gute Chancen, dass die Mehrheit des Kantonsrats den Anträgen der vorberatenden Kommission zustimmen wird. «Die Kommission hat mehrheitlich zugestimmt, es gab nur einzelne kritische Stimmen», sagt er.